Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister hofft auf Boom des Inlands-Tourismus

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Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hofft auf einen schnellen Neustart des Tourismus nach Überwindung der Corona-Krise. «Ich glaube, dass wir für die nächsten Jahre vielleicht sogar einen Boom des Inlands-Tourismus und damit auch einen Boom bei uns im Land Schleswig-Holstein erleben können», sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur. Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen, hatte die Jamaika-Koalition Mitte März einen Tourismusstopp für Schleswig-Holstein bis zum 19. April verhängt.

«Sicherlich werden wir im Tourismus nicht wieder von Null auf Hundert aufdrehen können», sagte Buchholz. Dies werde davon abhängen, wann und wie größere Ansammlungen aus medizinischer Sicht wieder möglich sein werden. «Ich bin da aber auch nicht pessimistisch, sondern ich glaube, dass das für den Inlands-Tourismus sehr wohl eine sehr gute Wiederbelebung auch schon in diesem Jahr bedeuten kann.» Denn Auslandsreisen würden viele Menschen voraussichtlich erst später wieder antreten.

Unterdessen ist auch im Norden die Debatte über mögliche Lockerungen der rigorosen Einschränkungen des öffentlichen Lebens entbrannt. Ministerpräsident Daniel Günther bekundete die Hoffnung auf eine schrittweise Lockerung der Auflagen nach Ostern. «Wir beginnen also demnächst eine Phase, wo wir aller Voraussicht nach gewisse gesellschaftliche Dinge wieder ermöglichen», sagte er der Wochenzeitung «Die Zeit». Am Dienstag nach Ostern wollen die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel darüber beraten. «Wir müssen den Menschen eine klare Perspektive aufzeigen.»

Die Zahl der in Schleswig-Holstein gemeldeten Infektionen stieg auf 1735. Das waren bis Montagabend 57 Fälle mehr als nach der Meldung vom Vortag. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich zur letzten offiziellen Meldung von 20 auf 24.

Mit einem Fonds für den Mittelstand in Höhe von 300 Millionen Euro will die Landesregierung Hoteliers und Restaurantbesitzern mit Darlehen helfen, die infolge der angeordneten Schließungen in Existenznot geraten sind. Es seien bereits mehr als 400 entsprechende Anträge von der Tourismusbranche gestellt worden, sagte Buchholz. «Davon waren bis Dienstag schon 250 bewilligt, mit einem Gesamtvolumen von mehr als 38 Millionen Euro.» Zusätzlich könnten die Betriebe Zuschüsse von bis zu 30 000 Euro beantragen.

Die Tourismusbranche sei von der Krise besonders stark betroffen, weil sich deren Umsätze nicht nachholen ließen, sagte Buchholz. «Sicherlich ist das der größte Einschnitt seit dem Krieg, den der Tourismus in Schleswig-Holstein erlebt hat.» Wann genau die Hotels und Gaststätten wieder öffnen können, sei noch nicht vorhersagbar. «Aber jetzt bereits die gesamte Sommersaison verloren zu geben, das würde ich für übertrieben halten.»


 

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