Der Streit um die Umgestaltung von Figuren an Fahrgeschäften auf dem Münchner Oktoberfest spitzt sich zu. Aus Protest gegen Aufforderungen, Frauenfiguren wegen rassistischer und sexistischer Stereotype anders zu gestalten, will ein Teil der Schausteller den traditionellen Wiesn-Rundgang boykottieren. Die Stadt München bedauert dies.
«Angesichts des Übergriffs wegen angeblich rassistischer Stereotype auf der Fassade des Traditionsfahrgeschäfts "Teufelsrad" sagen wir hiermit unsere Teilnahme ab», heißt es in einem Brief des Bundesverbandes Schausteller und Marktkaufleute an das Münchner Wirtschaftsreferat. Darin ist auch von «Zensurmaßnahmen» und «Zwangspinselei» die Rede.
Das Schreiben, über das zuvor die Zeitungsgruppe «Münchner Merkur/tz» berichtet hatte, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
«Die Schausteller wehren sich gegen Zensur», heißt es in dem Brief weiter. «Die Gestaltung der Betriebsstätte ist Kernkompetenz des Unternehmers als Träger des wirtschaftlichen Risikos.» Nach Angaben von Präsident Patrick Arens sind 60 bis 70 Betriebe auf der Wiesn in seinem Verband organisiert. Das macht nur einen Teil der Betriebe aus.
Die Stadt München teilte der dpa mit: «Wir nehmen den Brief des Bundesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute zur Kenntnis und bedauern die Absage. Gerade bei einem so kontrovers diskutierten Thema braucht es einen vertrauensvollen Austausch und Kompromissbereitschaft.» Der Deutsche Schaustellerbund werde an dem Presserundgang teilnehmen.














