MV: Tourismusbranche hofft auf Endspurt im Herbst

| Tourismus Tourismus

Nach einer wegen der Corona-Pandemie völlig vermurksten Saison steht für die Tourismusbranche im Herbst der Endspurt an. Es gebe eine starke Nachfrage nach Zielen im Nordosten, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern, Tobias Woitendorf. In manchen Regionen gebe es aktuell sogar eine überproportional gute Auslastung, die bis zu 100 Prozent gehe.

«Gleichwohl bleibt die Lage unsicher und wir schauen mit Bangen auf die kommenden Monate», sagte Woitendorf. Ein Wiederaufflammen der Pandemie könnte manchen Unternehmer erneut in eine schwierige Situation bringen. Die Branche setze große Hoffnungen auf das sogenannte Winterwirtschaftsprogramm der Bundes- und Landesregierung. Dabei gehe es beispielsweise um weitere Überbrückungshilfen. Begrüßt werde auch die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. Im ersten Halbjahr musste die Branche einen Einbruch bei den Übernachtungen von mehr als 40 Prozent verkraften.

Auf einen «goldenen Herbst» setzt auch der Präsident des Dehoga Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz. Dabei seien die Herbstferien selbst wie in den Vorjahren immer gut gebucht. «Mit guten Temperaturen ist ein gutes Geschäft verbunden», sagte er mit Blick auf die Lage der Gastronomie. Dabei sei zu beachten, dass immer mehr Gäste außerhalb der Ferienzeit wegen der unsicheren Pandemielage nur noch kurzfristig buchen. «Wir können nicht mehr so weit vorausschauen wie früher.»

Allerdings habe die Zulassung von Tagestouristen einen positiven Effekt für die Branche gehabt, sagte Schwarz. Wenn nun gutes Wetter und eine positive Infektionslage zusammentreffen, könne es ein überdurchschnittlicher Herbst werden. Das werde aber bei den meisten Häusern die Ausfälle des Jahres nicht kompensieren können. Trotzdem bleibe festzustellen, dass die Branche unter den gegebenen schweren Umständen auf eine gute Saison zurückblicken kann. «Es hätte alles deutlich schlechter laufen können.» Es bleibe aber abzuwarten, wie sich das Weihnachts- und Silvestergeschäft entwickele.

Auch die Campingbranche wird nach Einschätzung von Verbandssprecher Gerd Scharmberg unter Einbeziehung der Pandemie ein wirtschaftlich gutes Jahr erleben. Es sei positiv gewesen, dass die Dauercamper auf die Plätze kommen konnten. Dann seien viele Menschen mit Wohnmobilen nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen, weil sie nicht in die angestammten Ziele beispielsweise am Mittelmeer reisen konnten. «Wir zählen nicht zu den Verlierern», sagte Scharmberg. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 83 Prozent der Briten Interesse an Reisen zu literarischen Schauplätzen oder Filmdrehorten haben. Dabei spielen besonders die Identifikation mit Charakteren und die visuelle Präsenz in Medien eine Rolle für die Reiseentscheidung.

Urlaub in Schleswig-Holstein steht bei vielen Deutschen weiter hoch im Kurs. Doch wegen der höheren Lebenshaltungskosten zögern viele mit einer Buchung. Die Touristiker beobachten das mit Sorge.

Neue Reiseformate wie Zero-Day-Trips, regionale Meetings und hybride Veranstaltungen verändern nach Angaben der Initiative Chefsache Business Travel die Planung von Geschäftsreisen. Unternehmen bündeln Reisen stärker und richten sie gezielter auf konkrete geschäftliche Ziele aus.

Mehr als dreimal so viele Touristen wie griechische Einwohner strömten 2025 in das Urlaubsland. Auf Jetset-Inseln wie Santorini oder Mykonos bringt der Rekord-Tourismus die Infrastruktur ans Limit.

Eine aktuelle Auswertung von Fit Reisen analysiert das Suchinteresse für Ayurveda-Angebote in Europa. Dabei zeigt sich eine starke Präferenz für deutsche Regionen sowie eine Verschiebung hin zu mediterranen Zielen infolge der Iran-Krise.

Eine Studie des Technologieunternehmens Amadeus sieht weltweit eine hohe Offenheit vieler Reisender gegenüber künstlicher Intelligenz und digitalen Mobilitätsdiensten. Gleichzeitig bleiben Sprachbarrieren, Zusatzkosten und unzureichende Informationen häufig genannte Probleme im Reiseverkehr.

Fast die Hälfte der Passagierflüge, die auf deutschen Hauptverkehrsflughäfen starten oder landen, sind auf Kurzstrecken unterwegs. Die häufigste Verbindung war 2025 die zwischen Frankfurt/Main und London-Heathrow.

Wenn Eltern oder Großeltern mit Kindern auf Reisen gehen, heißt das Ziel besonders oft Schleswig-Holstein: Bei Urlaubern mit kleinen Kindern lag das nördlichste Bundesland in den Jahren 2023 bis 2025 in Deutschland an erster Stelle vor Mecklenburg-Vorpommern.

Der Plattformbetreiber Airbnb plant den Ausbau zu einem umfassenden Dienstleistungsmarktplatz nach dem Vorbild von Amazon und integriert im Sommer 2026 neben tausenden Boutique-Hotels auch Mietwagen, Gastronomieangebote zur Fußball-Weltmeisterschaft sowie neue KI-Werkzeuge in seine Anwendung.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des BTW zeigt, dass wirtschaftliche Sorgen und steigende Kosten das Reiseverhalten der Bundesbürger belasten. Der Verband fordert angesichts sinkender Buchungsbereitschaft politische Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftswachstums.