Ryanair erwartet wieder Milliardengewinn

| Tourismus Tourismus

Europas größter Billigflieger Ryanair steuert nach einem überraschend guten Weihnachtsgeschäft doch wieder auf einen Milliardengewinn zu. Trotz des Preiskampfs in der Branche und des Flugverbots für die Boeing 737 Max soll der Überschuss im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März jetzt 950 Millionen bis 1,05 Milliarden Euro erreichen, wie das irische Unternehmen am Freitag in Dublin mitteilte. Zuletzt hatte Ryanair-Chef Michael O'Leary 800 bis 900 Millionen Euro in Aussicht gestellt, nachdem das Ergebnis im Vorjahr auf 885 Millionen Euro eingebrochen war.

Bei der irischen Fluglinie lief der Ticketverkauf für die Flüge rund um Weihnachten und Neujahr insgesamt besser als gedacht. Dadurch habe das Unternehmen auch höhere Preise erzielt. Zudem lägen die Vorausbuchungen für Januar bis April ein Prozent höher als im Vorjahr. Die durchschnittlichen Ticketpreise dürften somit etwas höher ausfallen, hieß es. Für das Geschäftsjahr bis Ende März rechnet die Ryanair-Führung jetzt mit 154 Millionen Fluggästen, eine Million mehr als zuletzt erwartet.

Preisschlacht in Deutschland und Österreich

Allerdings scheint sich die Preisschlacht bei den Flugtickets in Deutschland und Österreich fortzusetzen. Die österreichische Ryanair-Tochter Lauda steckt daher noch tiefer in den roten Zahlen als erwartet. Das Management rechnet mit einem Jahresverlust von etwa 90 Millionen Euro. Bisher hatte er unter 80 Millionen bleiben sollen.

Ryanair warf der Lufthansa vor, die Tickets ihrer Töchter in Deutschland und Österreich zu nicht kostendeckenden Preisen zu verschleudern. Die Airbus-Jets von Lauda seien zwar gut gefüllt, und die Zahl der Fluggäste werde voraussichtlich auf 6,5 Millionen steigen. Allerdings geht das auf Kosten der Ticketpreise. Diese lägen im Schnitt 15 Euro zu niedrig, schrieb Ryanair.

Der Preiskampf auf vielen Europastrecken liegt vor allem an einem Überangebot an Flügen. Allerdings dampft die Lufthansa-Billigtochter Eurowings ihren Flugplan ein und will auch ihre Flotte schrittweise auf 120 Airbus-Maschinen verkleinern. Wegen des Flugverbots für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max musste Ryanair zudem die eigenen Wachstumspläne eindampfen.

Noch keine 737 Max erhalten

Die irische Gesellschaft hat mehr als 450 herkömmliche Boeing 737 in der Flotte. Zudem hat sie 135 Exemplare der Neuauflage 737 Max bestellt, aber noch kein einziges Exemplar erhalten. Nach dem Absturz von zwei Flugzeugen des Typs bei Airlines in Indonesien und Äthiopien mit 346 Toten hatten Behörden in aller Welt ein Startverbot für den Typ verhängt. Ob und wann die Maschinen wieder abheben dürfen, ist offen.

O'Leary hält es inzwischen für denkbar, dass Ryanair bis Oktober nur fünf Exemplare der «Max» erhält, wie er dem Magazin «Wirtschaftswoche» sagte. Anfang Dezember hatte er noch mit zehn Maschinen bis zum Sommer gerechnet. Ursprünglich hätten es 58 sein sollen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die deutsche Reisewirtschaft hat im Sommer 2026 mehr Umsatz und Reisende verzeichnet als im Vorjahr. Während Mittelmeerziele und Kreuzfahrten zulegten, blieb das Fernreisegeschäft deutlich zurück.

Die Lufthansa steht vor dem Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft Tap. Die Regierung in Lissabon wählte den deutschen Luftfahrtkonzern als bevorzugten Partner für den Erwerb von 44,9 Prozent der staatlichen Airline aus, wie Ministerpräsident Luís Montenegro mitteilte.

Kultur ist für viele Deutsche Bestandteil des Urlaubs, aber nur selten der Hauptreisegrund. Eine Studie zeigt, welche kulturellen Angebote Reisende interessieren und welche Rolle das lokale Leben am Urlaubsort spielt.

Deutschland hat in den Sommermonaten 2026 mehr Übernachtungen ausländischer Gäste verzeichnet als im Vorjahr. Damit bestätige der Incoming-Tourismus seine Widerstandsfähigkeit in einem unsicheren Marktumfeld, zog die DZT nun Bilanz.

Ob ETA oder ESTA: Wer für die Einreise notwendige Dokumente online beantragt, sollte genau hinschauen. Wie Urlauber offizielle Seiten erkennen - und was man tun kann, wenn man hereingefallen ist.

Eine Auswertung von Fit Reisen vergleicht Instagram-Beiträge zu 403 zertifizierten Wanderwegen in Deutschland. Der Rothaarsteig führt das Ranking vor dem Moselsteig und dem Heidschnuckenweg an.

Ein Ehepaar verpasst wegen eines verspäteten Zugs seinen Flug. Nach einem Urteil steht fest: Es bleibt auf den Kosten für den Ersatzflug sitzen. Wieso entschied das Gericht so?

Airbnb führt in zehn europäischen Ländern einen sogenannten „Wetterschutz“ ein. Die Versicherung greift, wenn der Niederschlag am Standort der Unterkunft eine festgelegte Schwelle erreicht oder überschreitet.

Für den Wettbewerb „NaturMomente“ von Airbnb und dem Deutschen Tourismusverband sind 521 gültige Bewerbungen eingegangen, mehr als die Hälfte davon aus Ostdeutschland. Insgesamt steht eine Million Euro zur Unterstützung ländlicher Tourismusprojekte bereit.

Ryanair will ab April 2027 alle Bremen-Flüge einstellen und im Winter 2026 sein Sitzplatzangebot in Berlin halbieren. Insgesamt kündigt die Fluggesellschaft für Deutschland 700.000 Sitzplätze weniger als im Vorjahreswinter an.