Fünf Jahre nach Brand auf Mallorca: Kegelbrüder sollen sieben Jahre in Haft

| War noch was…? War noch was…?

Die spanische Justiz hat nach jahrelangen Ermittlungen Anklage gegen acht Hobbykegler aus dem Münsterland wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Brandstiftung auf Mallorca erhoben. Das bestätigte die Rechtsanwältin der sogenannten Kegelbrüder, María Barbancho, der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. 

Forderung: Haft und 100.000 Euro Schadenersatz

Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft sollen die Deutschen für sieben Jahre hinter Gitter, wie die «Mallorca Zeitung» unter Berufung auf die ihr vorliegende Klageschrift berichtete. Zudem sollten sie Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro zahlen. Die jungen Männer haben stets ihre Unschuld beteuert.

Ihnen wird vorgeworfen, am 20. Mail 2022 vom Balkon ihrer Hotelzimmer brennende Zigaretten und Alkohol auf das Schilfdach der Terrasse der Kneipe «Why not Mallorca» geworfen zu haben, das in Brand geriet. Auch ein Bordell, eine Privatwohnung und Teile des angrenzenden Hotels wurden durch das Feuer beschädigt. Da auch mehrere Menschen leichte Verletzungen erlitten, wird den Deutschen auch Körperverletzung vorgeworfen (Tageskarte berichtete).

Anwältin: Bislang keine eindeutigen Beweise

Die Gruppe bestand aus 13 Urlaubern. Einer von ihnen war bereits am Tag nach dem Brand ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Vier weitere hatten das Gefängnis nach rund zweieinhalb Wochen auf Kaution verlassen dürfen. Die restlichen acht saßen rund zwei Monate in Untersuchungshaft, bevor sie gegen Kaution freikamen und in die Heimat zurückfliegen durften.

Rechtsanwältin Barbancho betonte, es gelte weiterhin die Unschuldsvermutung für die Angeklagten. In den Ermittlungsakten gebe es «zahlreiche entlastende Anhaltspunkte», schrieb sie in einer Mitteilung. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine belastbaren oder eindeutigen Beweise für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der Angeklagten hervorgebracht.

Die Angeklagten vertrauten darauf, dass der Sachverhalt in der anstehenden Hauptverhandlung umfassend, objektiv und fair aufgeklärt werde, betonte die Verteidigerin. Ein Termin für den Beginn des Prozesses wurde zunächst nicht bekannt. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Betonblöcke, Messerverbote und Videokameras: Die deutschen Weihnachtsmärkte rüsten nach Anschlägen in früheren Jahren massiv auf. Doch der Schutz ist teuer. Und die Besucher sorgen sich trotzdem.

Der Urlaub einer Familie aus Deutschland endet in der Katastrophe. Eine Mutter und ihre zwei Kinder sterben nach einem typischen Sightseeing-Tag in Istanbul. Ermittler haben Essen im Verdacht.

Eine etwa hundert Jahre alte Trommelwaschmaschine aus den 1920er Jahren von Miele hat in einer deutschlandweiten Suche den ersten Platz als älteste betriebsbereite Gewerbewaschmaschine erreicht. Das Gerät ist im Besitz des Fördervereins der Ortsfeuerwehr Burgdorf-Schillerslage bei Hannover.

Die Polizei in Giengen und Heidenheim untersucht zwei Einbrüche in Schnellrestaurants, bei denen es die Täter auf altes Speiseöl abgesehen hatten. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen wird von den Ermittlern geprüft. Die gestohlene Menge wird als mehrere Tonnen beschrieben.

Im Prozess um die Entführung zweier Block-Kinder hat das Landgericht Hamburg Aufzeichnungen eines Alarmknopfes abgespielt. Diesen trug der Sohn von Christina Block bei der Entführung in der Silvesternacht 2023/2024 und hatte ihn aktiviert.

Im A-ROSA Travemünde und im aja Travemünde wird auch in diesem Jahr wieder ein Wunschbaum aufgestellt. An diesen sind Wunschzettel von erkrankten Kindern und deren Familien angebracht, die von Gästen, Partnern und Anwohnern erfüllt werden können.

Thüringens ehemaliger FDP-Chef und Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich ist politisch umstritten. In einem Restaurant wurde er nun als unerwünschter Gast behandelt – was Kemmerich dazu sagt.

Im Mai 2024 sterben beim Einsturz eines Restaurants am Ballermann zwei deutsche Urlauberinnen und zwei weitere Menschen. Die Empörung ist riesig. Eineinhalb Jahre später dauern die Ermittlungen an.

Die Block-Kinder wurden in der Silvesternacht 2023/24 entführt. Weil die Mutter den Auftrag gegeben haben soll, steht sie als Angeklagte vor Gericht. Die Richterin hat sie nun streng ermahnt.

War es ein Wohltäter oder ein Versehen? Ein Mann findet nach einem Kneipenbesuch im hessischen Gelnhausen mehrere Hundert Euro in seinem Hemd, die ihm nicht gehören. Nun darf gerätselt werden.