Wegen vier Gramm Kokain - Wiesenwirt Ludwig Reinbold zu 72.000 Euro Geldstrafe verurteilt

| War noch was…? War noch was…?

Das Amtsgericht München hat Wiesnwirt Ludwig Reinbold zu 72.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Der 34-Jährige hatte vor vier Jahren vor seiner Wohnung an der Gaststätte Franziskaner Kokain gekauft. Aufgeflogen war das Ganze durch einen Großdealer, der zuvor bereits von Münchner Polizisten berichtet hatte, die ebenfalls bei ihm Kunde gewesen sein sollen.

Der Dealer, der schon im Jahr 2018 erwischt wurde, konnte laut Süddeutscher aber nicht nur Geschichten über Polizeibeamte erzählen. Vor Gericht gab er demnach an, zu einer Party beim "Sohn vom Franziskaner" bestellt worden zu sein. Dort habe ihm der sichtlich betrunkene Reinbold für 400 Euro Kokain abgekauft: "Der lag halb auf der Eingangstüre, hatte eine Lederhose an und war besoffen", so seine Aussage laut SZ

Auch ein ehemaliger Freund Reinbolds und ein Haargutachten belasten den Gastronom. Der frühere Freund berichtete von "wilden Partys in der Residenzstraße" und Kokain-Konsum. Das Haargutachten aus dem Jahr 2020 ergab laut Bayerischem Rundfunk eine "absurd hohe" Kokain-Konzentration. Zudem sei ein Wirkstoff gefunden worden, der in Ecstasy vorkomme. 

Im aktuellen Prozess ging es jedoch nicht um den Konsum der Drogen, sondern den Erwerb. Die Höhe der verhängten Geldstrafe erlaubt Einblick in die finanziellen Möglichkeiten des Wirts. Reinbold wurde zu 90 Tagessätzen verurteilt. 72.000 Euro entsprechen der Einschätzung des Gerichts zufolge drei Nettomonatseinkommen.

Das Urteil gibt auch einen Einblick in die finanziellen Möglichkeiten Reinbolds: Er wurde zu 90 Tagessätzen verurteilt. Das heißt: 72.000 Euro entsprechen der Einschätzung des Gerichts zufolge drei Nettomonatseinkommen. Die Anklage hatte 160 Tagessätze gefordert. 

Die Münchner Staatsanwaltschaft will nach dem Urteil gegen Wiesnwirt Ludwig Reinbold in Berufung gehen. Dies teilte Pressesprecherin Anne Leiding auf SZ-Anfrage mit. Die Staatsanwaltschaft will demnach den Einspruch auf die Rechtsfolgen beschränken - das bedeutet, es geht ihr nur um die Anzahl der Tagessätze.


Zurück

Vielleicht auch interessant

In Erfurt werden einem Medienbericht zufolge mehrere italienische Restaurants durchsucht. Ermittler schweigen zu den Hintergründen. Welche Rolle spielt die Mafia-Vermutung?

Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder geht es auch immer wieder um die lange Vorgeschichte der Tat. Gab es schon 2022 einen Entführungsversuch? Dazu sagte nun ein Privatdetektiv aus.

Der FC Bayern München verbleibt vor dem Heimspiel gegen Paris Saint-Germain in seinem Stammhotel in Unterschleißheim. Der französische Meister weicht nach Medienberichten auf eine Unterkunft am Schwabinger Tor aus.

Blumen für Christina Block, dann beginnt wieder der Prozessalltag. Wie bewerten Verteidiger und Nebenklage die Aussage eines mutmaßlichen Fahrers bei der Entführung der Kinder?

Nach der Befragung eines mutmaßlichen Fahrers bei der Entführung der Block-Kinder haben Verteidigung und Nebenklage diese Zeugenaussage ganz unterschiedlich bewertet. Es gebe zahlreiche Widersprüche, sagte der Anwalt der Angeklagten Christina Block.

Schlaftourismus boomt weltweit. Statt mit Action oder Sightseeing locken immer mehr Hotels mit erholsamen Nächten bis hin zu medizinischen Schlaf-Retreats. Je erholsamer die Nächte, desto schöner der Urlaub: Die Erfolgsformel ist simpel. Die Zielgruppe ist riesig.

Für unzählige Frauen in Ägypten sind Reisen allein völlig normal. Als eine Journalistin trotzdem kein Hotelzimmer allein buchen kann, zieht sie vor Gericht - und hat schließlich Erfolg.

Vom Handwerker-Ausweichquartier zu einem der berühmtesten Vergnügungsviertel der Welt: Die Hamburger Reeperbahn hat in 400 Jahren einiges an Wandel erlebt. Grund genug, sich dafür zu feiern.

Nach dem tödlichen Vorfall mit einer vergifteten Champagnerflasche hat das Landgericht Weiden den Angeklagten freigesprochen. Die Beweislage reichte der Strafkammer für eine Verurteilung nicht aus.

Unbekannte haben in München ein israelisches Restaurant angegriffen. Die Polizei verspricht nun eine Belohnung von 5.000 Euro für entscheidende Zeugenhinweise – und geht einer neuen Spur nach.