Nach Stromausfall in Berlin: Hotelkosten für bisher 700 Antragsteller erstattet

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Drei Monate nach dem großen Stromausfall im Berliner Südwesten kommt die Erstattung der Hotelkosten von Betroffenen voran. Von 2.881 gestellten Anträgen seien inzwischen etwa 700 ausgezahlt oder positiv beschieden, sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Tim Richter (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. Bei weiteren 780 Anträge laufe die Bearbeitung, hier müssten Antragsteller zum Beispiel bestimmte Angaben oder Unterlagen zu ihrem Hotelaufenthalt nachreichen.

«Wir kommen langsam vor die Lage», sagte Richter. Der Aufbau eines rechtssicheren wie auch möglichst unkomplizierten Verfahrens zur Bearbeitung der Anträge habe Zeit gebraucht – nicht zuletzt, weil der Bezirk hier Neuland betrete. «Jetzt läuft das Verfahren aus unserer Sicht gut.» Zur Höhe der beantragten oder bereits ausgezahlten Mittel machte er keine Angaben. 

Geduld gefragt 

Bis alle 2.881 Anträge bearbeitet sind und die Menschen ihr Geld bekommen, dürfte es nach Einschätzung Richters bis zum Frühsommer dauern. «Alles, was früher geht, wäre gut.» Für die Abarbeitung der Anträge seien diverse Mitarbeiter des Bezirksamts extra abgestellt worden. Diese müssten jeden Einzelfall prüfen.

«Ich kann verstehen, dass Leute jetzt fragen, warum dauert das so lange», sagte Richter. Die mit der Aufgabe betrauten Beschäftigten versuchten, pragmatisch vorzugehen und zu priorisieren. Wo sie den Eindruck hätten, dass Menschen das Geld dringend benötigten, bearbeiteten sie Anträge bevorzugt. Andererseits hätten manche Antragsteller auch signalisiert, dass aus ihre Sicht keine Eile geboten sei. 

Brandanschlag löste Stromausfall aus 

Wegen eines mutmaßlich von Linksextremisten begangenen Brandanschlags auf eine Kabelbrücke am 3. Januar waren im Berliner Südwesten 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe vielfach tagelang ohne Strom und damit oft auch ohne Heizung. Am 7. Januar war die Stromversorgung wieder für alle hergestellt. 

Etliche Menschen verließen ihre kalten Wohnungen oder Häuser, um zeitweise in ein Hotel zu ziehen. Der Senat kündigte während des Stromausfalls an, die Kosten zu übernehmen, die Auszahlung läuft über den Bezirk Steglitz-Zehlendorf. (dpa)


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