Wohin es geht oder auch nicht im Sommertourismus 2021

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Im aktuellen Hotel Industrie Update Juli 2021 betrachtet mrp hotels unter anderem die unterschiedlichen Folgen der Pandemie auf die Stadt- und Ferienhotellerie. Das Ergebnis ist klar und deutlich: Während in den Städten derzeit keine kurzfristige Erholung der Lage in Sicht ist, boomen die Ferienregionen über den Sommer hinweg.

„Zumindest für die Ferienhotellerie bedeutet der Sommer gute Nachrichten. Mit Aufhebung der touristischen “Travel Bans” profitieren jene Regionen, auf denen – auch traditioneller – Inlands- oder Nahmarkt vorhanden ist”, so Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner von mrp hotels.

Dementsprechend beeindruckend sind auch die Auslastungszahlen, die zum Teil über 90 Prozent liegen, wobei auch entsprechend hohe Raten erzielt werden. Dennoch sieht mrp hotels insgesamt noch keine vollkommene Entspannung der Lage: Durch die Abhängigkeit vom aktuellen Infektionsgeschehen und dem Risiko neuer Restriktionen – wie sie derzeit beispielsweise für Großbritannien, Portugal und teilweise die Balearen gelten, aber auch für weiters Staaten nicht ausgeschlossen bleiben – bleibt auch die Ferienhotellerie ein sehr fragiles Segment.

Im Gegensatz zur Ferienhotellerie, sieht es in den Städten weiterhin trostlos aus. Martin Schaffer: „Städte sind im hohen Maße vom interkontinentalen Tourismus und Geschäftstourismus abhängig. Internationale Reisen sind vollkommen zum Erliegen gekommen, der Geschäftstourismus bewegt sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Auch wenn einige wenige Hotels im Luxussegment eine äußerst hohe Auslastung haben, so liegt der Schnitt trotzdem nur bei 3 bis maximal 10 Prozent.”

Das Luxussegment in den europäischen Großstädten profitiert von der Ausgabebereitschaft und Preisunsensibilität der Zielgruppen – viel Geld, das im Lockdown nicht ausgegeben wurde, wird jetzt für Reisen und Konsum ausgegeben. Die Hotellerie in diesem Segment reagiert darauf mit steigenden Raten. Gleichzeitig haben Städte mit einem hohen Leisure-Anteil und einem entsprechenden Angebot lokal oder in der nächsten Umgebung einen leichten Vorsprung.

Vorausblickend auf den Herbst sieht mrp hotels auch weiterhin ein großes Fragezeichen, da insbesondere die Business Nachfrage weiterhin nicht ausreichend vorhanden sein dürfte. „Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass laut einer Umfrage des Handelsblatts mehr als 60 Prozent der DAX-Konzerne die Geschäftsreisen dauerhaft um 30 Prozent reduzieren wollen”, ergänzt Martin Schaffer.

Dies trifft neben der Stadthotellerie naturgemäß auch die Airlines, die derzeit zwar große Kapazitäten bei Ferienflügen bereitstellen, sich aber dennoch auf einen Rückgang bei Geschäftsreisen entsprechend einstellen müssen.

Optimistische Prognosen gehen derzeit frühestens 2024 von einer Erholung des internationalen Tourismus, der auch einen wesentlichen Faktor für Kongresse, Messen und andere Veranstaltungen bildet, aus. Worst-Case-Szenarien sprechen gar erst von 2029.

Dieser Zeithorizont wird schon im nächsten Jahr für eine Konsolidierung in den Metropolregionen sorgen, da nationale und internationale Hotelketten ihre Expansion tendenziell eher in kleineren Städten und Urlaubsregionen umsetzen werden, gleichzeitig aber durch die erforderlichen, aber oft nicht möglichen Rückzahlungen von Staatshilfen und besicherten Krediten, der Markt insgesamt schrumpfen wird.

Martin Schaffer: „Zusammenfassend kann man erkennen, dass der Markt insgesamt weiterhin von einer großen Unsicherheit geprägt ist. Auch wenn wir uns nicht mehr im Lockdown-Rush befinden - die Prognosen ändern sich täglich und eine Planbarkeit ist nahezu unmöglich.”


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