Solidarität in Not: Koch versorgt Feuerwehr im Waldbrandgebiet mit warmen Mahlzeiten

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Cédric Lusinier schneidet Würstchen, brät Zwiebeln und gibt Tomatenscheiben in einen großen Topf. Schon seit Tagen hat der Koch in der von den Waldbränden schwer gezeichneten Gegend bei Bordeaux nur eine Mission: Der Feuerwehr mit einer warmen Mahlzeit Kräftigung und etwas Freude zu spenden.

Eigentlich baut der 48-Jährige regelmäßig seinen Stand mit Essen auf Märkten oder Festen auf. Seine Spezialität: Gerichte aus seiner Heimat La Réunion, einer französischen Überseeinsel im Indischen Ozean. Als die Feuer in seiner Wohngegend ausbrachen, fragten er und seine Frau sich, wie sie helfen könnten. 

«Seit einer Woche bereiten wir als Freiwillige Essen zu, um die verschiedenen Kräfte zu nähren, die versuchen, dieses Feuer zu bremsen und zu löschen», erzählt Lusinier. «Wir kochen das ganze Jahr über, aber hier ging es darum, ihnen etwas zu essen anzubieten, denn am schwierigsten war es schon für die Feuerwehrleute, die beim Feuer im Einsatz waren.»

Essen bringt positive Emotionen

Ein Freund des Kochs richtete einen Spendenaufruf im Netz ein, damit Lusinier und seine Frau Lebensmittel für die Gerichte kaufen und sich die freiwillige Hilfe leisten könnten. «Und so hat die ganze Welt die Essen für die Feuerwehrleute finanziert.» Mittlerweile wird der Koch auch von der gemeinnützigen Organisation World Central Kitchen unterstützt.

Und die Einsatzkräfte nahmen das Essen gerne an. «Diese warme Mahlzeit war für sie mal etwas anderes als Essensrationen oder Sandwiches», schildert Lusinier. «Reis mit Huhn oder Reis mit Wurst zu kochen, hatte eine kleine Wirkung auf die Feuerwehrleute und sie waren sehr glücklich, dass wir ihnen eine warme Mahlzeit bringen konnten.»

Der Koch ist sichtlich beeindruckt von der Arbeit und der Haltung der Feuerwehr. Besonders gefreut hat es ihn auch, Einsatzkräfte zu treffen, die ebenfalls aus La Réunion stammen. «Wir unterschätzen die Schwere der Situation nicht, denn was passiert ist, ist dramatisch, aber beim Essen haben wir wieder ein paar positive Emotionen bekommen, was allen gutgetan hat.»

Für den Koch steht fest: «Das war meine Art, an dem Geschehen teilzunehmen.» Statt zu Hause zu sein und die Nachrichten zu schauen, hätten er und seine Frau mitgewirkt «und das hat uns echte Lebenserfahrung gebracht».

Man sage oft, in der Gesellschaft würden alle nur auf sich schauen, meint Lusinier. Er aber würde so etwas nun nie mehr sagen. «Ich habe gesehen, wie solidarisch die Menschen waren und was wir zusammen erreichen können.» (dpa)


 

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