Mullet, Pistazien, Verjus und Co: Sind das die Sommertrends 2024?

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Sommer in Deutschland, das ist Grillen im Garten und Jammern über Hitzewellen, das sind Schwimmbad-Pommes und Freibad-Randale, Radler und Rhabarberschorle, Hype um Erdbeeren, Spargel und neue Eissorten. Wir kennen das zur Genüge. Doch was wird speziell im Sommer 2024 wohl Gesprächswert haben? Ein mutmaßendes Lexikon von A bis Z:

A wie Adele und Axel F:

München wird im August Schauplatz exklusiver Sommershows von Superstar Adele. Und schon am 3. Juli kehrt bei Netflix der Kult-Polizist Axel Foley (Axel F.), also Eddie Murphy, für das späte Sequel «Beverly Hills Cop: Axel F» zurück - 30 Jahre nach «Beverly Hills Cop III» und 40 Jahre nach dem ersten Teil. Wird das die Actionkomödie des Sommers?

B wie Baiser:

Baisermasse (Zucker und Eiklar) ist Hauptbestandteil des In-Desserts Pavlova, das nach der Ballerina Anna Pawlowa (alternative Schreibweise) benannt sein soll. Pavlova gibt es jetzt immer öfter in angesagten Restaurants und Cafés. Und eine aus Estland stammende Café-Kette hat für August in Berlin eine darauf spezialisierte Filiale am Kurfürstendamm angekündigt.

C wie Cannabis:

Es ist Deutschlands erster Sommer mit dem neuen Cannabis-Gesetz (seit 1. April sind der Besitz und Anbau von Cannabis für Volljährige mit zahlreichen Vorgaben für den Eigenkonsum erlaubt). In vielen Lokalen finden sich schon Schilder mit durchgestrichenem Joint und Hanf-Blatt - «Cannabis rauchen verboten». Wird dies das Streitthema des Jahres?

D wie Dosen-Drinks:

Cocktails to go in Dosen werden dieses Jahr öfter lanciert - zum Beispiel auch die Trendsorten Espresso Martini Cocktail und Pornstar Martini Cocktail.

E wie Eis-Burger:

Statt in der Waffel wird Eiscreme jetzt im fluffigen Brioche-Brötchen serviert. Die süßen Eis-Burger sollen ihren Ursprung auf Sizilien haben. Achja: Zur europäischen Eissorte 2024 wurde übrigens Lütticher Waffel erklärt (Gaufre de Liège). In Deutschland soll laut Uniteis (Verband der italienischen Gelatiere) die Eissorte des Jahres «VegaNuss» sein (Haselnuss ohne Milch als Zutat). 

F wie Fleischersatz

Auch wenn das Grillen von Würsten und Steaks aus Fleisch für viele ein Muss bleibt, längst haben sich Alternativen breitgemacht. Auch Fleischliebhaber probieren sich durchs größere Ersatz-Sortiment, das nicht mehr nur aus angeblich drögen, trockenen Tofuwürstchen besteht, sondern etwa auch «vegane Schinken Bratwurst» aus Erbsenprotein umfasst.

G wie Gestell der Sonnenbrille:

Klein und rund sowie groß und vieleckig: Das sind laut Kuratorium Gutes Sehen die Formen der angesagten Sonnenbrillen. Der Hingucker am Gestell sind allerdings neuerdings die Bügel. Während bislang vor allem die Front verziert wurde, legen Hersteller nun Wert auf die Seitenansicht - mit Cut-outs, auffälligen Mustern oder starken Farben. 

H wie Helles alkoholfrei:

Der Boom alkfreien Bieres geht weiter. Selbst die jahrhundertealte Münchner Augustiner-Brauerei (gegründet 1328) hat 2024 nun «Alkoholfrei Hell» auf den Markt gebracht - und in Bayern viel Aufsehen erregt, auch weil es noch recht beschränkt verfügbar ist. «Das Taylor-Swift-Konzertticket unter den Bieren», beschrieb die «Süddeutsche Zeitung» den Hype.

I wie Italien:

Bella Italia ist und bleibt das Land der populären Sommerküche und der angesagten Drinks. Seit Jahren bemühen sich manche immer wieder, einen Nachfolger vom Trendgetränk und Massenphänomen Aperol Spritz auszurufen. Doch meist vergebens. Diesmal soll nach Hugo, Aperol Spritz und Limoncello Spritz der neue Trend-Drink angeblich Pomelo Spritz werden. Allerdings ist der dafür nötige roséfarbene Aperitif mit dem Markennamen «Pomello» (aus Grapefruit und Holunderblüten) in Deutschland noch gar nicht so leicht zu bekommen.

