Tausende Urlauber und Corona - wie die Inseln gewappnet sind

| Tourismus Tourismus

Rigide haben die Verantwortlichen bei den Ostfriesischen Inseln zu Beginn der Corona-Pandemie reagiert und diese lange komplett für Touristen gesperrt - in der Sommerferienzeit bleiben die Inseln aber für Gäste offen. Im Landkreis Wittmund würden derzeit aufgrund der anhaltend niedrigen Zahlen und nicht vorhandenen Neuinfektionen keine Betretungsverbote für Langeoog und Spiekeroog diskutiert, teilte ein Kreissprecher mit. Das gleiche ist bei den zuständigen Landkreisen über Borkum, Juist, Norderney, Baltrum und Wangerooge zu hören - man behalte die Lage aber genau im Blick.

Zahlreiche Urlauber reisen auch diesen Sommer auf die Inseln. Auf Wangerooge sind die Unterkünfte nach Angaben der Kurverwaltung komplett ausgebucht, auf Norderney zählte die Tourismusverwaltung vergangene Woche rund 27 000 Übernachtungsgäste an einem Tag - fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Doch was passiert mit einem Urlauber, falls der plötzlich positiv getestet wird und in Quarantäne muss? Möglich seien Verbleib ebenso wie Abreise. «Das hängt davon ab, wie das Heimatgesundheitsamt jeweils entscheidet», teilte Annika Smit, Sprecherin des Landkreises Leer, für Borkum mit. Ein Kriterium sei, ob der Gast mit eigenem Wagen angereist sei.

Bleibt er, müsse die Versorgung dem Landkreis Aurich zufolge individuell etwa durch das Hotel oder einen Freiwilligendienst sichergestellt werden. Die Kosten trage der Betroffene. Im Landkreis Wittmund wird die Entscheidung bleiben oder abreisen laut Sprecher in Absprache zwischen dem hiesigen und dem heimatlichen Gesundheitsamt getroffen. Von Vermietern würden Kapazitäten für Insel-Quarantäne freigehalten. Die Kosten für den Heimtransport müssten die Urlauber selbst tragen. Als Transportmittel für Infizierte von den Inseln komme neben Fähren oder privaten Anbietern für Überfahrten auch ein Infektionshubschrauber in Betracht.

Dieser steht in Emden bereit für Corona-Patienten, die keine akute medizinische Hilfe brauchen. «Es gibt eine Trennwand zwischen Cockpit und Kabine, damit Piloten nicht im Vollschutz fliegen müssen», erklärte der Geschäftsführer von Northern Helicopter, Christian Müller-Ramcke. «Nach einem Einsatz können wir die Maschine desinfizieren und Einwirkzeiten einhalten.»

Auch die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die bei dringenden Fällen mitunter im Rahmen der Amtshilfe einspringt, wäre gerüstet. Die Schiffe seien grundsätzlich darauf eingestellt, dass infektiöse Patienten aufgenommen werden können, erklärte DGzRS-Sprecherin Antke Reemts. Corona-Tests wurden von den Seenotrettern schon von Norderney ans Festland gefahren. «Es ist auch vorgekommen, dass wir jemanden transportiert haben, wo es einen Corona-Verdacht gab.» (dpa)

Zurück

Vielleicht auch interessant

Hilton hat seinen Trends Report 2027 veröffentlicht. Die Untersuchung beschreibt, wie sich das Reiseverhalten deutscher Urlauber im kommenden Jahr verändern könnte. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität, Erholung, persönliche Entwicklung und Vertrauen.

Dass München für Deutschland ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele geht, hat im Freistaat eine Welle der Euphorie ausgelöst. Auch das Gastgewerbe begrüßte die Entscheidung als starkes Signal für die Landeshauptstadt und den Freistaat.

Die Deutschen planen für diesen Herbst weniger Urlaubsreisen als vor einem Jahr. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Urlaubsplanungsindex des Deutschen Instituts für Tourismusforschung in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband.

Royal Caribbean Group hat eine Vereinbarung über eine 50-prozentige Beteiligung an Sandals und Beaches Resorts unterzeichnet. Der Abschluss der rund drei Milliarden US-Dollar teuren Transaktion wird für Anfang 2027 erwartet.

Das im Mai eröffnete temporäre Erlebnis-Dorf des Erdbeer-Unternehmens Karls in Wernigerode im Harz soll 2027 in die Verlängerung gehen. Zunächst wird es aber nach den Herbstferien Anfang November schließen.

Lonely Planet zählt Dessau zu seinen Reisezielen für 2027. Autor Anthony Ham stellt das Bauhaus und dessen Einfluss auf die Alltagsarchitektur in den Mittelpunkt.

Die Aktien mehrerer Reiseplattformen haben nach dem Start von Metas KI-Assistent Muse nachgegeben. Analysten befassen sich mit möglichen Folgen für das Geschäft mit Reisebuchungen.

Eine aktuelle Studie der Deutschen Zentrale für Tourismus bestätigt die Bedeutung der Vereinigten Staaten als wichtigsten Überseemarkt für den deutschen Tourismus. Trotz gestiegener Kostensensibilität bleiben die Ankünfte stabil auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Ferienparkkette Center Parcs prüft die Errichtung eines großen Ferienparks im Lausitzer Seenland. Das Projekt auf Brandenburger Seite solle zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See auf rund 90 Hektar Fläche 500 bis 700 Ferienhäuser umfassen.

Tui spürt weiterhin die Folgen des Iran-Kriegs, viele Menschen buchen ihren Urlaub zudem später. Doch es gibt auch Lichtblicke. Was erwartet Europas größter Reisekonzern für die Wintersaison?