Thomas-Cook-Pleite beschert Alltours Wachstumsschub

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Die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook beschert dem Konkurrenten Alltours einen kräftigen Wachstumsschub. Der Düsseldorfer Reiseveranstalter rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2019/2020 erstmals mit mehr als zwei Millionen Gästen. Das bedeute ein Plus von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, berichtete Alltours-Inhaber Willi Verhuven am Dienstag in Düsseldorf. Gut drei Viertel des Zuwachses seien auf die Pleite von Thomas Cook zurückzuführen. Die Preise für die Kunden sollen Verhuven zufolge dennoch im Großen und Ganzen stabil bleiben.

Derzeit lägen die Buchungen für die Winter- und die kommende Sommersaison zweistellig über dem Vorjahr, betonte Verhufen. Bei Ägypten- und Türkeireisen, sowie bei Fernreisen nach Thailand, Indonesien oder auf die Malediven überträfen die Buchungen das Vorjahresniveau sogar um 50 Prozent und mehr.

Alltours habe bereits in den Monaten vor der Pleite von den Turbulenzen bei Thomas Cook profitiert, berichtete Verhuven. Denn angesichts der Probleme des Rivalen hätten viele Hotels, die zuvor für das Unternehmen verschlossen gewesen seien, ihre Haltung überdacht und ihr Tore auch für Alltours-Gäste geöffnet. Die Zahl der angebotenen Hotels erhöhte sich im Sommerkatalog 2020 um 30 Prozent auf über 20 000.

Der Alltours-Besitzer rechnet allerdings damit, dass die Marktanteile des ausgeschiedenen Reiseriesen schnell verteilt sind. «Wir wachsen in diesem Jahr um 20 Prozent, und danach wird sich der Markt wieder einpendeln und wir wachsen normal weiter», prognostizierte er. Dass die Pleite langfristig negative Auswirkungen auf das Pauschalreise-Geschäft hat, glaubt er nicht. «Ich kann die Enttäuschung der Leute verstehen, die sich auf ihren Urlaub gefreut und ihn dann nicht bekommen haben», sagte er. «Aber die Menschen vergessen ja schnell. Ich denke, dass es dauerhaft keine Auswirkungen gibt.»

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