Tipps für die Buchung des Sommerurlaubs

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Die Sommerurlaubsplanung ist eine willkommene Abwechslung in den oft grauen und kalten Wintertagen. Wären da nur nicht Inflation und hohe Energiepreise, die das Leben teurer gemacht haben und bei vielen eine Delle ins Reisebudget schlagen. Dieselben Faktoren sorgen auch noch dafür, dass die Preise für Hotels und Flüge mitunter deutlich anziehen.

«Teilweise drastisch teurer» werden Pauschalreisen für die Sommerferien 2023, schrieb das Reisebuchungs- und Bewertungsportal Holidaycheck Mitte Dezember in einer Frühbucher-Preisanalyse auf Basis eigener Daten für beliebte Reiseziele.

Demnach kostete eine einwöchige Pauschalreise für zwei Erwachsene und zwei schulpflichtige Kinder an der türkischen Riviera im Schnitt 3488 Euro - das sei ein Plus von 45 Prozent zu 2019. Für Mittelmeerziele von Mallorca bis Griechenland, für die Kanaren und Ägypten lag die Durchschnittspreisspanne zwischen rund 3200 und 4000 Euro.

Einhelliger Rat: Lieber Frühbucher als Last-Minute

Auch die großen deutschen Reiseveranstalter rechnen in Richtung Sommer eher mit an steigenden Preisen und raten fast einhellig: Wer sparen will, sollte Frühbucherangebote nutzen, statt auf Last-Minute zu hoffen. Karolina Wojtal sieht es ähnlich: «Last-Minute ist fast tot», sagt die Expertin vom Europäischen Verbraucherzentrum.

Frühbucherrabatte gibt es noch zuhauf. Denn es bringt den Veranstaltern eine gewisse Planungssicherheit, wenn möglichst viele Reisende möglichst früh buchen. Wie viel Ersparnis ist dadurch für Urlauber drin? Wir haben bei den Veranstaltern nachgefragt:

Tui Deutschland: In der Regel seien die meisten Schnäppchen für den Oster-, Sommer- oder Herbsturlaub von November bis Ende Januar oder Februar zu entdecken, teilt der größte deutsche Veranstalter mit. «Hier sind Preisnachlässe von 40 Prozent möglich.»

FTI: Mit Frühbucherrabatten sind in der Spitze bis zu 55 Prozent Rabatt auf den Hotelpreis möglich, teilt der Münchner Anbieter mit. Der spätmöglichste Buchungszeitpunkt wäre der 31. März 2023. Wer sich bis dahin für eines der Frühbucherangebote entscheidet, könne im Zeitraum zwischen Mai und Oktober vergünstigt reisen.

DER Touristik: Bei Dertour und den Schwestermarken ITS und Meiers Weltreisen sind die Rabatte ebenfalls nach Stichtagen gestaffelt. Die höchsten Erlasse auf den Hotelpreis gab es bis Ende Dezember. Das ist nun vorbei. Weitere Stichtermine sind Ende Januar und Ende März. Es gebe auch «rollende Varianten» von Ermäßigungen - je nachdem, wie früh man vor Reisebeginn bucht. Wer sich 90 Tage vorher festlegt, kann mehr sparen als bei 30 Tagen Vorlauf.

Schauinsland-Reisen: Für die Sommersaison von Mai bis Oktober 2023 gebe es höhere Rabatte häufig bei Buchungen bis 31. Januar. Aber auch wer sich bis Ende März entscheidet, könne teilweise noch eine Menge Geld sparen, teilt das Unternehmen aus Duisburg mit. Die Höhe der Rabatte variiere je nach Region und Hotel. Für die Balearen etwa seien Ersparnisse bis zu 30 Prozent auf den Hotelpreis drin.

Alltours: Der Veranstalter aus Düsseldorf bietet Frühbucherrabatte von bis zu 35 Prozent. Vorteil hier: Bei Alltours ist die Stornierung oder Umbuchung eines Urlaubs bis 14 Tage vor Abreise ohne Aufpreis möglich. Bei den meisten Anbietern kosten die Flex-Tarife extra.

Anex Tour: Die Reisemarken des Unternehmens - Bucher Reisen, Öger Tours, Neckermann Reisen und Anex Tour - gewähren bei Buchungen bis 31. Januar bis zu 50 Prozent Rabatt auf den Hotelpreis. Bei Buchungen bis Ende März seien bis zu 35 Prozent drin. Die Angaben gelten für die gesamte Sommersaison von Anfang April bis Ende Oktober.

Weniger Unsicherheiten durch Option zum Stornieren?

So attraktiv die Rabatte sind: Frühbuchen heißt, sich früh festzulegen. Doch wer weiß schon, was in der langen Zeit bis zum Start in den Urlaub noch alles passiert?

Die Pandemie hat die Menschen vorsichtig und vor allem bei langfristigen Buchungen zurückhaltend werden lassen. Auch deshalb führten die Veranstalter Flex-Tarife ein. Die kosten in aller Regel einen Aufpreis, dafür haben Reisende dann aber die Option, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt die Reise ohne Angabe von Gründen kostenfrei zu stornieren oder umzubuchen.

Und so argumentieren die Veranstalter nun: Bucht doch früh, holt euch damit die günstigeren Preise und sichert euch mit dem Flex-Tarif gegen Unwägbarkeiten ab. Geht diese Rechnung auf?

Aus Sicht von Verbraucherschützerin Karolina Wojtal können die Flex-Tarife besonders für Frühbucher eine gute Option sein. «Den Aufpreis dafür muss man natürlich einkalkulieren. Aber man kann ja die Einsparung durch den Frühbucherrabatt ein Stück weit in den Flex-Tarif investieren, um sich Unsicherheiten zu nehmen.»

Das Problem mit der Flex-Lücke

Doch auch wenn sie die Einführung dieser Tarife für Reisende als Verbesserung sieht: Mit deren Befristungen tue sie sich schwer, sagt Wojtal. Teils erlauben die Tarife die kostenlose Stornierung nur bis zwei Wochen vor Reisebeginn, teils sind die Fristen noch länger.

Stößt man nach der Buchung auf ein attraktiveres Reiseangebot oder stellt man beim Herannahen des Urlaubs fest, dass die finanziellen Reserven doch nicht mehr reichen und man das Geld anderweitig braucht, dann mögen diese Zeiträume ausreichen.

Aber, sagt Wojtal: «Das Leben meldet sich oft erst kurzfristig.» Sie verweist auf Zahlen der Versicherungsbranche, wonach Reisen oft erst sieben Tage vorher oder noch kurzfristiger storniert werden.

Die «Lücke» zwischen Ablauffrist der Flex-Tarife und Reisebeginn lässt sich mit einer Reiserücktrittsversicherung zumindest teilweise schließen. Die springt ein, wenn etwa aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls der Urlaub kurzfristig ins Wasser fällt und trägt die dann anfallenden Stornogebühren. Gerade wenn man mit Kindern reist oder der Urlaub sehr viel Geld kostet, sollte man über so eine Versicherung nachdenken, sagt Wojtal.

Doch auch alle anderen Urlauber sollten sich Gedanken machen, ob und wie sie eine gebuchte Reise absichern, so die Verbraucherschützerin. «Die Unbeschwertheit ist noch nicht zurück. Wir sehen, wie schnell sich Situationen immer noch ändern können.» Deshalb rät sie: immer noch sehenden Auges reisen. (dpa)


 

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