«Mache Rückführung» - Zeugin schildert Gespräch mit Christina Block

| War noch was…? War noch was…?

Im Block-Prozess hat die Hauptermittlungsführerin der Hamburger Polizei ihr erstes Gespräch mit der angeklagten Mutter nach der Silvesternacht 2023/24 geschildert. «Ich mache eine Rückführung, er macht eine Entführung» - das habe Christina Block am 3. Januar gesagt, berichtete die Kriminalbeamtin als Zeugin im Gerichtssaal. Sie habe diesen Satz so wichtig gefunden, dass sie ihn unmittelbar nach Verlassen des Wohnhauses der Unternehmerin in ihr Merkbuch geschrieben habe.

Christina Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals 10-jährigen Sohn und die 13 Jahre alte Tochter vom Wohnort ihres Ex-Manns nach Deutschland zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette «Block House», Eugen Block, beteuert ihre Unschuld.

Vater hatte Kinder 2021 bei sich in Dänemark behalten

Vorausgegangen war ein langer Sorgerechtsstreit, nachdem der Vater Stephan Hensel die beiden jüngsten Kinder nach einem Wochenendbesuch im August 2021 nicht wie vereinbart zur Mutter zurückgebracht hatte. Er hatte Gewaltvorwürfe gegen seine Ex-Ehefrau erhoben, die diese bestreitet. Die 52-Jährige beschuldigt ihn wiederum, die Kinder manipuliert zu haben. Die Unternehmerin hat laut eigener Aussage seit Jahren keinen Kontakt zu dem Jungen und dem Mädchen.

Am 3. Januar 2024 habe die Polizei aus der Zeitung erfahren, dass Frau Block mit den Kindern wieder in Hamburg sei, sagte die 44 Jahre alte Polizistin. Begleitet vom Jugendamt seien Beamte zu Blocks Haus gefahren und hätten geklingelt. Sie habe Frau Block in dem Gespräch mitgeteilt, dass ein Strafverfahren gegen sie eingeleitet worden sei.

Daraufhin sei der Satz von Block gefallen, dass es lediglich um eine Rückführung gehe, sagte die Hauptermittlungsführerin. Blocks Verteidiger Ingo Bott widersprach der Verwertung dieser Äußerung. Seine Mandantin sei zuvor nicht richtig von der Polizeibeamtin belehrt worden.

In dem Prozess hatten mehrere Verteidiger seit Beginn betont, dass der Anklagevorwurf Kindesentziehung aus ihrer Sicht unsinnig sei, weil ihre Mandanten davon ausgehen mussten, dass zum Tatzeitpunkt nach deutschem Recht das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für die beiden Kinder bei der Mutter lag.

Dänen lehnten Rückführung der Kinder einst ab

Das Oberlandesgericht in Hamburg hatte im Herbst 2021 entschieden, dass die beiden jüngsten Kinder zu ihrer Mutter zurückkehren müssen. Es sprach der Mutter das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Die dänische Justiz erkannte zwar an, dass die Kinder unrechtmäßig nach Dänemark gebracht wurden, lehnte aber eine Rückführung gegen deren Willen ab.

Laut Anklage sollen Mitarbeiter der israelischen Sicherheitsfirma den Jungen und das Mädchen am Neujahrstag 2024 zu einem Bauernhof in Baden-Württemberg gebracht haben. Von dort holte Christina Block sie nach Hamburg. Am 5. Januar 2024 entschied das Oberlandesgericht, dass die Kinder zu ihrem Vater zurückkehren sollen.

Videovernehmung israelischer Zeugen möglich

In dem Prozess gibt es sechs Mitangeklagte. Darunter ist Blocks Lebensgefährte, der Ex-Sportmoderator Gerhard Delling. Auch der 66-Jährige bestreitet, etwas Unrechtes getan zu haben. Angeklagt ist ferner ein Israeli, der seine Beteiligung an der Entführung gestanden hat.

Die für das Verfahren entscheidenden Vernehmungen von weiteren Beschuldigten aus Israel können laut Gericht wegen des Iran-Kriegs derzeit nicht in Hamburg stattfinden. Sollte sich das bis zur nächsten Woche nicht ändern, werde es eine Videovernehmung geben, kündigte die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt an.

Der Verteidiger eines ebenfalls angeklagten Familienanwalts, Marko Voß, betonte, die Beweiskraft sei dann aber massiv herabgesetzt. Er wollte zudem wissen, ob das Gericht denn Nachweise verlangt habe, dass es wirklich keinen Weg für die Zeugen gebe, in Hamburg zu erscheinen. Die Vorsitzende Richterin erklärte, das hätten ihr die Anwälte der Betreffenden versichert. «Ich kann niemanden zwingen, unter Kriegsbedingungen anzureisen.» (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Europa Miniköche haben in Schliersee die Urkunde für ihren Weltrekord im Knödeldrehen entgegengenommen. Der Rekord über 7.050 Knödel war bereits im Juli 2025 auf der Landesgartenschau in Furth im Wald aufgestellt worden.

Ein Feuer in einem Restaurant am Lauterbacher Marktplatz hat mehrere historische Fachwerkhäuser schwer beschädigt. Fünf Gebäude sind nach Angaben der Behörden derzeit unbewohnbar, der Schaden wird auf mindestens fünf Millionen Euro geschätzt.

Im historischen Schloss Wallhausen in Sachsen-Anhalt ist in der Nacht ein Großbrand ausgebrochen. Hotelgäste und Personal konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen, mehr als 120 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Hotelgastes in Rees haben Ermittler einen 42-jährigen Tatverdächtigen in den Niederlanden festgenommen. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl wegen Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge vor.

Ein 35-jähriger Niederländer ist in einem Hotel in Rees tot aufgefunden worden. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen von einer Gewalttat aus und haben eine Mordkommission eingerichtet.

Vor dem Landgericht Frankfurt hat die Staatsanwaltschaft im Prozess um den tödlichen Sturz einer Frau aus dem 22. Stock eines Hotels lebenslange Haft wegen Mordes beantragt. Die Verteidigung fordert einen Freispruch, das Urteil soll am Freitag fallen.

in Mann soll seine ungeliebte Ehefrau von dem Balkon eines Frankfurter Hotelzimmers im 22. Stock in die Tiefe gestoßen haben – nach Auffassung der Staatsanwaltschaft handelte es sich dabei um einen Mord.

Kriminelle nutzen echte Buchungsdaten, um Reisende kurz vor dem Urlaub zu täuschen. Wie Urlauber betrügerische Zahlungsaufforderungen erkennen und sich vor den Phishing-Angriffen schützen können.

Ein Mann bucht sich mit Partnerin und zwei Kindern in einem Berliner Hotel ein. Er beklagt einen abgebrannten Wohnwagen und eine schwere Erkrankung. Über ein Jahr bleibt er - ohne dafür zu bezahlen.

Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron haben sich im Althoff Grandhotel Schloss Bensberg in Bergisch Gladbach getroffen. Das politische Gespräch und das gemeinsame Dinner fanden im Vorfeld des 26. Deutsch-Französischen Ministerrats statt.