Reisebranche: Winter wird von Fernreisen und Kreuzfahrten dominiert – Sommer schließt mit Plus ab

| Tourismus Tourismus

Der Deutsche Reiseverband (DRV) blickt optimistisch auf die kommende Wintersaison 2025/26 und verzeichnet eine anhaltend hohe Frühbucherquote. Die Auswertungen von Travel Data + Analytics (TDA) zeigen eine klare Tendenz der deutschen Reisenden: Fernreisen und Kreuzfahrten erleben einen signifikanten Zuwachs. Insgesamt liegt das Umsatzwachstum für den Winter nach Buchungsstand Ende August bei neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Anzahl der gebuchten Winterurlauber mit Pauschal- und Bausteinreisen stieg um sechs Prozent.

Wintersaison 2025/26: Fernreisen und Kreuzfahrten als Wachstumstreiber

Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung bei den Fernreisen. Für die Monate November 2025 bis April 2026 wurde bei Fernreisen ein Umsatzzuwachs von elf Prozent verzeichnet, bei gleichzeitig acht Prozent mehr gebuchten Urlaubern.

DRV-Präsident Norbert Fiebig kommentierte die Entwicklung: „Noch mehr Deutsche als in den Jahren zuvor wollen den Sommer auch in der dunklen Jahreszeit in fernen Ländern verlängern und dem hiesigen kalten Wetter mit einer Fernreise entfliehen.“

Ein starker Fokus der Buchungen liegt auf bestimmten Regionen:

  • Destinationen in Afrika führen mit einem Umsatzplus von 25 Prozent.

  • Südostasien verbucht ein Plus von 16 Prozent.

  • Regionen im Indischen Ozean und Nahen Osten sind ebenfalls stark nachgefragt.

  • Zusammen stehen diese Regionen für fast drei Viertel des Gesamtumsatzes im Fernreisemarkt.

Die Nachfrage für die Karibik und Mittel-/Südamerika bleibt laut TDA-Auswertungen stabil. Im Gegensatz dazu verzeichnet der Umsatz für die USA aktuell noch einen Rückstand von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswinter.

Auch das Segment der Kreuzfahrten, das zu den stärksten Wachstumstreibern der deutschen Reisewirtschaft zählt, wächst beim Umsatz um acht Prozent. Bei den Frühbuchern machen Kreuzfahrten bereits 30 Prozent aller gebuchten Winterreisen aus. Die westliche und östliche Mittelstrecke, zu der die Kanaren, Ägypten und die Türkei zählen, verzeichnen ebenfalls eine steigende Nachfrage mit jeweils zehn Prozent Umsatzplus.

Flexibilität und Sicherheit im Fokus der Kunden

Die hohe Nachfrage nach Pauschal- und Bausteinreisen spiegelt sich in der frühen Buchungsaktivität wider. DRV-Präsident Fiebig betont: „Erfreulich ist, dass die Saison sehr frühbucherstark gestartet ist. Das zeigt, dass die von Reiseveranstaltern angebotenen Pauschalreisen in der Gunst der Kunden weiter steigen.“ Viele Kunden setzen auf Flex-Pakete der Veranstalter, die gegen Aufpreis eine flexible Umbuchung oder Stornierung bis kurz vor Reiseantritt ermöglichen.

Die Vorteile der Pauschalreise, wie das attraktive Preis-Leistungsverhältnis, das verlässliche Krisenmanagement und die finanzielle Absicherung im Falle einer Insolvenz, werden von Reisenden geschätzt.

Positive Zwischenbilanz des Reisesommers 2025

Der Reisesommer 2025 (Mai bis Oktober) steht kurz vor dem Abschluss und wird nach aktuellem Stand ein Umsatzwachstum von rund sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Die Zahl der Kunden, die eine Pauschal- oder Bausteinreise gebucht haben, stieg leicht um ein Prozent. Dennoch liegt die Kundenzahl weiterhin zehn Prozent unter dem Wert des Sommers 2019.

Das östliche Mittelmeer (einschließlich Griechenland und der Türkei) war mit einem Umsatzplus von neun Prozent besonders stark gefragt und vereint fast die Hälfte des Sommer-Gesamtumsatzes auf sich. Auch Urlaubsziele auf der Fernstrecke legten um sechs Prozent zu. Die Regionen am westlichen Mittelmeer (hauptsächlich Spanien) sowie Kreuzfahrten verzeichneten ein Umsatzwachstum von jeweils drei Prozent im Vergleich zum Sommer 2024.

