Schottland, Nordengland und fast die ganzen Niederlande Corona-Risikogebiete

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Die Bundesregierung hat ganz Schottland, Nordengland und fast die ganzen Niederlande zu Corona-Risikogebieten erklärt und warnt nun vor touristischen Reisen dorthin. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts (RKI) und die Reisehinweise des Auswärtigen Amts wurden am Freitag entsprechend aktualisiert.

In den Niederlanden kamen unter anderem vier Regionen an den Grenzen zu Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hinzu: Groningen, Drenthe, Gelderland und Overijssel. Limburg ist die einzige Grenzregion zu Deutschland, die noch nicht betroffen ist. Außerdem ist noch Zeeland an der Nordseeküste ausgenommen. Bisher waren erst drei von zwölf niederländischen Provinzen als Risikogebiete eingestuft.

In Großbritannien wurden mit Wales und Nordirland bereits am Mittwoch die ersten Regionen auf die Risikoliste des RKI gesetzt. Am Freitag kamen Schottland und die drei nordenglischen Regionen North West, North East und Yorkshire and the Humbers hinzu.

Die Ausweisung zum Risikogebiet und die damit verbundenen Reisewarnungen bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für den Urlauber: Er kann eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn sein Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen sich testen lassen und in Quarantäne, bis das Ergebnis da ist.

Es gab aber auch eine gute Nachricht: Für zwei Gebiete in Österreich wurde die Einstufung als Risikogebiet nach Protesten der Einwohner wieder aufgehoben: für das Kleinwalsertal in Vorarlberg und die Gemeinde Jungholz in Tirol. Die beiden Exklaven, die nur von Bayern aus erreichbar sind, meldeten in den vergangenen Tagen keine einzige neue Corona-Infektion. Eine Online-Petition mit mehr als 10 500 Unterstützern hatte deshalb Ausnahmeregeln gefordert - mit Erfolg.

Die Entscheidung der Bundesregierung ist ein Novum. Bisher wurden nur ganze Bundesländer oder Provinzen bewertet. Für einzelne Gemeinden oder Täler wurde bisher keine Ausnahme gemacht. Der Bürgermeister von Mittelberg im Kleinwalsertal, Andi Haid, hatte noch kurz vor der Verkündung der Entscheidung gesagt, dem Gebiet drohe mit seiner Abhängigkeit vom Tourismus bei einer länger andauernden Reisewarnung ein «wirtschaftlicher Totalschaden». Die Reisewirtschaft fordert auch für andere Regionen eine differenziertere Bewertung.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das gilt derzeit für 123 Länder ganz und für 15 teilweise. Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen, Quarantäneregeln oder eine Ausreisesperre in die EU. Zu dieser Staatengruppe gehört beispielsweise das beliebte Winterurlaubsland Thailand, wo es kaum Corona-Infektionen gibt, aber ausländische Touristen draußen bleiben müssen.

Unter dem Strich bleiben nur noch zwölf Länder übrig, für die weder vor Reisen gewarnt noch von ihnen abgeraten wird: Italien, Griechenland, Zypern, Malta, Polen, Schweden, Slowakei, Georgien, Liechtenstein, San Marino, Monaco und der Vatikan. (dpa)


 

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