Weniger Deutsche planen Reise im Herbst

| Tourismus Tourismus

Die Deutschen planen für diesen Herbst weniger Urlaubsreisen als vor einem Jahr. Der Urlaubsplanungsindex (UPI) für die Monate September bis November 2026 erreicht einen Gesamtwert von 81 Punkten. Im Herbst 2025, der mit 100 Punkten die Referenzperiode des Index bildet, waren die Reiseabsichten höher. Auch der Anteil der Menschen, die mindestens eine Urlaubsreise planen, ist gesunken: 55 Prozent wollen in den kommenden drei Monaten verreisen, im Herbst 2025 waren es 61 Prozent. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Urlaubsplanungsindex des Deutschen Instituts für Tourismusforschung an der Fachhochschule Westküste in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband (DTV).

Weniger Menschen mit konkreten Reiseplänen

Dabei zeigen tiefergehende Auswertungen, dass die zurückhaltenderen Planungen als vor einem Jahr in allen soziodemografischen Gruppen zu finden sind.

Prof. Dr. Bernd Eisenstein, Direktor des Deutschen Instituts für Tourismusforschung: „Der relativ niedrige UPI-Wert für diesen Herbst ist als Ausdruck der allgemeinen Verunsicherung der Konsumenten und Konsumentinnen in Deutschland zu interpretieren. Das heißt allerdings nicht unbedingt, dass auf Urlaub verzichtet wird, sondern es wird vorsichtiger geplant und auch später entschieden. Zum einen ist der Sommerurlaub bei vielen noch in guter Erinnerung und zum anderen führen unterschiedliche Rahmenbedingungen – wie beispielsweise die Spritpreisentwicklung oder die gesamtwirtschaftliche Lage - zu Unsicherheiten. So wird eine abwartende Haltung gefördert, die Entscheidung für oder gegen eine Urlaubsreise im Herbst wird vertagt. Zudem gehen wir davon aus, dass Preisorientierung und die Suche nach stornierbaren und kurzfristigen Buchungsmöglichkeiten weiter zunehmen werden, um das empfundene Kaufrisiko zu mindern.“

Sonntagsöffnungen: Unterschiede zwischen Alltag und Urlaub

Ein Sonderthema der aktuellen Befragung ist die Bedeutung sonntags geöffneter Geschäfte. Die Ergebnisse zeigen leichte Unterschiede je nach Reisesituation. Auf einer Skala von 1 („überhaupt nicht wichtig“) bis 5 („sehr wichtig“) erreichen sonntags geöffnete Geschäfte im Deutschlandurlaub einen Mittelwert von 2,6. Am eigenen Wohnort liegt der Wert bei 2,3, bei Tagesausflügen bei 2,5. Bei Auslandsreisen ist die Bedeutung mit einem Mittelwert von 2,9 am höchsten.

Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV): „Die Ergebnisse zeigen, dass sonntags geöffnete Geschäfte im Urlaub etwas wichtiger sind als im Alltag zu Hause. Der Unterschied ist beim Urlaub in Deutschland zwar nicht sehr groß, dennoch sehen wir, dass Gäste auch sonntags Einkaufsmöglichkeiten nutzen möchten. Gerade in stark touristisch geprägten Orten können deshalb bedarfsgerechte Öffnungsmöglichkeiten sinnvoll sein. Touristische Sonderregelungen geben den Orten die notwendige Flexibilität, auf die Bedürfnisse ihrer Gäste einzugehen und gleichzeitig Wertschöpfung vor Ort zu ermöglichen. Dafür brauchen die Destinationen verlässliche und praxistaugliche rechtliche Rahmenbedingungen.“

Über den Urlaubsplanungsindex

Der Urlaubsplanungsindex misst die kurzfristigen Urlaubsreiseabsichten der Deutschen für die jeweils kommenden drei Monate. Er wird viermal im Jahr erhoben und ermittelt neben der Zahl der geplanten Reisen auch die Urlaubsquote sowie die kurzfristige Ausgabebereitschaft. Die aktuelle Erhebung wurde Ende August 2026 durchgeführt und betrachtet die Monate September bis November 2026.

Im Rahmen der repräsentativen Online-Befragung werden jeweils 1.000 Personen aus der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten in Deutschland im Alter zwischen 18 und 79 Jahren befragt. Die Erhebung wird von infas quo durchgeführt; quotiert wird nach Geschlecht, Alter, Bundesland und Bildungsniveau.

Der Urlaubsplanungsindex ist ein gemeinsames Forschungsprojekt des Deutschen Instituts für Tourismusforschung an der Fachhochschule Westküste und des Deutschen Tourismusverbandes.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Auf dem Tegernsee ist das erste elektrische Passagierschiff in Betrieb genommen worden. Die neue „Gmund“ bietet Platz für bis zu 180 Fahrgäste und verfügt laut dpa über eine Batteriekapazität für rund zehn Stunden Fahrbetrieb.

 

Der Tourismus in Sachsen kommt nach neu berechneten Daten auf einen Bruttoumsatz von 9,8 Milliarden Euro und eine Wertschöpfung von rund 4,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen zudem Gästeankünfte und Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen ist mittlerweile schiefer als der Turm von Pisa und nach einer Sicherung und dem Ausbau als Besucherzentrum für Gäste eröffnet worden. Das Projekt kostete rund 14,5 Millionen Euro und soll die touristische Entwicklung der Kyffhäuserregion stärken.

Uber bietet im September erstmals Tagesausflüge mit dem sogenannten Weintaxi von Frankfurt in den Rheingau an. An vier Wochenenden stehen täglich vier Fahrzeuge für Touren zu Weingütern im Rheingau zur Verfügung.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat Booking.com verklagt. Streitpunkt ist die Weiterleitung bei „Flug + Hotel“-Angeboten zu lastminute.com der COMVEL GmbH, die nach Auffassung der Verbraucherschützer nicht ausreichend deutlich gemacht wird.

Erstmals seit der Flutkatastrophe im Himalaya-Gebirge im Grenzgebiet zu Nepal haben chinesische Behörden Details zu den auf ihrer Seite vermissten Ausländern bekanntgegeben. Unter den 261 Vermissten sind auch drei Deutsche.

Camping gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung. Laut einer aktuellen Umfrage des ADAC zählt inzwischen jeder Vierte ab 16 Jahren zur Camping-Zielgruppe. Besonders stark gewachsen ist der Anteil in der Altersgruppe der 16- bis 39-Jährigen.

TUI will im Geschäft mit günstigeren Reisen wachsen und setzt dafür auf die neue Low-Cost-Marke Sundeals. Das Angebot ist zunächst auf Großbritannien ausgerichtet und wird ausschließlich online vertrieben. Beim Aufbau greift der Reisekonzern auf Erfahrungen von l’tur zurück.

Früher war der Sommerurlaub immer auch eine Selbstvergewisserung - im Ausland lief vieles nicht so gut wie zu Hause. Heute ist das oft anders. Ein Experte sieht sogar eine Gefahr für die Demokratie.

Im aktuellen PiNCAMP-Ranking für 2026 rücken deutsche Campingplätze stärker in den Fokus der Nutzer. Mit 39 Anlagen in den Top 100 stellt Deutschland die meisten Standorte im europäischen Vergleich.