Von 0 auf 12 Euro: Kölner Dom ab Juli kostenpflichtig

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Der Kölner Dom wird für Besucher ab Juli zwölf Euro Eintritt kosten. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms gedeckt werden, wie das Domkapitel mitteilte. Für Gottesdienstbesucher sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleibt der Dom demnach kostenfrei.

Ebenso gratis soll der Zugang zu Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen bleiben. Zudem soll der Dom jährlich an bestimmten Tagen kostenfrei für alle sein: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag im Januar, am 1. Mai (Tag der Arbeit) und am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie zur Dreikönigswallfahrt.

Beten wird nicht überprüft

Über den Nordeingang beim Hauptbahnhof können Menschen nach wie vor einen kleinen Bereich des Doms gratis zum Beten betreten. Über den westlichen Haupteingang müsse man das Ticket lösen. Ob Menschen am Nordeingang tatsächlich beten wollen, werde man nicht überprüfen, teilte das Domkapitel mit. Touristen machen Dompropst Guido Assmann zufolge etwa 99 Prozent der Dom-Besucher aus. 

Bislang war der große Innenraum des Doms stets kostenlos zugänglich, Eintritt wurde aber bereits für die Schatzkammer oder auch den Aufstieg zur Aussichtsplattform verlangt. Nun teilte das Domkapitel mit, dass seit 2019 sechs Jahre in Folge Minus gemacht worden sei. Über viele Jahre habe man das noch mit Rücklagen auffangen können. «Wir sind in die Situation gekommen, dass die Reserven des Kölner Doms auf absehbare Zeit aufgebraucht sind», erklärte Domrendant Clemens van de Ven.

Die Ankündigung einer Eintrittsgebühr Anfang März hatte in Köln eine heftige Debatte ausgelöst. Befürworter verweisen darauf, dass andere Kathedralen wie der Mailänder Dom oder die Londoner St. Paul's-Kathedrale ebenfalls Eintritt kosten. Das ist teils richtig. So kostet ein Erwachsenen-Ticket für die St. Paul's-Kathedrale in London 27 Pfund (31 Euro), für die Westminster Abbey gar 31 Pfund (35 Euro). Für ein Standardticket für die Sagrada Familia in der spanischen Metropole Barcelona muss man 26 Euro auf den Tisch legen.

Notre-Dame und Petersdom ohne Gebühr zugänglich

Es gibt allerdings auch prominente Gegenbeispiele. Der Besuch von Notre-Dame in Paris ist kostenlos, obwohl die Kathedrale nach dem verheerenden Feuer von 2019 für Hunderte Millionen Euro restauriert werden musste. Ebenso ist der Besuch des Petersdoms in Rom kostenlos. Gegner der neuen Gebühr in Köln befürchten, dass der Dom seine Funktion als für alle zugängliches Herz der Stadt einbüßen wird, wenn der Besuch nicht mehr kostenfrei ist. 

Die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die heute den Zentral-Dombau-Verein leitet, hatte vor der Bekanntgabe des Preises betont, es sei wichtig, dass der Eintritt unter zehn Euro bleibe. Nun sind es zwölf Euro. Der Zentral-Dombau-Verein sammelt seit 1842 Geld für den Dom, zunächst für dessen Fertigstellung und seit der Vollendung 1880 für die Instandhaltung. (dpa)


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