Niedersachsen bangt um Reittouristen - Urlaub soll attraktiver werden

| Tourismus Tourismus

Reiturlaub in Niedersachsen soll attraktiver werden: Das fordern die Landtagsfraktionen von SPD und CDU in einem Antrag, über den am Freitag beraten wird. Demnach sollen die Infrastruktur rund um Reiterhöfe ausgebaut und der Reittourismus stärker beworben werden.

Während Niedersachsen momentan noch das führende Bundesland im Pferdetourismus sei, bekomme die Branche immer stärkere Konkurrenz aus Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein zu spüren. Weil dort aktivere Öffentlichkeitsarbeit für den Reittourismus betrieben werde, drohe Niedersachsen bei den Reisezielen von Pferdeurlaubern auf Platz vier abzurutschen, befürchten die Regierungsfraktionen.

Niedersachsen gilt als Pferdeland. Zwischen Nordsee und Harz gibt es knapp 200 000 Pferde und Ponys. Und die sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer hängen rund 70 000 Arbeitsplätze am Pferd. Alleine die pferdetouristischen Übernachtungen sorgen für einen Umsatz von jährlich 225 Millionen Euro, wie aus dem Landtagsantrag hervorgeht. Urlauber schätzen demnach vor allem Aufenthalte auf Reiterhöfen mit einem festen Quartier und Möglichkeiten zum Ausritt in schöner Landschaft, Seminare rund ums Pferd und ergänzende Wellnessangebote.

Aus diesem Grund soll der Pferdetourismus künftig stärker in die Tourismusstrategie des Landes eingebettet werden. Wer selbst kein Interesse an Pferden hat, brauche alternative Freizeitangebote, während die Mitreisenden etwa auf einem Ausritt sind. Reiterhöfe, die ausbauen oder modernisieren wollen, sollen zudem gezielter über Fördermöglichkeiten informiert werden. Zudem sollen Wanderreitregionen ausgebaut und stärker beworben werden.

Auch den Pferdesport und die Zucht wollen SPD und CDU stärken. In Niedersachsen locken Reitsportturniere wie die Löwen Classics in Braunschweig oder das Oldenburger Landesturnier jährlich viele Sportler, Besucher und Urlauber an. Außerdem kommt mit dem Hannoveraner eine der weltweit bekanntesten Pferderassen aus Niedersachsen.

In Niedersachsen ziert das Pferd nicht nur das Landeswappen, sondern wird auch wissenschaftlich untersucht: In Göttingen gibt es einen Masterstudiengang Pferdewissenschaften, die Fachhochschule Osnabrück bietet das Schwerpunktfach Pferdemanagement an. Und auch kulinarisch ist Niedersachsen Pferdeland: Jährlich werden hier mehrere Hundert Tonnen Pferdefleisch erzeugt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Rheinkirmes in Düsseldorf feiert mit Start in die Kirmessaison 125 Jahre Jubiläum auf der Rheinwiese. Das Volksfest bietet immer noch Neuheiten: Der Veranstalter verspricht in diesem Jahr rund 30 neue Angebote.

Vom Meeresrauschen in den Schlaf gewiegt werden und morgens den Sonnenaufgang über der See beobachten: Schlafstrandkörbe sind beliebt. Über eine Erfolgsgeschichte aus dem Norden.

Eine aktuelle Analyse untersucht die Beliebtheit von 30 Alpendestinationen anhand von Instagram-Followerzahlen und Gastronomiebewertungen. Die Ergebnisse zeigen regionale Unterschiede in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz.

Eine Umfrage unter Ferienhausvermietern zeigt, dass neben klassischen Verboten auch kurios anmutende Regeln existieren. Diese spezifischen Vorgaben sollen meist die Unterkunft vor Schäden bewahren und den Aufenthalt für alle Gäste sichern.

Strand, Altstadt oder Sehenswürdigkeit: Im Urlaub ist das Smartphone schnell gezückt. Doch wer die Fotos anschließend in sozialen Medien oder in größeren Chatgruppen teilt, sollte vorher genau hinschauen.

Der Wildes-Wasser-Weg in Bodenmais ist zum schönsten Wanderweg Deutschlands 2026 in der Kategorie Tagestouren gewählt worden. Insgesamt beteiligten sich über 52.000 Personen an der Abstimmung des Wandermagazins.

Das Statistische Bundesamt registriert für das erste Halbjahr 2026 gestiegene Preise für Flugtickets und Pauschalreisen. Dabei zeigen sich je nach Destination teils deutliche regionale Unterschiede bei den Kosten.

Die anhaltende Trockenheit im Hochsommer lässt die Pegelstände des Rheins in Hessen und Rheinland-Pfalz fallen und fallen - für Kabinenschiffe könnte es demnächst eng werden.

Ein aktueller Bericht offenbart wachsende Unterschiede im Reiseverhalten europäischer Nationen. Während Reisende in Deutschland ihre Ausgaben pro Trip erhöhen, setzen britische Urlauber auf eine höhere Frequenz.

Der Deutsche Tourismusverband hat seinen Praxisleitfaden für nachhaltigen Tourismus aktualisiert. Eine Studie zeigt gleichzeitig, dass zwar ein hohes Bewusstsein herrscht, aber oft personelle und finanzielle Kapazitäten fehlen.