Reiseportale: Schlichtungsstelle hilft künftig bei Beschwerden

| Tourismus Tourismus

Ob Probleme beim Transfer oder Baulärm vor dem Hotel: Reisende können sich bei Streit mit Buchungsportalen künftig an die neutrale Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden. Die Portale weg.de, expedia.de, ebookers.com, Evaneos, Holidaycheck und journaway arbeiten ab Dezember mit dem SÖP zusammen.

Vorteile für beide Seiten

Laut VIR-Vorstand Michael Buller bringt das für beide Seiten Vorteile: «Bevor eine Reklamation eskaliert und es vor Gericht geht, gibt die Stelle eine neutrale Einschätzung», sagte er. Er bezeichnet die Zusammenarbeit der Unternehmen mit der SÖP als «mutigen Schritt».

Es seien die ersten Online-Reisebüros, die mit der Schlichtungsstelle zusammenarbeiten. «Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass noch weitere folgen werden», sagte Buller dem dpa-Themendienst.

Neutrale Einschätzung der Schlichter

Denn er sieht es so: Verhärten sich bei einem Streit zwischen Verbraucher und Buchungsportal die Fronten, spielt am Ende - etwa vor Gericht - keine Rolle, wer Recht hat: Der Kunde sei verloren für das Online-Reisebüro.

Gibt jedoch eine neutrale Stelle ein Einschätzung dazu, ob etwa eine Reklamation des Kunden angebracht ist oder aber der Anbieter eher im Recht ist, führe das letztlich zu mehr Verständnis. Und die Unternehmen lernten dazu.

SÖP sucht nach außergerichtlichen Lösungen

Die SÖP versucht, außergerichtliche Lösungen zwischen Kunden und Unternehmen zu erarbeiten und bei Streitigkeiten zu vermitteln. Das Verfahren ist für Verbraucher kostenlos. Sie müssen sich bei Problemen aber zunächst an die Airline, die Bahngesellschaft oder den Veranstalter wenden. Sind sie mit der Antwort nicht zufrieden oder erhalten binnen einer bestimmten Frist keine, können sie unter soep-online.de den Antrag stellen.

Die Experten prüfen daraufhin, ob die Forderung ganz oder zum Teil berechtigt ist. Dann bekommen Kunde und Firma eine Schlichtungsempfehlung, erklärt die SÖP.

Experten geben Empfehlung ab

Stimmen beide Parteien der Schlichtungsempfehlung zu, komme es auf dieser Grundlage zu einer verbindlichen vertraglichen Einigung. Lehnt der Verbraucher oder das Unternehmen den Vorschlag ab, ist die Schlichtung gescheitert.

Die seit 2009 bestehende Einrichtung ist bisher eine Anlaufstelle für Beschwerden rund um Bahn, Fernbus, Flüge und öffentlichen Nahverkehr. Sie weite ihre Arbeit nun erstmals in die Reisebranche aus, heißt es in der Mitteilung des VIR.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wien froh über Touristen aus China - Höchste Ausgaben in Geschäften

Die steigende Zahl gerade auch chinesischer Touristen beschert Wien hohe Einnahmen. Ein Reisender aus China gebe pro Einkauf in der Stadt den Spitzenwert von durchschnittlich rund 950 Euro aus, teilte das Tourismusbüro mit.

Tui und Sunexpress sehen sich für längeres 737-Max-Verbot gewappnet

Tui und der Ferienflieger Sunexpress sehen ihre Urlaubsflüge im Sommer trotz des anhaltenden Flugverbots für Boeings 737 Max nicht gefährdet. Boeing hatte zuvor mitgeteilt, dass das Management erst etwa Mitte des Jahres mit einer Freigabe durch die zuständigen Behörden rechnet.

DTV begrüßt Start der Dialogphase für die Nationale Tourismusstrategie

Gestern startete in Gelsenkirchen die zweite Phase der Erarbeitung der Nationalen Tourismusstrategie für Deutschland. Rund 80 Teilnehmer aus der Tourismusbranche beteiligten sich an diesem ersten Zukunftsdialog. Wichtig sei jetzt, schnell zu greifbaren Ergebnissen zu kommen, so der DTV.

China: Angst vor Lungenkrankheit erlaubt Pauschalurlaubern kein Gratis-Storno

China-Reisende können ihren Pauschalurlaub nicht allein aus Angst vor der neuen Lungenkrankheit kostenlos absagen. Ein Rücktritt vom Reisevertrag rein aus Furcht sei derzeit nicht ohne Stornogebühren möglich, erklärt die Reiserechtsexpertin Sabine Fischer-Volk von der Kanzlei Karimi in Berlin.

Australische Verbraucherschützer: Trivago führt Kunden in die Irre

Verbraucherschützer in Australien haben dem Hotelvergleichsportals Trivago vorgeworfen, seine Kunden zu täuschen. Sie verlangen dafür eine Strafe in Millionen-Dollar-Höhe, nachdem ein Gericht zu ihren Gunsten entschieden hatte.

Sportreisen werden immer ausgefallener

Golfen auf der Klippe, Laufurlaub mit einer Marathonlegende oder die "Tour de Suisse" für alle - Sporturlaub liegt im Trend. Für welche Trends sich Touristiker fit machen sollten, wurde beim "Sport.Tourismus.Forum" in St. Gallen diskutiert.

Shakespeares berühmtestes Liebespaar: Julias Haus in Verona auf Airbnb buchbar

Rechtzeitig zum Valentinstag verkündet Airbnb die Möglichkeit, eine Übernachtung im historischen Haus von Shakespeares Julia in Verona, Italien, zu buchen. Zum ersten Mal überhaupt wird Julias Haus somit am Valentinstag ein modernes Romeo-und-Julia-Paar willkommen heißen.

Wie chinesische Investoren sich in Europas Tourismus einkaufen

Unternehmen aus dem Reich der Mitte kaufen europäische Hotelgesellschaften, Fluglinien, Reiseportale und Veranstalter. Warum die Chinesen trotz Wirtschaftsflaute weltweit in den Tourismus investieren, erläutert das Handelsblatt.

Weniger Flüge im deutschen Luftraum - Delle statt Flugscham

Nach fünf Jahren ununterbrochenen Wachstums sind 2019 weniger Verkehrsflugzeuge über Deutschland geflogen. Die Branchenverbände sehen dafür aber andere Gründe als eine aufkeimende Flugscham.

ITB BuchAwards 2020: Die Gewinner

Die ITB Berlin zeichnet jedes Jahr die interessantesten und aktuellsten nationalen sowie internationalen touristischen Fachpublikationen aus. Die Awards haben zum Ziel, über Ländergrenzen hinaus Aufmerksamkeit für interkulturell bedeutende Publikationen im Tourismus zu schaffen.