Touristiker an der Küste wünschen sich Rückkehr der Tagesgäste

| Tourismus Tourismus

In der Tourismusbranche wird der Ruf nach weiteren Lockerungen von Beschränkungen lauter. Insbesondere die Aufhebung des Einreiseverbots für Tagestouristen werde vielfach artikuliert, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf, der Deutschen Presse-Agentur. Zwar habe das Verbot von Tagestouristen dazu beigetragen, überfüllte Orte oder Strände im Nordosten in diesem Sommer zu verhindern und so die Infektionsgefahr zu verkleinern. Im Ortsbild vieler Kommunen, in Geschäften und in der Gastronomie sei deren Fehlen aber deutlich zu bemerken, gerade da, wo das Kennenlernen einer Stadt mit Einkaufen und Einkehren verbunden sei.

Der Geschäftsführer des Handelsverbandes Nord in Rostock, Kay-Uwe Teetz, schloss sich der Forderung an. Die Händler, die in den vergangenen Monaten durch die Corona-Krise schon schwer in Mitleidenschaft gezogen worden seien, spürten das Fehlen der Tagesgäste deutlich. Eine Aufhebung wäre aus seiner Sicht ein weiterer Schritt in die Normalität.

Schätzungen zufolge kamen in den Hochsaisons der vergangenen Jahre zwischen 100 000 und 150 000 Tagesgäste pro Tag aus anderen Bundesländern meist in die touristischen Zentren des Landes. Bei etwa 30 Euro Ausgaben pro Tag und Gast sei so mit Einnahmeausfällen im Bereich von drei bis fünf Millionen Euro täglich zu kalkulieren.

Vor dem nächsten Zusammentreffen des Kabinetts am 4. August, bei dem es um weitere Lockerungen geht, würden in der Branche verschiedene Vorschläge diskutiert, sagte Woitendorf. Diese reichten von einem vollkommenen Wegfall der Beschränkungen bis hin zu differenzierten Lösungen. So könnten Tagesausflüge zunächst beispielsweise auf Menschen aus benachbarten Bundesländern beschränkt werden. «Solch differenzierte Lösungen könnten einen guten Wiedereinstieg bedeuten.» Wenn es nicht gut gehe, müssten einzelne Maßnahmen auch wieder zurückgedreht werden. «Die Aufgabe liegt im Managen der Situation.»

Tagesgäste seien keine graue anonyme Masse. Sie kämen in Bereiche, wo die Kontakte erfasst werden. Beispiele dafür seien Gaststätten. Auch in Museen oder Freizeitparks könnten sie ihre Daten hinterlassen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Für Besucher ändert sich das jetzt - doch es gibt Ausnahmen.

Eine aktuelle Studie von Booking.com verdeutlicht Diskrepanzen zwischen dem Wunsch nach nachhaltigem Reisen und dem tatsächlichen Handeln der verschiedenen Generationen.

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz ist mit steigenden Gäste- und Übernachtungszahlen in das Jahr 2026 gestartet. Besonders die Regionen Rheinhessen, Mosel-Saar und Ahr legten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr zu.

Der Deutsche Reiseverband hat die Bewerbungsphase für den Umweltpreis Ecotrophea 2026 eröffnet. Im Mittelpunkt der diesjährigen Auszeichnung steht die Zusammenarbeit zwischen Tourismusunternehmen und lokalen Gemeinden.

Eine neue Umfrage belegt, dass 34 Prozent der Deutschen ihren Sommerurlaub aufgrund begrenzter Budgets einschränken oder ganz darauf verzichten müssen. Dabei spielt die laufende Kostenkontrolle für die Mehrheit der Reisenden eine entscheidende Rolle.

Fertitta Entertainment hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Caesars Entertainment geschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich laut Unternehmensangaben auf 17,6 Milliarden US-Dollar einschließlich übernommener Schulden.

Tourismusunternehmen rund um den Bodensee ziehen überwiegend eine positive Zwischenbilanz zum Saisonstart 2026. Vor allem Schifffahrt, Freizeitziele und Bergbahnen melden stabile oder steigende Besucherzahlen.

Die Engpässe bei der Kerosinversorgung durch die Straße von Hormus sollen für Passagiere in Deutschland ohne Folgen bleiben. Der Flug in den Urlaub sei garantiert, versichern verschiedene Anbieter.

Trotz Rekord-Übernachtungszahlen 2025 steckt die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen in einem Stimmungstief: Vor allem hohe Kosten für Energie und Lebensmittel sorgen viele Betriebe – doch es gibt Ausnahmen.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 83 Prozent der Briten Interesse an Reisen zu literarischen Schauplätzen oder Filmdrehorten haben. Dabei spielen besonders die Identifikation mit Charakteren und die visuelle Präsenz in Medien eine Rolle für die Reiseentscheidung.