Gastwirt in Hamburger Hafencity überfallen - Lange Haft für beide Täter

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Wegen eines extrem brutalen Raubüberfalls auf einen Gastronomen in der Hamburger Hafencity hat das Landgericht zwei Männer zu langen Haftstrafen verurteilt. Der Hauptangeklagte erhielt am Mittwoch siebeneinhalb Jahre Gefängnis. Die Kammer sprach den 29-Jährigen wegen besonders schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und versuchten Wohnungseinbruchs schuldig. Ein 36-jähriger Mitangeklagter erhielt sechs Jahre und drei Monate. Zudem ordnete das Gericht die Einziehung von knapp 41.000 Euro an Taterträgen an.

Trotz widersprüchlicher Angaben der Angeklagten zeigte sich das Gericht davon überzeugt, dass die beiden Männer am späten Abend des 26. Januar dem Gastronomen im Eingangsbereich seiner Wohnung auflauerten. Zutritt hätten sie sich mit einem nachgemachten Schlüssel verschafft. Als der 62-jährige Gastwirt die Tür öffnete, schlugen ihn die maskierten Angeklagten mit einem Gegenstand, der wie eine Waffe aussah, auf den Kopf. Sie raubten ihm eine Tasche mit teuren Uhren und den Tageseinnahmen.

Der marokkanische Hauptangeklagte hatte zuvor zwei Wochen auf Probe bei dem Gastronomen gearbeitet. Der 62-Jährige habe ihn einmal gebeten, einen Gast nach Hause zu fahren. Dabei habe er den Schlüssel der Wohnung nachmachen lassen. «Wir haben es hier mit einer genau geplanten Tat zu tun», sagte die Vorsitzende Richterin Kim Rohwetter-Kühl.

Vier Wochen nach der Tat seien die beiden Angeklagten erneut zur Wohnung des Gastwirts gefahren. Wieder drangen sie mit dem Nachschlüssel in die Wohnung ein, diesmal zur Mittagszeit, um Wertgegenstände zu stehlen. Dabei bemerkten sie jedoch, dass der 14-jährige Sohn des Gastronomen zu Hause war. Dieser hatte sich in seinem Zimmer versteckt und leise seine nicht anwesende Mutter angerufen. Die Täter flüchteten daraufhin.

Bei den Ermittlungen war die Polizei auf eine der geraubten Uhren bei einem Juwelier in Lübeck gestoßen. Anfang März konnten die Beamten den 29-Jährigen in Hamburg-Tonndorf festnehmen. Der 36-Jährige, ein Syrer, wurde später in Belgien festgenommen und ausgeliefert. Auf dem Handy des 29-Jährigen seien zahlreiche Fotos von gefälschten Ausweisen beider Männer gefunden worden, sagte die Richterin.

Sie hob besonders die psychischen Folgen für den Gastronomen und dessen Sohn hervor. Der 62-Jährige sei in seiner eigenen Wohnung, einem besonders geschützten Bereich, überfallen worden. Wegen seiner Verletzungen habe er mehrere Tage im Krankenhaus gelegen. «Das war eine Tat, von der man einen Film machen könnte», sagte Rohwetter-Kühl. (dpa)


 

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