Bei den einzelnen Reiseländern profitierten preisgünstigere Destinationen besonders:

  • Bulgarien verzeichnete im Sommer ein Umsatzplus von 41 Prozent.

  • Thailand stieg um 18 Prozent.

  • Ägypten legte um 17 Prozent zu.

Die Türkei erzielte mit sechs Prozent Zuwachs ein Ergebnis im Marktdurchschnitt und blieb damit das beliebteste Reiseziel für Familien im Sommer.

Hingegen büßten die USA, die frühzeitig gebucht wurden, in den vergangenen Monaten Nachfrage ein und verzeichneten im Umsatz fast ein Fünftel Verlust gegenüber dem Vorjahressommer.

Datenbasis der Auswertung

Die TDA-Auswertungen basieren auf Urlaubsreiseumsätzen, die in stationären Reisebüros und auf den klassischen Online-Reiseportalen von Online-Reisebüros (OTAs) und Veranstaltern gebucht wurden. Die Daten umfassen alle Buchungen bis Ende August 2025. Nicht enthalten sind Buchungen in Callcentern sowie Direktbuchungen bei einzelnen Leistungsträgern (z.B. Hotel, Flug) und Produktportalen. Die Aussagen zum „Gesamtmarkt“ beziehen sich im Wesentlichen auf den Markt der organisierten Veranstalterreisen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Four Seasons Yachts erweitert ihre Flotte und plant für das Jahr 2028 die Inbetriebnahme der neuen Yacht Four Seasons II. Das Schiff wird mit 79 Suiten ausgestattet sein, zu denen auch wohnraumähnliche Unterkünfte auf den oberen Decks gehören.

Airbnb und der Deutsche Tourismusverband fördern ländliche Tourismusprojekte in Deutschland mit insgesamt einer Million Euro. Bewerbungen für den Wettbewerb NaturMomente können bis zum 9. September 2026 eingereicht werden.

Eine Umfrage zeigt, dass deutsche Urlauber verstärkt geringere Nebenkostenbudgets für Verpflegung und Ausflüge an ihren Urlaubsorten einplanen. Während die Summen bis zu 500 Euro pro Person deutlich an Relevanz gewinnen, sinkt der Anteil höherer Budgets spürbar.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus sieht den internationalen Deutschlandtourismus trotz geopolitischer Unsicherheiten auf stabilem Kurs. Aktuelle Daten und Branchenumfragen deuten laut DZT auf eine anhaltende Nachfrage in wichtigen Auslandsmärkten hin.

Ist das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern zu teuer geworden? Immer mehr Urlauber sind einer Umfrage zufolge unzufrieden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Start ins Tourismusjahr 2026 ist trotzdem vielversprechend ausgefallen.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sieben von zehn Österreichern trotz wirtschaftlicher Unsicherheit eine Sommerreise planen. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten führen jedoch zu reduzierten Budgets, vermehrten Urlauben im Inland und einer sensibleren Sicherheitsplanung.

Seit seiner Eröffnung 1992 fehlt dem Münchner Flughafen ein Fernbahnhof. Die Hoffnungen auf eine Behelfslösung haben sich zerschlagen. Eine Prüfung ergab, dass ICE-Züge nicht auf der bestehenden Trasse für S-Bahnen und Regionalzüge fahren können.

Der Reiseveranstalter Dertour verzeichnet für den Sommer 2026 eine starke Reiselust der Deutschen bei stabilen Preisen trotz gestiegener Kerosinkosten. Neben frühzeitigen Buchungen für klassische Sonnenziele und Fernreisen gewinnt das Last-Minute-Segment an Dynamik.

Eine Cover-Analyse zeigt die beliebtesten Urlaubsregionen deutscher Fachredaktionen über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass gedruckte Reisemagazine verstärkt auf naturnahe Rückzugsorte und Bergregionen abseits des Massentourismus setzen.

Das Städtische Klinikum Wolfenbüttel rät Allergikern mit Anaphylaxie-Risiko zur Mitnahme eines ärztlich verordneten Notfallsets im Reisegepäck. Für den Transport von Adrenalin im Flugzeughandgepäck ist eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung erforderlich.