Bayerische Wirte ziehen beim GastroFrühling den Hut vor Markus Söder

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Beim GastroFrühling 2026 des DEHOGA Bayern haben Teilnehmer im Hippodrom-Festzelt auf dem Münchner Frühlingsfest erneut eine öffentliche Geste gegenüber Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gezeigt. Rund 2.500 Gäste aus Gastronomie und Hotellerie zogen den Hut vor dem Politiker.

Bereits im Vorjahr war es an gleicher Stelle zu einer ähnlichen Szene gekommen. Rund 2.500 Gastronomen und Hoteliers hatten laut damaligen Berichten den Ministerpräsidenten als „7-Prozent-Supermann“ bezeichnet.

Nach Angaben aus dem Veranstaltungsumfeld wurden in diesem Jahr rund 2.500 Hüte an die Teilnehmer verteilt. Während der Veranstaltung kam es zu einer gemeinsamen Aktion im Festzelt, bei der die anwesenden Gastronomen und Hoteliers ihre Hüte gleichzeitig zogen.

Angela Inselkammer verweist auf Mehrwertsteuer-Versprechen Söders

In einem Video der Veranstaltung ist zu sehen, wie Angela Inselkammer, Präsidentin des DEHOGA Bayern, auf der Bühne zu Markus Söder sagt: „Wir haben ein Versprechen bekommen, von Dir, lieber Markus, unserem bayerischen Ministerpräsidenten. ‚Wenn Du kannst, dann wirst Du die sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie einführen.‘ Und Du hast Wort gehalten.“ Im Anschluss erklärte Thomas Geppert, Hauptgeschäftsführer des Verbands, laut Video: „Dafür wolle man, vor Ihnen, lieber Herr Ministerpräsident, den Hut ziehen.“

Daraufhin folgte die gemeinsame Geste im Festzelt, bei der die Teilnehmer ihre Hüte gleichzeitig zogen. Nach der Aktion stimmten die Teilnehmer im Festzelt gemeinsam den Song „Ein Hoch auf uns“ an.

Die Szene fand im Rahmen des Treffens statt, zu dem Vertreter aus Branche und Politik zusammengekommen waren. Neben Markus Söder nahmen laut Mitteilung unter anderem auch Tourismusministerin Michaela Kaniber, Arbeitsministerin Ulrike Scharf und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger teil.

DEHOGA Bayern-Präsidentin fordert Entlastungen und weniger Bürokratie

Die Präsidentin des DEHOGA Bayern, Angela Inselkammer, sprach sich in ihrer Rede laut Mitteilung gegen zusätzliche Belastungen für die Branche aus. Wörtlich sagte sie: „Wir brauchen keine zusätzlichen Steuern und Abgaben. Wir brauchen Luft zum Atmen und keinen Wust von Verordnungen. Lasst uns den Unternehmen mehr Bewegungsfreiheit geben, lassen wir ihnen mehr Geld für notwendige Investitionen und den Mitarbeitern mehr netto vom brutto.“

Zugleich verwies Inselkammer auf politische Entscheidungen in Bayern und erklärte: „Unser besonderer Dank gilt Ministerpräsident Markus Söder für das Einhalten seines gegebenen Wortes. Nicht nur, dass in Bayern eine Betten- sowie eine Verpackungssteuer verhindert wurden, insbesondere die dauerhafte Rückkehr zu 7 Prozent Mehrwertsteuer ist die Rettungsweste, die uns über Wasser hält.“

Mit Blick auf aktuelle Herausforderungen ergänzte sie laut Mitteilung: „Der Mitarbeitermangel trifft das Gastgewerbe besonders hart. Wir sind eine personalintensive Wachstumsbranche und brauchen deshalb bessere Rahmenbedingungen – für Ausbildung, Mitarbeitergewinnung und dafür, dass Arbeit sich wieder stärker lohnt.“

Markus Söder verweist auf politische Maßnahmen für Gastgewerbe

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erklärte laut Mitteilung: „Wir unterstützen unsere Betriebe mit ganzer Kraft und kämpfen für diejenigen, die fleißig sind. Denn wer arbeitet, muss auch etwas davon haben.“

Weiter führte er aus: „Versprochen, gehalten: die 7 Prozent Gastro-Mehrwertsteuer sind durch unseren Einsatz seit Januar 2026 bundesweit dauerhaft festgeschrieben, zudem gibt es bei uns in Bayern keine Betten- und keine Verpackungssteuer.“

Söder verwies zudem auf die Bedeutung von Gastronomie und Hotellerie und bezeichnete sie als „Seelenbranche“, die insbesondere in schwierigen Zeiten eine Rolle spiele.

Auszeichnung für Festzelte und Forderung nach flexibleren Arbeitszeiten

Im Rahmen der Veranstaltung verlieh Tourismusministerin Michaela Kaniber laut Mitteilung das Qualitätssiegel „Ausgezeichnetes Festzelt“ an das Hippodrom und die Festhalle Bayernland.

Kaniber erklärte: „Im Koalitionsvertrag in Berlin ist vereinbart, Arbeitszeiten künftig flexibler über die Woche zu verteilen. Das muss jetzt umgesetzt werden.“ Sie forderte zudem eine Anpassung der gesetzlichen Regelungen, um Betrieben mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung zu ermöglichen.

Auch Arbeitsministerin Ulrike Scharf sprach sich laut Mitteilung für Änderungen aus. Sie erklärte: „Ich setze mich für eine wöchentliche statt der bisherigen starren täglichen Höchstarbeitszeit ein.“ Dabei betonte sie, dass der Gesundheitsschutz der Beschäftigten im Mittelpunkt stehen müsse.

Weitere Vertreter der Staatsregierung äußern sich zur Branche

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärte laut Mitteilung, das Gastgewerbe sei eine „starke Säule der bayerischen Wirtschaft“ und ein wichtiger Arbeitgeber. Justizminister Georg Eisenreich verwies auf die Bedeutung von Gastronomie und Hotellerie für das gesellschaftliche Leben und den Tourismus.

Nach Angaben des Verbands vertritt der DEHOGA Bayern rund 36.000 Betriebe sowie etwa 450.000 Erwerbstätige im Gastgewerbe. Die Branche sei ein zentraler Bestandteil des Tourismus in Bayern, der nach der Industrie als zweitwichtigste Leitökonomie des Freistaats gilt.


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