Prozess gegen Christina Block wegen Kindesentführung ab Juli

| War noch was…? War noch was…?

Im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Entführung zweier Kinder der Unternehmerin und Steak-Haus-Erbin Christina Block beginnt am 11. Juli ein Strafprozess am Landgericht Hamburg. Unter den sieben Angeklagten sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Block selbst, ihr Lebensgefährte Gerhard Delling und fünf weitere Beschuldigte.

«Die Strafkammer ist nach vorläufiger Tatbewertung zu dem Schluss gekommen, dass nach den Ergebnissen des vorbereitenden Verfahrens die Angeklagten der Straftaten hinreichend verdächtig erscheinen», teilte eine Sprecherin des Gerichts mit. Der Verteidiger von Delling, David Rieks, widersprach den Vorwürfen gegen seinen Mandanten. Von Blocks Anwalt Otmar Kury lag zunächst keine aktuelle Stellungnahme vor.

Jahrelanger Sorgerechtsstreit

Ende April hatte die Staatsanwaltschaft Hamburg Anklage wegen der mutmaßlichen Entführung der Kinder aus Dänemark in der Nacht zum 1. Januar 2024 erhoben. Die nächtliche Aktion hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht. Nach einem Gerichtsbeschluss musste die Mutter ihre Kinder wieder nach Dänemark gehen lassen. Christina Block (52) - Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette «Block House», Eugen Block, - streitet seit Jahren mit ihrem geschiedenen Mann um das Sorgerecht für die beiden jüngsten ihrer vier gemeinsamen Kinder. Der Ex-Mann lebt mit ihnen in Dänemark.

Laut Anklage soll Christina Block im Zusammenwirken mit dem Leiter eines Hamburger Sicherheitsunternehmens den Auftrag erteilt haben, ihre 2010 geborene Tochter und ihren 2013 geborenen Sohn gewaltsam der Obhut des ebenfalls sorgeberechtigten Vaters zu entziehen. Blocks Verteidiger Kury hat dieser Darstellung mehrfach widersprochen. Der Anwalt beschuldigte die bereits gestorbene Großmutter der Kinder als Auftraggeberin für die Entführungsaktion. 

Gericht gibt Hinweis zu Anklage gegen Delling

Die zuständige Jugendschutzkammer am Landgericht wies jetzt darauf hin, dass der Lebensgefährte von Block nicht nur - wie angeklagt - wegen Beihilfe, sondern auch wegen Mittäterschaft verurteilt werden könnte. Der Anwalt von Gerhard Delling (66), David Rieks, teilte auf dpa-Anfrage mit: «Die gegen meinen Mandanten in den Raum gestellten Verdachtsbehauptungen sind sachlich und rechtlich unzutreffend. Wir werden diesen mit Nachdruck und umfänglich entgegentreten.» 

Die Unternehmerin und ihr Ex-Mann hatten bis vor Kurzem das gemeinsame Sorgerecht für den heute elfjährigen Jungen und die 14 Jahre alte Tochter. Ende August 2021 waren die Kinder von einem Besuch bei ihrem Vater nicht zurückgekehrt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat den 51-Jährigen wegen Entziehung Minderjähriger angeklagt. Anfang Mai sprach ein Gericht im dänischen Sonderburg dem Vater das alleinige Sorgerecht zu. 

Anklage: Vater zusammengeschlagen, Kinder in Auto gezerrt

Das Geschehen in der Silvesternacht stellt die Staatsanwaltschaft so dar: Ein 35-jähriger Israeli und fünf weitere Beteiligte sollen dem Vater in Dänemark aufgelauert und ihn zusammengeschlagen haben. Dann zerrten sie die beiden Kinder in ein Fahrzeug und fuhren mit ihnen nach Deutschland. 

Während eines Fahrzeugwechsels im Grenzgebiet sollen sie den Kindern den Mund mit Tape-Band zugeklebt haben. Die damals 13-jährige Tochter sei außerdem an den Händen gefesselt worden. Dann sei die Gruppe in einem Wohnmobil nach Baden-Württemberg gefahren. Dort seien die Kinder bis zum Eintreffen der Mutter am 2. Januar 2024 gegen ihren Willen festgehalten worden. 

Über Baden-Württemberg nach Hamburg

Delling soll die Anreise nach Baden-Württemberg organisiert und die anschließende Rückkehr der Kinder nach Hamburg koordiniert haben. Der 66-Jährige stehe zudem im Verdacht, gegenüber Kriminalbeamten falsche Angaben gemacht zu haben. Der mitangeklagte Sicherheitsunternehmer habe für eine Bewachung des Anwesens der Mutter in Hamburg gesorgt, um eine Flucht der Kinder zu verhindern.

Die Strafkammer hat 37 Termine bis zum 23. Dezember 2025 angesetzt. Das Gericht erwartet ein großes Medieninteresse. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein Kreuzfahrtschiff mit lesbischen, schwulen und bisexuellen Passagieren an Bord darf in der Türkei nicht anlegen. Die Behörden begründen ihre Entscheidung mit «moralischen Werten».

Jedes Jahr am 4. Juli findet in den USA vor dem Vergnügungspark Coney Island ein traditionelles Hot-Dog-Wettessen statt. Und fast jedes Jahr gewinnt am Ende Joey Chestnut. In diesem Jahr verteidigte der 42-Jährige seinen Titel bereits zum 18. Mal.

Zwischen deutschem Stammtisch und berüchtigter Walking Street: Pattaya vereint Ruhestand und Rotlicht wie kaum ein anderer Ort in Asien. Nun sorgt ein grausiges Verbrechen weltweit für Schlagzeilen.

Ein Hotelgast in Werder (Havel) soll Übernachtungen und Speisen im Wert von mehr als 5.000 Euro nicht bezahlt haben. Die Polizei nahm den 39-Jährigen für ein beschleunigtes Verfahren fest.

Rocco Forte Hotels führen die Audio-Initiative Bedtime Stories für junge Patienten in Rom ein. Das Projekt wird durch Benefizmittel für ein neues Familienwohnprojekt ergänzt.

Hans im Glück beteiligte sich mit einem eigenen Wagen und verschiedenen Aktionen an der CSD-Parade in München. Dabei standen neben der Präsenz auf der Strecke auch gastronomische Angebote an den lokalen Standorten im Fokus.

Im Block-Prozess sagt ein Zeuge aus Israel per Video aus, der bei der Entführung Neujahr 2024 eines der Tatfahrzeuge gelenkt haben soll. Er schildert dem Gericht, was ihn damals bewegte.

Fernsehkoch Johann Lafer hat sich nach der breiten Berichterstattung über seine Krebserkrankung mit einer persönlichen Botschaft an die Öffentlichkeit gewandt. Darin berichtet er von einem positiven Behandlungsverlauf und bittet zugleich um Respekt für die Privatsphäre seiner Familie.

Tiefer als 29,4 Grad sank die Temperatur im ostsächsischen Kubschütz in der Nacht nicht - nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes der höchste Nachtwert seit Beginn der Aufzeichnungen.

Nach dem Tod einer Hamburger Familie in einem Istanbuler Hotel hat das Gericht geurteilt. Die Angehörigen sehen einige der Haftstrafen als gerechtes Urteil an - dennoch kündigt der Anwalt Berufung an.