Tipps für ein perfektes Anstoßen

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Kalt soll der Sekt am besten sein. Doch hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass man Sektflaschen nicht ins Tiefkühlfach legen sollte? Volker Raumland ist Inhaber des Sekthauses Raumland aus der Weinbaugemeinde Flörsheim-Dalsheim und Präsident des Verbands traditioneller Sektmacher. Er hat alltagstaugliche Tipps für den besten Genuss.

Wie kühle ich den Sekt, und wie bekomme ich schnell noch eine weitere Flasche kalt?

Volker Raumland: Am besten ist natürlich immer, wenn man vorplant und lieber eine Flasche mehr kaltstellt. Dann kann Sekt ein paar Stunden oder zwei bis drei Tage vorher in den Kühlschrank. Acht bis neun Grad sind ideal, also normale Kühlschranktemperatur. Ist Sekt zu kalt, gefriert das Bukett, sagt man, also das Aroma leidet.

Wenn man doch noch mal schnell eine Flasche ungeplant öffnen möchte, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen Kühlmanschetten, die man in die Tiefkühltruhe legt. Diese stülpt man über die Flasche und wartet etwa zehn Minuten, bis der Sekt schön kalt ist.

Oder man nimmt einen Weinkühler oder einfach ein Gefäß, das kann auch ein Eimer sein, den man mit Wasser und Eis füllt. Dort hinein kommt die Flasche, sodass sie zu zwei Dritteln bedeckt ist. Man kann auch zwei bis drei Esslöffel Salz dazugeben, das kühlt die Temperatur noch einmal herunter.

Dreht man die Flasche immer ein bisschen, verteilt sich die Kälte ebenfalls besser. Je nachdem, wie viel Eis ich zur Verfügung habe, dauert das Kühlen darin auch ungefähr zehn Minuten.

Wovon ich auf jeden Fall abrate: eine Flasche in die Tiefkühltruhe zu legen. So ein Schockfrosten ist für das Bukett des Sekts nicht gerade von Vorteil. Und vergisst man die Flasche, explodiert sie irgendwann.

Wie öffne ich die Sektflasche richtig?

Raumland: In einer Sektflasche sind fünf bis sechs Bar Druck - das ist mindestens das Doppelte, was in einem Autoreifen steckt. Deshalb sollte man die Flasche nicht schütteln, wie man das von den Formel-1-Feiern kennt! 

Wenn Sie die Flasche aus dem Kühler holen, entfernen Sie zuerst die Kapsel am Verschluss. Dann umgreifen Sie den Flaschenhals mit einer Hand und sichern mit dem Daumen den Korken mit dem Muselet, das ist das Drahtkörbchen um den Korken. Mit der anderen Hand öffnen Sie ganz vorsichtig das Muselet und neigen die Flasche etwas zur Seite, damit Ihnen der Korken nicht ins Gesicht fliegt.

Jetzt umgreifen Sie den Korken und drehen ihn ganz leicht im Kreis. Meist merkt man dann schon, wie er rauskommen will. Man muss ihn fest in der Hand und weg vom Gesicht halten und langsam öffnen.

Ich empfehle immer, die Flasche ohne lauten Plopp zu öffnen, denn sonst schießt schon Sekt heraus. Es sollte eher ein Zischen sein. Am besten stehen die Gläser bereit, um direkt den ersten Schluck einzuschenken.

Die Flasche ist nicht leer - wie bewahre ich sie auf und wie lange kann ich den Sekt noch trinken?

Raumland: Das hängt vor allem davon ab, wie viel Sekt ich schon aus der Flasche entnommen habe. Sind das nur ein, zwei Gläser, reicht ein simpler, gängiger Sektverschluss mit einem Klapp- oder Steckmechanismus, um den Druck zu bewahren, der noch in der Flasche ist. Damit hält sich der Sekt gekühlt noch ein bis zwei Tage.

Eine Kühlschranktür, die häufig geöffnet wird, eignet sich allerdings nicht so gut zum Aufbewahren. Denn je mehr Bewegung in der Flasche, desto mehr Kohlensäure entweicht. Dass ein in den Flaschenhals gehängter Silberlöffel das verhindert, ist übrigens ein Mythos.

Ist die Flasche schon um mehr als die Hälfte geleert, entweicht die Kohlensäure unweigerlich. Es gibt mittlerweile das sogenannte Coravin-Sparkling-System, das Kohlensäure auf die Flasche gibt, sodass der Druck in der Flasche bleibt. Damit kann man eine geöffnete Flasche sogar ein, zwei Wochen konservieren. Die Variante ist etwas teurer und lohnt sich vor allem bei hochwertigen Sekten.

Als Sektmacher empfehle ich, die Flasche möglichst leerzutrinken, wenn nur noch ein oder zwei Gläser drin sind, und dann lieber später eine neue zu öffnen. Damit sind Sie auf der ganz sicheren Seite! (dpa)


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