J wie Jorts:

Wie sieht eine kurze Hose 2024 aus, wenn sie angesagt sein soll? Laut «Vogue» darf es weiter eine Jorts (Jeansstoff-Shorts) sein: «Die Jorts aus Jeans werden diesen Sommer immer noch an der Spitze der Hosen-Trends stehen, jedoch gesellt sich zu ihnen ein neues Shorts-Modell, das die Coolness und Entspanntheit der Jorts mit der Eleganz und dem Business-Vibe eines Anzugs verbindet: Bermudashorts im Anzughosen-Style.»

K wie Knackpo:

Sogenannte Bum Scrunch Leggings mit Popo-Boost-Effekt scheinen aus Fitnessstudios nicht mehr wegzudenken zu sein. Sie betonen hauteng die Po-Muskulatur und ziehen Blicke dorthin.

L wie Leopardenmuster:

Die Mob-Wife-Ästhetik inspiriert die aktuelle Bademode. Wer wie eine angebliche Mafiabraut aussehen möchte, sollte Pelz, schwarze Nylons und einen engen Lederrock im Schrank haben. Und im Sommer am Strand natürlich einen Bikini im Leopardenmuster. Auch für alle anderen Modefans ist Bademode mit Leo-Optik im Freibad und am See angesagt - und das bedenkenlos ohne zweifelhaftes Erscheinen. Denn laut den Stil-Experten der«Vogue» steht dieser Animal Print bei vielen Designern und Stars für einen eleganten Look.  

M wie Mullet und Moustache: 

Der neumodisch lieber Mullet als Vokuhila genannte Haarschnitt ist wieder angesagt. Viele Jüngere finden ihn schön, was Ältere mit 80er- und 90er-Erinnerungen oft nicht verstehen können. Vorne kurz, hinten lang - das ist eher eine Lebenseinstellung als eine Frisur, und zwar für alle Geschlechter. Wenn junge Männer dann noch einen Schnäuzer (den Moustache oder nur Stache genannten Schnurrbart) dazu tragen, ist der umstrittene Look perfekt.

N wie Nationalmannschaft:

Es gibt sie als Playmobil-Figuren in einer Sonderedition, ihre Abziehbilder werden gesammelt und getauscht und die Namen der Spieler auf rosa Trikots sind ein Renner. Zwar möchte man nicht sicher von einem ganz großen Erfolg der Nationalelf bei der Fußball-Europameisterschaft der Männer ausgehen. Aber umso mehr könnte das Team ausgerechnet bei dieser Heim-EM elektrisieren. Sommermärchen 2024?

O wie Oberteil: 

Vor 20 Jahren landete die Boygroup O-Zone mit «Dragostea din tei» den Sommerhit, 2024 haben nicht Band-, sondern Titelnamen mit «O» zumindest auf Mallorca gute Hit-Chancen: «Oben ohne» von Julian Sommer oder «Oberteil» von Isi Glück und Marc Eggers. Kostprobe: «Ich find dich obergeil in deinem Oberteil - Wenn's nach mir geht, darf's auch ohne sein...»

P wie Pistazien-Croissant:

Grüner Hype: Der Trend zur Pistazienliebe hat sich in den letzten Jahren schon angekündigt. Pistazie (italienisch pistacchio) gehört zu den beliebtesten Eissorten. Die recht teure, kräftig-würzig-süßliche Zutat wird nun aber als Creme für allerlei Naschereien verwendet: Es gibt Pistazienrollen, Pistazientiramisu oder eben das gefüllte und dekorierte Pistaziencroissant.

Q wie Quesadillas: 

Die Tex-Mex-Küche anbietende amerikanische Fast-Food-Kette Taco Bell kommt diesen Sommer nach Deutschland. Losgehen soll es mit den Tacos, Nachos, Bowls, Burritos und Quesadillas mit einer Filiale in Berlin, gefolgt von Frankfurt und anderen Städten.

R wie Reisen:

Wandern, Kraxeln, Biken gehören zum Sommer einfach dazu. Die Reiseführermarke «Marco Polo» bringt 2024 als Reaktion auf den Open-Air-Trend eine neue Reihe namens «Outdoor Guide» heraus. Zu den ersten Destinationen gehören das Allgäu, die Mecklenburgische Seenplatte sowie im Ausland Mallorca, Sardinien und Südtirol. 

