Reisebüro muss zu Visum umfassend aufklären

| Tourismus Tourismus

Braucht es für das Urlaubsland ein Visum? Darauf müssen Reisebüros ihre Kunden bei Pauschalreisebuchungen deutlich hinweisen – auch dazu, wie lange es ungefähr dauert, das Visum zu erhalten. 

Macht es das nicht und platzt deshalb am Ende der gebuchte Urlaub, muss einem das Reisebüro unter Umständen den Reisepreis zurückzahlen. Das zeigt eine Entscheidung des Landgerichts Köln, über die nun die Fachzeitschrift «Reiserecht aktuell» berichtet.

In dem Prozess hatte ein Mann gegen ein Reisebüro geklagt: Er hatte für sich und seine Familie kurzfristig eine Pauschalreise gebucht – der Abflug sollte zwei Tage später sein. Am Flughafen aber endete der Trip, ehe er richtig begonnen hatte: Wegen fehlender Visa nahm die Airline die Familie nicht mit. 

Der Mann sagte, vom Reisebüro nicht über die Visumspflicht informiert worden zu sein, das Reisebüro widersprach.

Visa-Antrag wäre wohl ohnehin zu kurzfristig gewesen

Das Gericht gab dem Mann recht. Zum einen bestanden nach der Zeugenbefragung Zweifel, ob die Mitarbeiter im Reisebüro den Kunden tatsächlich umfassend aufgeklärt haben. Zum anderen wäre die Zeit wohl ohnehin zu knapp gewesen: Die Bearbeitungszeit für diese Ländervisa betrug demnach im Schnitt zwei bis drei Tage. Damit war unsicher, ob die Familie die Dokumente überhaupt noch rechtzeitig bekommen hätte.

Über all das hätte das Reisebüro im Rahmen der sogenannten Informationspflicht aufklären müssen. «Die ungefähren Fristen», um ein Visum zu erhalten, müssten dabei auch erwähnt werden, heißt es in dem Urteil. Dabei sei vom Normalfall auszugehen und nicht von der kürzestmöglichen Frist. 

Das Reisebüro musste wegen der fehlerhaften Beratung den Reisepreis in Höhe von gut 5.100 Euro zurückzahlen, entschied das Gericht. (Az.: 17 O 139/23)

Längerfristig gebucht? Auf dem Laufenden bleiben

In dem Zusammenhang ist wichtig zu wissen: Generell ist es immer ratsam, dass sich Pauschalurlauber auch selbst über die Einreiseregeln auf dem Laufenden halten – gerade bei Buchungen für länger in der Zukunft liegende Reisen.

Denn ändern sich die Bestimmungen im Zeitraum zwischen Buchung und Abreise, sind Urlauber in der Pflicht, sich darüber zu informieren – sie können und sollten sich dann nicht allein auf das Reisebüro als Vermittler oder auf den Reiseveranstalter verlassen, warnen Verbraucherschützer.

Regeln zur Einreise im Internet

Empfehlenswert ist, einige Wochen vor Urlaubsstart noch einmal die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtiges Amtes zu checken – dort sind auch die für die Einreise notwendigen Dokumente aufgeführt. Die Hinweise, die es für jedes Land der Welt gibt, sind in der Regel sehr aktuell. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Während der deutsche Reisemarkt insgesamt stagniert, boomt das Geschäft mit Fernreisen nach Asien. Neue Daten von YouGov und Sinus belegen ein Wachstum von zwölf Prozent für die Fernstrecke Ost und zeigen, welche Milieus den Trend antreiben.

Die deutsche Reisewirtschaft erreicht 2025 ein neues Rekordniveau: Fast 88 Milliarden Euro gaben die Bundesbürger für ihren Urlaub aus. Der Trend geht klar zur organisierten Veranstalterreise, während im Zielgebiet die Preissensibilität steigt. Besonders Kreuzfahrten bleiben ein massiver Wachstumstreiber der Branche.

Rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern sind von der Eskalation in der Golfregion betroffen - sie sitzen dort fest oder können nicht an den Flughafen-Drehkreuzen umsteigen.

Träumen Sie von einer frischen Meeresbrise, neuen Horizonten und einer entspannten Auszeit vom Alltag, haben aber nur wenig Zeit? Dann sind Minikreuzfahrten die perfekte Lösung. Diese kurzen Seereisen, die meist zwischen drei und fünf Tagen dauern, bieten eine ideale Möglichkeit, die Welt der Kreuzfahrten kennenzulernen, ohne gleich eine mehrwöchige Reise buchen zu müssen.

Die Lage in der Golfregion spitzt sich weiter zu: Nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf das Luxushotel Burj Al Arab in Dubai und der Sperrung der Lufträume sitzen tausende deutsche Urlauber fest. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für die Region ausgesprochen, während Kreuzfahrtanbieter wie Tui Cruises ihre Fahrten absagen.

Die DZT präsentiert ihre globale Strategie für 2026. Mit vier Hauptkampagnen und einem klaren Fokus auf Kulinarik, Stadtkultur und Nachhaltigkeit will die Organisation das Rekordniveau der touristischen Wertschöpfung von über 78 Milliarden Euro weiter sichern und ausbauen.

Eine Analyse von Fit Reisen identifiziert die führenden Hamams in Deutschland. Das Ranking liefert Einblicke in die Qualitätsstandards der Branche und zeigt, welche Betriebe durch authentische Rituale und Kundenzufriedenheit überzeugen.

Der aktuelle Kurtaxen-Check 2026 offenbart große preisliche Diskrepanzen zwischen deutschen Ferienregionen. Während die Nordseeinseln die preisliche Spitze anführen, haben über 60 Gemeinden ihre Abgaben teils drastisch erhöht.

Eine Auswertung von Google-Rezensionen zeigt die Qualitätsunterschiede an deutschen Hauptbahnhöfen. Während touristisch geprägte Stationen und Stadtstaaten glänzen, fallen einige Großstädte und regionale Knotenpunkte aufgrund von Sauberkeitsmängeln deutlich ab.

Sachsens Tourismus verzeichnet 2025 leichte Einbußen. Doch Chemnitz und Umgebung profitieren von einem Ass im Ärmel. Hoffnung macht steigendes Interesse aus Ostasien.