Urlaubsregionen in Niedersachsen ziehen gemischte Zwischenbilanz

| Tourismus Tourismus

Nach gut der Hälfte der Sommerferien in Niedersachsen und Bremen ziehen die Urlaubsregionen eine gemischte Zwischenbilanz und hoffen vor allem auf besseres Ausflugswetter. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Tourismusgesellschaften hervor. Demnach profitieren die Ferienregionen Harz, Heide und Küste zwar teils von einem hohen Anteil an Stammgästen, die ihre Sommerurlaube langfristig planen - bei Tagesausflüglern und Spontanreisenden gibt es etwa wegen des wechselhaften Juli-Wetters aber noch Luft nach oben. 

«Das durchwachsene Wetter in den letzten Wochen hat eher gebremst, insbesondere auch bei den Tagesgästen, da und dort stellt man aber aktuell eine verstärkte Nachfrage für die zweite Sommerhälfte fest», teilte eine Sprecherin der Tourismus-Agentur Nordsee auf Anfrage mit. Der Blick der Tourismusgebiete richtet sich deshalb nach vorn. 

Die Sommerferien in Niedersachsen und Bremen dauern noch bis zum 13. August. Baden-Württemberg und Bayern starten erst diese Woche in die Sommerferien - diese enden dann erst Mitte September.

Buchungszahlen im Harz ausbaufähig 

In der Mittelgebirgsregion sind die Buchungszahlen noch ausbaufähig, sagt eine Tourismussprecherin. Aber: «Die Gastgeber sind nicht unzufrieden.» Zwar würden sich Tagesausflügler, die Natur erleben wollen, vor allem am Wetter orientieren. Der Harz biete aber auch vielfältige touristische Angebote im Indoor-Bereich. Wetterumschwünge könne die Region also «ganz gut verkraften und den Gästen trotzdem Abwechslung bieten», so die Sprecherin.

Für Zuversicht sorgt die zweite Hälfte der Sommerferien. Einerseits setzten die Gastgeber auf bisher vorhergesagtes stabileres Wetter im August. Zum anderen beginnen in den für den Harz wichtigen Bundesländern Berlin, Brandenburg und Hamburg die Ferien erst. «Auch die Sommerferien in den Niederlanden gehen noch bis Ende August», sagt die Sprecherin. «Dänen und Niederländer machen den Großteil ausländischer Gäste im Harz aus.» Vor allem Dänen seien in diesem Jahr sehr präsent im Harz, sagt auch Eva Ronkainen-Kolb, die unter anderem die Baumschwebebahn in Bad Harzburg betreibt.

Wetterfeste Heide-Touristen - Ausgebucht zur Heideblüte

In der Heide gelten die Urlauber als wetterfest. «Selbst die Wohnmobilbesitzer reisen bei Regen nicht ab, sie ziehen sich eine Jacke an», berichtet der Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, Ulrich von dem Bruch. Bei schlechtem Wetter eigneten sich die diversen Freizeitparks für einen Familienbesuch. Mehr als 90 Prozent der Betten seien gebucht, wobei es erstmals extrem viele kurzfristige Reservierungen für Juli und August gegeben habe.

Bruchs Vermutung: Weil viele Pauschalreisen in den Süden teurer geworden sind, weichen etliche Familien im Sommer auf Kurzreisen im Inland aus. Ende Juli soll es mit Beginn der früh prognostizierten Heideblüte voll werden, bis Ende der Herbstferien Ende Oktober seien die Gastgeber verplant. Auch Tagesgäste werden erst zur Heideblüte erwartet. 

Städte profitieren an der Küste von Schmuddelwetter

An der Küste gibt es trotz des durchwachsenen Wetters auch einen Gewinner: Dort ziehe es viele Urlauberinnen und Urlauber statt an den Nordseestrand in die Städte, teilt die Sprecherin der Tourismus-Agentur Nordsee mit. «Die Sommerferien an der niedersächsischen Nordseeküste und auf den Inseln verlaufen bislang weitgehend stabil.» Viele Tourismusbetriebe zeigten sich insgesamt mit der Buchungslage zufrieden, auch wenn spontane Buchungen und Tagesgäste mancherorts hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

Freie Unterkünfte gibt es der Marketinggesellschaft zufolge nur noch wenig. Von Mitte Juli bis Mitte August seien die Ostfriesischen Inseln teils ausgebucht - die Auslastung liege dann vielerorts bei 100 Prozent. «Auch die Unterkünfte an der Küste und im Binnenland - insbesondere die online buchbaren - sind sehr gut gebucht, es gibt nur mehr wenig freie Kapazitäten», teilt die Sprecherin mit. Es gebe aber auch noch einige Buchungslücken für Urlauber, die spontan an die Küste reisen möchten - allerdings seien diese teils sehr hochpreisig.

Mit dem Ferienstart der süddeutschen Bundesländer erwartet die Küste einen weiteren Urlauberschwung. «Gäste aus Bayern und Baden-Württemberg sind in letzter Zeit eine wachsende Zielgruppe geworden und verlängern so die Hauptsaison», heißt es von der Tourismus-Agentur Nordsee. Diese Gästegruppe sei konsumfreudiger und besuche häufiger Veranstaltungen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Erneut sind Mallorquiner gegen den Massentourismus auf die Straße gegangen. Nur zwei Wochen nach der großen Kundgebung in Palma gegen den aus Sicht vieler Insulaner überbordenden Tourismus, fand die neue Demo nun in der Stadt Sóller statt.

Die Robinson Club GmbH registriert eine Veränderung beim Luxusverständnis deutscher Reisender. Demnach definieren viele Befragte Luxus im Urlaub primär über Zeit, Erholung sowie die Entlastung von alltäglichen Pflichten.

Die weltweiten Ausgaben für Geschäftsreisen steigen im Jahr 2026 voraussichtlich auf den Rekordwert von 1,56 Billionen Euro, während die Zahl der Reisen nur leicht zunimmt.

Ob Spirituosen, Korallenschmuck oder Designer-Kopien: Wer Souvenirs aus dem Urlaub mitbringen möchte, sollte wissen, was er tut. Sonst kann es bei der Einreise Probleme geben.

Der Deutsche Alpenverein meldet auf zahlreichen Berghütten in den Alpen akute Wasserknappheit. Auf einzelnen Hütten muss Trinkwasser bereits per Hubschrauber geliefert werden, während der Verband zu umfassenden Sparmaßnahmen aufruft.

Lufthansa kämpft mit teurem Kerosin und Streiks. Chef Spohr hält nun sogar einen Gewinnrückgang im Gesamtjahr für möglich und kündigt weiterhin hohe Ticketpreise an.

Bahnreisen blieben für Fahrgäste im Juli eine Geduldsprobe: Mit 52,6 Prozent war lediglich etwas mehr als die Hälfte der Fernzüge ohne größere Verzögerungen unterwegs. Im Vergleich zum Vormonat blieb die Quote damit unverändert.

Am Mittelmeer werden für Schirme und Liegen teils horrende Preise verlangt. An einigen Stränden Italiens gehen die Behörden neuerdings dagegen vor, auch wegen der EU. Aber die alten Kräfte wehren sich.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus lädt Ende September zu einem hochrangigen Fachtreffen mit US-Entscheidern an den Bodensee ein, um Trends im amerikanischen Reisemarkt zu analysieren.

Der Sächsische Weinwanderweg verbindet die Betriebe der zweitkleinsten deutschen Weinregion, die nach schwierigen Jahren zu DDR-Zeiten eine Renaissance feiert. Vor allem der Schaumwein startet durch.