S wie Slingbacks:

Die hinten an den Fersen offenen Pumps gehören laut Deutschem Schuhinstitut zu den Trendschuhen für Frauen - ob flach oder auf Absatz. Daneben kommen die Ballerinas zurück, etwa in der einst als bieder verrufenen Variante «Mary Jane» mit Riemen über dem Rist. Für Männer angesagt: Slipper, Barfuß-Schuhe und (Trekking-)Sandalen - letztere selbst zum Anzug. 

T wie Taylor Swift:

Ja, sie kommt im Hochsommer in die deutschsprachigen Länder und wird tagelang Thema sein: Zürich, Gelsenkirchen, Hamburg, München und Wien sind im Juli und August die Stationen des Megastars in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

U wie Ugly Sneaker:

Seit einigen Jahren schon gibt es den Schuh-Trend der hässlichen Sneaker, dazu könnten manche auch die neuen Adidas-Sambas mit extra langer Zunge zählen. Meistens sind mit Ugly Sneakers Schuhe mit klobiger Sohle gemeint. Die einen lieben es, die anderen lehnen es vehement ab. Immer mehr Marken haben ungewöhnliche Turnschuhe im Angebot, manche sagen Opa-Schuhe. New Balance brachte schon einen Hybrid aus Turnschuh und Loafer heraus und kombiniert bald auch die Silhouette von Sneaker und Mokassins. 

V wie Verjus:

Der säuerliche Saft aus unreifen Weintrauben ist zu einer beliebten Zutat für Cocktails in Bars und in der gehobenen Küche geworden - anstelle von Limetten- und Zitronensaft, sagt Nils Wrage, Chefredakteur von «Mixology», dem Magazin für Barkultur. Verjus hat nach Ansicht des Experten auch für das Mixen von Getränken zu Hause Potenzial. Denn: «Verjus hat eine sehr angenehme Säure, sie schmeckt nicht so spitz wie Zitronensaft.» Und die Zutat sei vergleichsweise günstig: «Zitronen frisch zu pressen ist sicherlich teurer.» 

W wie Weite Hosen: 

Wer noch Skinny Jeans trägt, hat angeblich den Schuss nicht gehört. Weite Hosen sind wieder angesagt, richtig weite zum Teil. Die Wide-Fit-Hosen haben dann auch lustige Bezeichnungen wie Fallschirmhose, also Parachute Pants oder Parachute Cargohose.

X wie XXXIII. Olympiade: 

Die Olympischen Sommerspiele 2024 (offiziell auch Spiele der XXXIII. Olympiade genannt) sollen vom 26. Juli bis 11. August in Paris stattfinden. Frankreichs Hauptstadt ist in den letzten Jahren auf Fahrradfreundlichkeit getrimmt worden. Die Stadt der Liebe ist zum dritten Mal Olympia-Schauplatz - nach 1924 und 1900. 

Y wie Yogurette-Eis:

Zurück zum Eis - diesmal zum Industrieeismarkt mit seinen verschiedenen Marken. Von Ferrero gibt es dieses Jahr ganz neu «Nutella Eis» im Becher - der 60. Geburtstag der Nuss-Nougat-Creme wird eiskalt gefeiert. Das letztes Jahr gelaunchte Yogurette-Eis am Stiel gibt es nach wie vor. «Mövenpick Eis des Jahres» ist die Sorte Pfirsich-Johannisbeere. Und bei Magnum gibt es neue Sorten wie «Chill Blueberry Cookie» (veganes Vanille-Keks-Eis und Heidelbeersorbet) sowie «Euphoria Pink Lemonade» (Zitroneneis mit Himbeersorbet in weißer Schokolade).

Z wie Zuhause:

Man muss es nicht weit weg schaffen, man muss sich keine Reise leisten können. Gut möglich ist der Urlaub zu Hause eh der entspannteste - ohne Anreise, ohne Kofferpacken. Zumal es längst ein anhaltender Sommertrend ist, im Garten, auf Balkon und Terrasse zu wohnen - mit Sofas, Essecken und Grillküchen. Wer keine Draußen-Wohnung hat, widmet sich dem Social Gardening - dem laut Gartenmesse Spoga+Gafa in Köln angesagten gemeinsamen Verschönern und Pflegen von Stadtgärten, von Parks und Freiflächen.


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