Scharoun-Haus in Löbau - Übernachten im Architekturdenkmal

| Tourismus Tourismus

Die Stiftung Haus Schminke im ostsächsischen Löbau hat mit einem exklusiven Angebot den Nerv des Publikums getroffen. Die Möglichkeit, in dem von Hans Scharoun (1893 - 1972) entworfenen Bau der klassischen Moderne zu übernachten, werde ausgesprochen gut wahrgenommen, sagte Stiftungsmitarbeiterin Julia Bojaryn. Für 2026 sind bereits mehr als die Hälfte der verfügbaren Termine bis in den Herbst hinein reserviert. Die Chance, ein solches Architekturdenkmal zu nutzen, als wäre es das eigene Haus, «gibt es nicht oft». 

Der Löbauer Nudelfabrikant Fritz Schminke hatte das Haus für seine sechsköpfige Familie in Auftrag gegeben. Das Werk von Hans Scharoun aus dem Anfang der 1930er Jahre zählt zu den vier weltweit wichtigsten Wohnhäusern der klassischen Moderne - zusammen mit Haus Tugendhat von Mies van der Rohe im tschechischen Brno, Villa Savoye von Le Corbusier in Poissy bei Paris sowie Haus Fallingwater von Frank Lloyd Wright in Pennsylvania. «Wir freuen uns, in dieser Liga mitzuspielen», sagte Bojaryn. 

«Es schadet dem Haus nicht»

Nach Stiftungsangaben übernachten jährlich rund 500 Menschen im Haus Schminke, in den allermeisten Fällen für eine Nacht. Insgesamt zählte das «Museum zum Anfassen» 2025 rund 9000 Gäste, darunter zunehmend auch aus Tschechien und Polen. Ausgehend von der Lage im ländlichen Raum und in einer Stadt mit etwa 14 000 Einwohnern sei die Stiftung mit dieser Bilanz durchaus zufrieden. «10 000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr sind unser Ziel», sagte Bojaryn. 2019, als das 100-jährige Bestehen des Bauhauses gefeiert wurde, seien es sogar 13 000 gewesen. 

Seit rund 20 Jahren ermöglicht die Stiftung Übernachtungen in dem Wohnbauklassiker, einschließlich Benutzung der größtenteils im Original erhaltenen Frankfurter Küche. «Es schadet dem Haus nicht», betonte Bojaryn. Vielmehr betrachtet sie das Angebot als «wichtiges Instrument der Architekturvermittlung», weil Gäste dabei das einzigartige Wohngefühl in den gut durchdachten Räumen erleben können. Angesichts des respektvollen und sorgsamen Umgangs mit dem Haus seien die Erfahrungen «sehr positiv». (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Airbnb-Analyse zeigt, welche naturnahen Ziele in Deutschland im Sommer 2026 bei Reisenden besonders an Beliebtheit gewonnen haben. Dabei dominieren Regionen am Bodensee sowie Standorte an Nord- und Ostsee.

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Für Besucher ändert sich das jetzt - doch es gibt Ausnahmen.

Eine aktuelle Studie von Booking.com verdeutlicht Diskrepanzen zwischen dem Wunsch nach nachhaltigem Reisen und dem tatsächlichen Handeln der verschiedenen Generationen.

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz ist mit steigenden Gäste- und Übernachtungszahlen in das Jahr 2026 gestartet. Besonders die Regionen Rheinhessen, Mosel-Saar und Ahr legten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr zu.

Der Deutsche Reiseverband hat die Bewerbungsphase für den Umweltpreis Ecotrophea 2026 eröffnet. Im Mittelpunkt der diesjährigen Auszeichnung steht die Zusammenarbeit zwischen Tourismusunternehmen und lokalen Gemeinden.

Eine neue Umfrage belegt, dass 34 Prozent der Deutschen ihren Sommerurlaub aufgrund begrenzter Budgets einschränken oder ganz darauf verzichten müssen. Dabei spielt die laufende Kostenkontrolle für die Mehrheit der Reisenden eine entscheidende Rolle.

Fertitta Entertainment hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Caesars Entertainment geschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich laut Unternehmensangaben auf 17,6 Milliarden US-Dollar einschließlich übernommener Schulden.

Tourismusunternehmen rund um den Bodensee ziehen überwiegend eine positive Zwischenbilanz zum Saisonstart 2026. Vor allem Schifffahrt, Freizeitziele und Bergbahnen melden stabile oder steigende Besucherzahlen.

Die Engpässe bei der Kerosinversorgung durch die Straße von Hormus sollen für Passagiere in Deutschland ohne Folgen bleiben. Der Flug in den Urlaub sei garantiert, versichern verschiedene Anbieter.

Trotz Rekord-Übernachtungszahlen 2025 steckt die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen in einem Stimmungstief: Vor allem hohe Kosten für Energie und Lebensmittel sorgen viele Betriebe – doch es gibt Ausnahmen.