Reiselust stärker als Inflation

| Tourismus Tourismus

SiteMinder hat die Reisestudie "Changing Traveller Report 2022" veröffentlicht. Mehr als 8.000 Menschen in zehn Ländern, darunter auch Deutschland, wurden zu ihren Reisepräferenzen befragt. Das Unternehmen hat die Ergebnisse analysiert und zeigt die fünf Trends, die das kommende Reisejahr prägen werden.

Der Report zeigt, dass die Reiselust stärker ist als die Sorge vor der steigenden Inflation und dass der Bleisure-Trend - die Kombination von remote Arbeiten- und Freizeitreisen – weiter zunehmen wird.

Die fünf Trends im Überblick:

  1. TrendMakroreisen: der Wunsch zu reisen ist stärker als die steigende Inflation
  2. Trend des digitalen Einflusses: derzeit sind Reisende die gewinnbarsten Verbraucher der Welt
  3. Der Bleisure-Trend: arbeitende Reisende wünschen sich moderne Hotels
  4. Der Vertrauenstrend: Jeder digitale Berührungspunkt zählt für den neuen, kritischen Reisenden
  5. Der Human Connection-Trend: technologisch versierte Reisende sind nicht bereit, Kompromisse beim menschlichen Kontakt einzugehen

Clemens Fisch von SiteMinder wertet die Ergebnisse des Changing Traveler Reports 2022 aus und gibt Tipps, wie Hoteliers das veränderte Reiseverhalten für sich nutzen können: „Aus unserer Studie können wir einige besondere Eigenschaften erkennen, die den deutschen Reisenden vom Rest der Welt unterscheiden.”

„Ein Schlüssel, um die Aufmerksamkeit der deutschen Reisenden zu gewinnen, ist eine starke Online-Präsenz: Mehr als 60 Prozent geben an, dass sie offen für entsprechende Werbung sind. Dies liegt jedoch unter dem weltweiten Durchschnitt von 78 Prozent bei internationalen Reisenden. Das bedeutet für Hoteliers, dass Online-Verkaufsmöglichkeiten über mehrere Kanäle und die Metasuche als Verkaufskanal genutzt werden sollten, um deutsche Reisende zu erreichen.”

„Auch das direkte Buchungserlebnis ist weiterhin entscheidend. Eine zuverlässige und optimierte Website, die nahtlos in eine Online-Buchungsmaschine integriert ist, sollte auch den einfachen Kauf von Zusatzleistungen, einen schnellen Buchungsprozess und eine sichere Zahlungsfunktion ermöglichen.”

„Das Erlebnis als Gast hat für deutsche Reisende nach wie vor einen hohen Stellenwert. Wenn die Mitarbeiter die Zeit und die Freiheit haben, sich persönlich um die Gäste zu kümmern, können sie ihnen einen unvergesslichen Aufenthalt bereiten. Die Deutschen wollen das Gefühl haben, dass sie für ihr Geld auch etwas bekommen. Der Einsatz von Technologie zur Abwicklung aller zeitaufwändigen Backend-Aufgaben und eine zentrale Plattform für alle Hotelanwendungen ermöglichen einen besseren Kundenservice.”

„Die Deutschen sind reisefreudig und aus unserer Studie geht hervor, dass sie nicht so preisbewusst sind wie andere große Märkte. Dies bietet Hoteliers die Möglichkeit, mehr Umsatz pro Buchung zu erzielen.”


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die GBTA erwartet für 2026 Geschäftsreiseausgaben von 404 Milliarden Euro in Europa. Während die Ausgaben um sieben Prozent steigen sollen, wächst die Zahl der Reisen laut Prognose lediglich um 0,7 Prozent. Deutschland bleibt der größte europäische Geschäftsreisemarkt.

Das Ferienhaus-Portal Holidu hat das Suchinteresse bei Google für deutsche Kleinstädte mit weniger als 20.000 Einwohnern ausgewertet. Dabei führen Füssen und Winterberg das aktuelle Ranking an.

Hunderttausende Touristen zieht es Jahr für Jahr an die gleichen Orte. Die Europäische Kommission will die Länder dabei unterstützen, Folgen auszugleichen - und Europas Tourismus stärken.

Booking.com hat seine Reiseprognosen für 2027 veröffentlicht. Eine Befragung in Deutschland zeigt veränderte Urlaubswünsche – von stimmungsbasierter Reiseplanung über unterschiedliche Budgetvorstellungen bis zum Einsatz künstlicher Intelligenz.

Der Fahrradtourismus hat 2025 in Deutschland einen Bruttoumsatz von 18,1 Milliarden Euro ausgelöst. Eine neue Untersuchung des Deutschen Tourismusverbandes zeigt zudem, wo weiteres Nachfragepotenzial besteht.

Regen statt Schnee und hohe Betriebskosten: Am Kolben in Oberammergau wird nach 15 Jahren der klassische Wintersportbetrieb eingestellt. Was die Betreiber zu dem Schritt sagen.

Nach dem Spatenstich für die Munich Arena in Freising prognostiziert eine Deloitte-Studie eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 355 Millionen Euro für die Region. Von zusätzlicher Nachfrage sollen auch Hotellerie und Gastronomie profitieren. Zum Projekt gehört ein Tempo by Hilton mit 199 Zimmern.

Center Parcs Deutschland steigerte im Geschäftsjahr 2025/26 die Auslastung seiner sechs Ferienparks auf 80,8 Prozent. Besonders die Nachfrage nach Aufenthalten außerhalb der Schulferien nahm zu.

Vor Flügen in die Vereinigten Staaten muss ab Mitte nächster Woche eine zusätzliche Erklärung abgegeben werden. Der Hintergrund ist der Ebola-Ausbruch im Kongo. Was US-Reisende wissen müssen.

Baden-Baden führt das Ranking der meistgesuchten deutschen Kurorte mit rund 451.000 monatlichen Suchanfragen an. Eine Auswertung von Fit Reisen zeigt außerdem regionale Unterschiede und abweichende Präferenzen in ausländischen Märkten.