Altmaier: „Kein Arbeitsplatz muss wegen Corona verloren gehen“

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat in einer Talkshow eine weitgehende Garantie abgegeben: Altmaier versprach, alles dafür zu tun, damit kein Arbeitsplatz wegen Corona verloren gehe und kein gesundes Unternehmen schließen müsse.

Der Minister machte bei "Hart aber fair" aber auch klar, dass: „Es wäre verantwortungslos zu sagen, dass in zwei oder vier Wochen der ganze Spuck wieder vorbei ist.“ Deutschland müsse sich auf eine längerfristige Ausnahmesituation einstellen, so wie die Wirtschaft. Die Bundesregierung tue alles, um Firmen, die wegen des Virus mit Ausfällen kämpfen müssten, zu unterstützen. „Wir haben so viele Reserven, dass wir versprechen können, dass wir alles tun werden, damit kein Arbeitsplatz wegen Corona verloren geht und kein gesundes Unternehmen schließen muss. Wir sind bereit, notfalls auch Schulden zu machen, um die Ausgaben zu stemmen“, sagte Altmaier.


[AKTUELL +++ Kurzarbeit und Coronavirus: DEHOGA antwortet auf die wichtigsten Fragen +++
Die Große Koalition hat Verbesserung beim Kurzarbeitergeld beschlossen. Aber welche Betriebe erhalten überhaupt Kurzarbeitergeld? Wie werden Anträge gestellt? Was muss beachtet werden? In einem ausführlichen Katalog gibt der DEHOGA Antworten auf die wichtigsten Fragen.]


 

In der aufziehenden Wirtschaftskrise wegen der Corona-Epidemie will die Bundesregierung ein gewaltiges Schutzschild für Unternehmen und Jobs aufbauen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kündigten am Freitag unbegrenzte Kreditprogramme für betroffene Firmen an. Aus Brüssel kam gleichzeitig volle Rückendeckung für milliardenschwere Hilfen der EU-Staaten an ihre Unternehmen und Bürger. Die gemeinsame Botschaft: Es wird alles Notwendige getan werden.

Ziel der Bundesregierung ist es, die Liquidität von Firmen sicherzustellen, die wegen der Coronavirus-Krise in Finanznöte geraten. Bestehende Kreditprogramme sollen ausgeweitet und Bedingungen gelockert werden. Eine zentrale Rolle spielt die Staatsbank KfW. Daneben wird der Zugang zu Bürgschaften erleichtert.

Beschäftigte sollen in der Krise durch öffentlich finanziertes Kurzarbeitergeld vor Arbeitslosigkeit geschützt werden. Der Bundestag beschloss dies am Freitag einstimmig, und der Gesetzentwurf ging dann sofort auch durch den Bundesrat.

Scholz sagte, es gebe keine Grenze nach oben bei der Kreditsumme der KfW, es sei ausreichend Geld da. Altmaier sprach von der umfassendsten und wirksamsten Hilfestellung in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Bundesregierung schloss außerdem weitergehende Hilfen nicht aus. Falls nötig könnten Konjunkturprogramme aufgelegt werden, sagte Scholz.

Die beschlossenen Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld bezeichnete DEHOGA-Präsident Zöllick als „Schritt in die richtige Richtung, dem weitere Maßnahmen folgen müssen.“ Dazu gehörten eine unkomplizierte Antragstellung sowie der Ausbau der Kapazitäten bei den Arbeitsagenturen zur Bearbeitung der Anträge.

Kurzfristig müssten Liquiditätshilfen mit einer 100-prozentigen Haftungs-freistellung und mit einer langjährigen Tilgung auf den Weg gebracht werden.

Im Lichte der aktuellen Entwicklung in Italien (Schließung aller gastronomischen Betriebe) fordert der Verband ein effektives Hilfsprogramm in Form von direkten Finanzhilfen. Wenn keine Umsätze mehr getätigt werden könnten, bedürfe es zwingend unbürokratischer und schneller Hilfe. Die bestehenden Förderinstrumente KfW und Bürgschaftsbanken würden nicht ausreichen.

Eine Maßnahme, die sofort helfen würde, wäre die Senkung der Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe. „Die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für alle Speisen auf sieben Prozent verschafft den Betrieben effektiv, nachhaltig, unbürokratisch und ohne komplizierte Antragsverfahren die dringend benötigte Liquidität“, macht Zöllick deutlich. „Die Maßnahme wäre ein wichtiges Signal für die Branche, das Zuversicht schaffen und insbesondere auch vermitteln würde, dass die Politik gerade die kleinen und mittleren Familienbetriebe nicht im Stich lässt.“

(Mit Material der dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ifo-Geschäftsklima fällt drittes Mal in Folge

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September erneut verschlechtert. Vor allem in der Industrie trübte sich das Geschäftsklima ein. Im Gastgewerbe und Tourismus sei laut Ifo-Institut jedoch eine gewisse Zuversicht zurückgekehrt.

Warum hassen Kinder Brokkoli? Neue Studie gibt Hinweise

Brokkoli oder Blumenkohl - für viele Kinder sind diese Lebensmittel einfach nur «pfui, bäh». Aber warum? Ein Forscherteam hat nun untersucht, was beim Essen der Kohlsorten passiert: Im Mund könnten Speichel-Bakterien schwefelhaltige Verbindungen erzeugen.

 

Liste der Corona Risikogebiete in Deutschland

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 62,5 an. Tendenziell geht die Zahl somit seit rund zwei Wochen zurück.

Was ist der Unterschied zwischen Hotel und Resort?

Wer einen Urlaub in einer schönen Unterkunft buchen möchte, dem begegnet häufig das Wort «Resort» - klingt schick und ein bisschen luxuriös. Das muss es aber nicht sein, denn jeder Beherbergungsbetrieb kann sich so nennen.

Ifo-Prognose: "Die Konjunktur ist gespalten"

Das Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft wegen der anhaltenden Lieferengpässe in der Industrie deutlich gesenkt. Besser lief es im Handel und bei den Dienstleistungen.

Ifo-Institut senkt Wachstumsprognose

Das Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft gesenkt. In diesem Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung nur um 2,5 Prozent zulegen – 0,8 Prozentpunkte weniger als bisher vorhergesagt.

Mitarbeitermangel in Hotels und Restaurants: Die Misere in offiziellen Zahlen

Die Pandemie hat Deutschlands Dienstleistungsbranchen flächendeckend verändert: Lokale, Serviceschalter und Praxen blieben zu - das Personal suchte sein Heil woanders. Offizielle Zahlen zeigen, wie dramatisch die Lage ist.

Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt: Immer weniger Beschäftigte im Gastgewerbe

Der Tourismus zieht in Sachsen-Anhalt langsam wieder an, dennoch hat die Corona-Pandemie tiefe Spuren in der Branche hinterlassen. Vor allem der Fachkräftemangel hat sich stark verschärft, wie aus dem aktuellen Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbands hervorgeht.

Arbeitsmarkt Gastgewerbe: Zahl der offenen Stellen verdoppelt

Dem deutschen Gastgewerbe fehlen weiterhin zahlreiche Arbeitskräfte. Den Zahlen der Bundesagentur zufolge, hat sich die Zahl der offenen Stellen in der Gastronomie seit April praktisch verdoppelt. Besonders drastisch präsentiert sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt.

Müssen Arbeitgeber Kündigung bestätigen?

Es kann vorkommen, dass Beschäftigte ihre Kündigung einreichen - und keinerlei Reaktion vom Arbeitgeber erhalten. Was dann? Müssen sich Betroffene um eine Bestätigung bemühen?