Das Wellnesshotel Das Stemp in Büchlberg im Landkreis Passau nutzt seine Tiefgarage als Zwischenspeicher für das Wasser seiner Naturpools und des Schwimmteichs. Betreiber Herbert Stemp lässt die Becken bei der Grundreinigung in die Garage entleeren und pumpt das Wasser anschließend zurück. Nach seiner Berechnung spart das Verfahren jährlich rund 6,5 Millionen Liter Frischwasser.
Das Hotel leitet Poolwasser zur Reinigung in die Tiefgarage
Wie unter anderem der Bayerische Rundfunk berichtete, soll das Wasser drei- bis viermal im Jahr in die Tiefgarage geleitet werden. Dafür müssen zunächst alle Fahrzeuge aus dem Bereich entfernt werden. Anschließend reinigt ein Mitarbeiter den Boden und die Wände mit einem Hochdruckgerät. Eine spezielle Beschichtung soll verhindern, dass das Wasser mit dem Untergrund in Berührung kommt.
Über vier große Rohre gelangt das Wasser in die Garage. Der Vorgang dauert nach Angaben des BR weniger als zwei Stunden. Damit die Wassermassen nicht aus dem Bereich abfließen, sind an der Einfahrt und an Türen Hochwasserschutzelemente angebracht.
Betreiber beziffert jährliche Wasserersparnis auf Millionen Liter
Stemp schätzt, dass er durch die Zwischenlagerung jährlich rund 6,5 Millionen Liter Wasser spart. Würde er das Wasser bei den Reinigungen ablassen und anschließend ersetzen, lägen die Kosten nach seiner Einschätzung bei ungefähr 25.000 Euro im Jahr.
Hintergrund der regelmäßigen Reinigung sind Ablagerungen, die sich in den Becken und im Schwimmteich bilden. Da dort überwiegend Naturwasser statt gechlortem Wasser verwendet werde, entstehe unter anderem ein Biofilm an Böden und Wänden, erklärte Stemp dem BR. Die Reinigung diene auch dem Erscheinungsbild der Badebereiche. In derselben Nacht, in der die Becken gereinigt werden, wird das zwischengelagerte Wasser zurückgepumpt.
Experte bezweifelt eine schnelle Amortisation der Investition
Die Idee entstand im Zuge der Planung einer neuen Tiefgarage, die zugleich als Speicherbecken dienen sollte. Bis zur Umsetzung habe Stemp zunächst seinen Poolbauer überzeugen müssen. Die Garage kann nach Angaben des Münchner Merkurs bis zu 3.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen.
Michael Messner von der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer äußerte sich im BR-Bericht zur Wirtschaftlichkeit des Konzepts. Er bezweifle, dass sich eine solche Investition innerhalb weniger Jahre auszahle. Zugleich sagte er: „Aber ich halte es für ein Leuchtturmprojekt, das uns dahinführt, dass wir sensibler werden für den Einsatz von Ressourcen.“
Das Hotel in Büchlberg begann in den 1970er-Jahren als Betrieb für Urlaub auf dem Bauernhof und verfügt heute über 60 Zimmer. Neben der Wasserspeicherung setzt der Betreiber unter anderem auf zwei Blockheizkraftwerke, Hackschnitzel aus der Region und Photovoltaikanlagen.
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