Umbuchungen wegen Iran-Krieg: Was Reisende wissen müssen

| Tourismus Tourismus

Der Iran-Krieg hat viele Reisepläne durchkreuzt. Der geplante Urlaub in einem Land in der betroffenen Region im Nahen Osten, in die Vereinigten Arabischen Emirate oder nach Jordanien zum Beispiel? Gerade undenkbar, das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin.

Reiseveranstalter reagieren auf die Lage – allerdings in Etappen: Geplante Reisen in die Region werden teils nur mit einer Woche Vorlauf abgesagt. Dann besteht die Wahl zwischen einer Erstattung des Reisepreises und einer kostenlosen Umbuchung auf ein anderes Ziel.

Bei Umbuchungen gilt: «Die Länge der Reise und der angebotene Hotelstandard müssen gleichwertig sein», sagt die Reiserechtsexpertin Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum. «Ich muss nichts annehmen, das minderwertiger ist als ursprünglich gebucht.» 

Das gilt auch bei Fernreisen in andere Ziele wie die Malediven oder die Seychellen, bei denen Veranstalter aufgrund der Einschränkungen an den Flughafen-Drehkreuzen im Nahen Osten oft umplanen müssen.

Wenn zunächst nur eine Umbuchung angeboten wird

Ist die Reise erst in einigen Wochen geplant, etwa rund um Ostern, wird oft zunächst nur eine Umbuchung angeboten. Dann muss man überlegen: Nimmt man das Angebot an, oder wartet man lieber ab und spekuliert darauf, dass die Reise ganz abgesagt wird? 

In dem Fall muss man sich bewusst sein: Die Entscheidung zur Reiseabsage erfolgt je nach Veranstalter mitunter erst wenige Tage vorher. Wojtal rät, in diesem Fall Kontakt mit dem Veranstalter aufzunehmen und zu fragen, an welchem Zeitpunkt über Reiseabsagen entschieden wird.

«Vielleicht ist das absehbar, weil der Veranstalter hier nach einem gewissen Rhythmus vorgeht», so Wojtal. Dann kann man überlegen, ob die Umbuchung infrage kommt oder man auf eine Reiseabsage und damit die Erstattung des Preises spekuliert.

Geplante Reise selbst absagen? Das kann teuer werden

Bei Buchungen für Reisen in einigen Monaten gibt es oft noch keine Umbuchungsangebote. Was heißt das für Betroffene?

Vorschnell auf eigene Faust selbst stornieren, davon würde Karolina Wojtal abraten. Das kann empfindliche Stornierungsgebühren nach sich ziehen, falls eine Reise zum gebuchten Zeitpunkt doch sicher durchführbar wäre. Wer für eine Reiseabsage fast den gesamten Preis als Gebühr bezahlen müsste, wartet also im Zweifel lieber ab.

Denn rechtlich betrachtet gilt: Um als Urlauber kostenfrei vom Pauschalreisevertrag zurücktreten zu können, muss es bereits zum Zeitpunkt der Rücktrittserklärung überwiegend wahrscheinlich sein, dass die Reise nicht wie geplant angetreten werden kann, heißt es von der Verbraucherzentrale Hessen. Wie die Situation in vier Wochen oder in vier Monaten aussieht? Darüber kann man aktuell in der Dynamik der Lage nur spekulieren.

Reisevertrag prüfen: Was kostet die Stornierung?

Hat man jedoch für den Sommer eine Reise nach Dubai oder in den Oman gebucht und fühlt sich einfach unwohl bei dem Gedanken, in die Region zu reisen, sollte man in jedem Fall prüfen, ob der Rücktritt vom Reisevertrag zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht noch kostenfrei oder zu geringen Gebühren möglich ist. Und dann eine Entscheidung treffen.

Im Vorteil ist, wer mit einem Flex-Tarif gebucht hat, den es bei vielen Reiseveranstaltern als Zusatzoption bei der Pauschalreise-Buchung gibt - in der Regel gegen einen Aufpreis: Der Tarif ermöglicht dann eine Reiseabsage oder Umbuchung ohne Angabe von Gründen bis zu einem gewissen Datum vor Abreise. Oft beträgt die Frist eine, zwei oder vier Wochen vorher.

Und was ist mit Individualreisen?

Wer keine Pauschalreise, sondern Flüge und Hotels individuell gebucht hat, ist im Zweifel auf ein Entgegenkommen seiner Vertragspartner angewiesen, sofern eine kostenfreie oder günstige Stornierung nicht vertraglich vereinbart sei, erklärt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. 

Streicht allerdings die Airline den geplanten Flug oder kann diesen nicht durchführen, müsse der Flugpreis erstattet werden. Gleiches gelte, wenn ein Hotel wegen der Situation vor Ort gar nicht erreicht werden könne. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen geht in die vierte Runde. Ab sofort können sich Tourismusorganisationen aus Orten, Regionen und Städten in ganz Deutschland bewerben, die an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Destinationsentwicklung arbeiten.

Hilton hat seinen Trends Report 2027 veröffentlicht. Die Untersuchung beschreibt, wie sich das Reiseverhalten deutscher Urlauber im kommenden Jahr verändern könnte. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität, Erholung, persönliche Entwicklung und Vertrauen.

Dass München für Deutschland ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele geht, hat im Freistaat eine Welle der Euphorie ausgelöst. Auch das Gastgewerbe begrüßte die Entscheidung als starkes Signal für die Landeshauptstadt und den Freistaat.

Die Deutschen planen für diesen Herbst weniger Urlaubsreisen als vor einem Jahr. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Urlaubsplanungsindex des Deutschen Instituts für Tourismusforschung in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband.

Royal Caribbean Group hat eine Vereinbarung über eine 50-prozentige Beteiligung an Sandals und Beaches Resorts unterzeichnet. Der Abschluss der rund drei Milliarden US-Dollar teuren Transaktion wird für Anfang 2027 erwartet.

Das im Mai eröffnete temporäre Erlebnis-Dorf des Erdbeer-Unternehmens Karls in Wernigerode im Harz soll 2027 in die Verlängerung gehen. Zunächst wird es aber nach den Herbstferien Anfang November schließen.

Lonely Planet zählt Dessau zu seinen Reisezielen für 2027. Autor Anthony Ham stellt das Bauhaus und dessen Einfluss auf die Alltagsarchitektur in den Mittelpunkt.

Die Aktien mehrerer Reiseplattformen haben nach dem Start von Metas KI-Assistent Muse nachgegeben. Analysten befassen sich mit möglichen Folgen für das Geschäft mit Reisebuchungen.

Eine aktuelle Studie der Deutschen Zentrale für Tourismus bestätigt die Bedeutung der Vereinigten Staaten als wichtigsten Überseemarkt für den deutschen Tourismus. Trotz gestiegener Kostensensibilität bleiben die Ankünfte stabil auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Ferienparkkette Center Parcs prüft die Errichtung eines großen Ferienparks im Lausitzer Seenland. Das Projekt auf Brandenburger Seite solle zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See auf rund 90 Hektar Fläche 500 bis 700 Ferienhäuser umfassen.