Urteil im New Yorker Hotel-Fall: Fünf Jahre mietfrei durch Gesetzeslücke

| War noch was…? War noch was…?

Ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen einem Hotelgast und den Eigentümern des New Yorker Hotels fand nun sein juristisches Ende. Wie die New Yorker Staatsanwaltschaft erklärte. nutzte der Angeklagte eine veraltete mietrechtliche Bestimmung, um jahrelang ohne Zahlung in dem Betrieb zu residieren und sich sogar als Eigentümer der Immobilie auszugeben.

Ein US-Gericht hat den Fall eines Mannes abgeschlossen, der über einen Zeitraum von rund fünf Jahren ein Zimmer im New Yorker Hotel bewohnt hatte, ohne dafür Miete oder Zimmerraten zu entrichten. Das Urteil markiert den Schlusspunkt einer bizarren Folge von juristischen Auseinandersetzungen, die in der New Yorker Hotelbranche für Aufsehen sorgten.

Die juristische Grundlage des Aufenthalts

Der Fall begann im Jahr 2018, als der Betroffene für eine Nacht ein Zimmer im Hotel New Yorker mietete. Nach Ablauf der Nacht forderte er unter Berufung auf den „Rent Stabilization Act“ einen Mietvertrag für das Zimmer. Dieses Gesetz ermöglicht es Bewohnern von Einzelzimmern in Gebäuden, die vor 1969 errichtet wurden, unter bestimmten Bedingungen dauerhafte Mietverhältnisse zu stabilisierten Preisen einzufordern.

Da das Hotelmanagement auf seine Forderung zunächst nicht reagierte und zu einer entscheidenden Gerichtsanhörung keinen Rechtsbeistand entsandte, entschied ein Richter im Versäumnisurteil zugunsten des Gastes. Er erhielt das Recht auf „Besitz“ des Zimmers, was er in der Folgezeit als Grundlage für seinen kostenlosen Aufenthalt nutzte.

Eskalation durch gefälschte Besitzansprüche

Im weiteren Verlauf weitete der Mann seine Ansprüche eigenmächtig aus. Er hinterlegte im offiziellen Online-Register der Stadt New York gefälschte Dokumente, die ihn als Eigentümer des gesamten Gebäudes auswiesen. Das Hotel gehört faktisch der Vereinigungskirche (Unification Church).

Der Verurteilte trat gegenüber Dritten als rechtmäßiger Besitzer auf. Er forderte von Wyndham die Übertragung des Franchisevertrags auf seinen Namen und versuchte, die Bankverbindungen des Hotels auf sich umzuleiten. Zudem forderte er von anderen Mietern im Gebäude die Zahlung von Mieten an ihn persönlich.

Das Urteil und die strafrechtlichen Konsequenzen

Die Justizbehörden griffen schließlich ein, als die Beweise für Dokumentenfälschung und versuchten schweren Betrug erdrückend wurden. Der Mann wurde im Jahr 2024 aus dem Hotel geräumt und verhaftet.

Nun bekannte sich der Angeklagte des Betrugs schuldig. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von sechs Monaten, die durch die bereits geleistete Untersuchungshaft als verbüßt gilt. Zusätzlich wurde eine fünfjährige Bewährungsstrafe verhängt. Teil der richterlichen Auflage ist zudem eine verpflichtende psychiatrische Behandlung. Der Verurteilte selbst rechtfertigte sein Vorgehen als eine Form von Aktivismus gegen die Eigentümerstruktur des Hotels, was das Gericht jedoch als kriminelle Handlung einstufte.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

In einem Lokal streitet sich eine Gruppe, dabei wird ein Mensch verletzt. Er erliegt später seinen Verletzungen. Die Polizei fahndet.

Ein Hotelier aus dem Raum Ebersberg wurde vom Amtsgericht München wegen Subventionsbetrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er hatte kurz vor dem gewinnbringenden Verkauf seines Hauses Corona-Fördergelder in fünfstelliger Höhe beantragt.

Robbie Williams will unter die Hoteliers gehen. Der Popstar plant eine globale Hotelkette mit integrierten Showbühnen, um Beherbergung und Live-Entertainment zu verknüpfen – inspiriert von überteuerten Frühstückspreisen in den USA.

Mit den Worten «Ich will sterben» zeigte ein Mann in einem Restaurant in Bielefeld eine scharfe Handgranate – und forderte Wodka. Bei seiner Festnahme wurde er schwer verletzt. Im Prozess hat der Angeklagte am ersten Tag geschwiegen.

Das Hotel Bareiss feiert sein 75-jähriges Bestehen und ehrt im Morlokhof zahlreiche Mitarbeiter für bis zu 35 Jahre Betriebstreue. Die Inhaberfamilie sowie Vertreter von IHK und Politik betonen die Bedeutung langjähriger Arbeitsverhältnisse

Bunt, modern, emotional: Das neue Wiesn-Plakat wurde hochgelobt - und sorgt nun für Wirbel. Warum der Künstler jetzt sogar Anfeindungen im Netz erlebt – und was die Stadt dazu sagt.

Nach dem mutmaßlichen Verschwinden und dem sexuellen Missbrauch eines Mädchens aus dem südbadischen Erlebnisbad Rulantica erheben die Eltern Vorwürfe gegen den Europa-Park.

Vor vier Jahren warf Gil Ofarim einem Hotelmitarbeiter vor, ihn aus antisemitischen Gründen nicht einchecken lassen zu haben. Die Vorwürfe waren erfunden. Nun äußert sich der Mitarbeiter erstmals.

Er kam als umstrittenster Thronanwärter - und geht als König: Musiker Gil Ofarim hat trotz aller kontroversen Diskussionen um seine Person das RTL-Dschungelcamp gewonnen. Der 43-Jährige erhielt am späten Abend die meisten Stimmen der Zuschauer.

Lecker oder gewöhnungsbedürftig? Ein Känguru-Chili in der Uni-Mensa in Erlangen spaltet die Meinungen – und bringt sogar Buchautor Marc-Uwe Kling ins Gespräch.