«Ozapft is» in Berlin - Bayern feiern Oktoberfest

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Mit einer rauschenden Party in Sichtweite des Kanzleramtes in Berlin hat die bayerische Landesregierung zusammen mit 1.200 Gästen schon mal Oktoberfest-Atmosphäre geschnuppert. Die Lage sei zwar ernst und schwierig, sagte Ministerpräsident Markus Söder bei der Eröffnung des «Berliner Auftakts des Münchner Oktoberfestes», das am übernächsten Samstag beginnt. «Aber wenn wir die Kraft haben wollen, Herausforderungen zu bestehen, dann müssen wir auch Feste feiern, wie sie fallen.» 

Während andere Landesvertretungen in Berlin Sommerfeste vor Beginn der parlamentarischen Sommerpause in ihren Räumen und Gärten feiern, laden die Bayern traditionell im September zum Oktoberfest. Diesmal buchten sie dafür erstmals das Tipi, eine Veranstaltungslocation für Konzerte, Cabaret, Lesungen und Comedy, die einen Steinwurf vom Kanzleramt entfernt liegt. 

Söder bringt seine «Lieblingsband» Spider Murphy Gang mit 

Dass diese aus einem großen Zelt besteht, war genauso oktoberfesttauglich wie die Spider Murphy Gang, die die Bayern als musikalischen Exportschlager zur Unterhaltung aufboten. Söder stellte sie als «meine Lieblingsband» vor. Deren schon ein paar Jahrzehnte alten Klassiker wie «Skandal im Sperrbezirk» oder «Schickeria» sollten für die richtige Stimmung bei Münchner Bier und fränkischem Wein, Brathendl, Leberkäs und Kaiserschmarrn sorgen.

Damit genügend Platz für die Gäste aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Medien war, hatten die Bayern extra noch ein großes Bierzelt aufgestellt. In beiden Zelten tönte Blasmusik, bevor es dann rockiger wurde. Die Dirndl- und Trachtendichte war hoch. 

Das Anzapfen des ersten Fasses überließ Söder seinem Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU), der die Aufgabe mit drei Schlägen meisterte, was so halb souverän war. Die ersten Maßkrüge mit Oktoberfestbier, das mit 6,3 Prozent Alkoholgehalt nicht ganz ungefährlich ist, gingen unter anderem an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn und die CSU-Bundesminister Dorothee Bär und Alexander Dobrindt.

Kleine politische Spitzen an das Land Berlin und die Grünen 

Und natürlich an Söder, der sich in seiner Eröffnungsrede die eine oder andere politische Spitze nicht verkneifen konnte. «Wir sind ein freundliches Land, wir sind ein Sponsorenland», sagte er und grüßte das Land Berlin. «Wir finanzieren gern mit, also gern nicht, aber wir finanzieren mit», versicherte er und zielte damit auf den Umstand, dass Bayern der größte Einzahler in den Länderfinanzausgleich ist und Berlin das größte Nehmerland.

Den Gästen gab er mit auf den Weg: «Trinken Sie, soviel Sie vertragen. Essen Sie, soviel Sie wollen und was Sie wollen.» Wer wollte, konnte dies als Anspielung auf die Grünen und die Vorliebe für vegetarisches Essen verstehen, die Söder völlig fremd ist. (dpa)


 

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