Deutsche Beschäftigte etwas zufriedener mit ihrem Leben

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Deutschen sind mit ihren Lebensverhältnissen und den beruflichen Aussichten an ihrem Arbeitsplatz wieder etwas glücklicher - wenngleich noch immer weniger als die Hälfte zufrieden auf das eigene Leben blickt. Das zeigt die Gallup-Studie «State of the Global Workplace 2026», die die Situation im vergangenen Jahr abbildet. Der Iran-Krieg und seine Folgen auch für die Berufswelt in Deutschland sind in der Umfrage also nicht berücksichtigt. 

Der Anteil zufriedener Arbeitnehmer in Deutschland ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 von 45 auf 48 Prozent gestiegen, wie die Befragung des weltweit agierenden Analyse- und Beratungsunternehmens Gallup ergab. Gleichzeitig sank der Stresslevel - 38 statt im Vorjahr 41 Prozent gaben an, sich am Tag vor der Befragung gestresst gefühlt zu haben. 32 Prozent statt im Vorjahr 34 Prozent erklärten, sie fühlten sich ausgebrannt. 67 Prozent (Vorjahr: 72 Prozent) bewerteten die Chancen auf dem Arbeitsmarkt positiv. 

Stress als Teil des Lebens

«Stress ist ein Teil des Lebens», sagt der Director of Research & Analytics bei Gallup, Marco Nink. Zum Problem werde er dann, wenn die Erholung ausbleibe. «Abschalten nach der Arbeit ist extrem wichtig – nicht nur für das psychische Wohlbefinden, sondern auch, um langfristig gesund, leistungsfähig und produktiv zu bleiben.» 

Insgesamt wurden 141.444 Arbeitnehmer in 149 Ländern der Welt befragt, davon 38 in Europa. Deutschland liegt in Europa auf Platz 20 nach Platz 21 im Vorjahr - und damit wie die deutschsprachigen Nachbarländer Österreich und Schweiz im Mittelfeld. 

Nordische Länder zufriedener

Spitzenreiter sind Länder im Norden des Kontinents: Finnland mit 81 Prozent Zufriedenheit, vor Island (78 Prozent), Dänemark (78 Prozent) und Schweden (69 Prozent). 

«Die Lebensbewertung der Beschäftigten in Deutschland hellt sich nach einem kontinuierlichen Abwärtstrend und dem Stimmungstief der vergangenen zwei Jahre leicht auf», sagt Gallup-Forscher Nink. Das sei ein positives Signal. «Dennoch blickt weiterhin weniger als die Hälfte zufrieden auf das eigene Leben und zuversichtlich in die Zukunft», betont der Forscher. 

2021 hatte die Zufriedenheit der Deutschen noch bei 57 Prozent gelegen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein Krankenschein hat einen hohen Beweiswert. Um den zu erschüttern, braucht ein Arbeitgeber deutliche Indizien. Das zeigt einmal mehr ein Urteil des Arbeitsgerichts Nordhausen, auf den die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

So viele Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr seit mehr als zehn Jahren nicht. Creditreform warnt: Noch hat die Pleitewelle ihren Scheitelpunkt nicht erreicht. Die Liste der Probleme ist lang.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass bargeldloses Bezahlen im Urlaub einen neuen Höchststand erreicht hat. Vor allem jüngere Reisende nutzen Kreditkarten und Smartphones, während bei der Generation über 50 Jahre Bargeld weiterhin knapp dominiert.

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass sich 21 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub leisten konnten. Besonders betroffen waren einkommensschwache Haushalte sowie Alleinerziehende.

Das Gastgewerbe hat sich im Mai 2026 besser entwickelt als andere Branchen des deutschen Mittelstands. Der DATEV-Mittelstandsindex weist sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Löhnen die stärksten Zuwächse unter den untersuchten Wirtschaftszweigen aus.

Eine Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich im Urlaub erreichbar bleiben. Besonders Führungskräfte sind während der freien Tage häufig digital oder telefonisch für den Betrieb verfügbar, was von vielen als Belastung empfunden wird.

Viele Menschen in Deutschland sparen – vor allem bei Kleidung sowie beim Besuch von Restaurants, Cafés und Bars. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag des Preisvergleichsportals Idealo.

Die Gastronomie und die Hotellerie in Deutschland haben im April 2026 preisbereinigt jeweils 7,4 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat. Für das Gastgewerbe insgesamt weist das Statistische Bundesamt ein reales Minus von 7,1 Prozent aus.

Deutschland liegt laut einer internationalen Studie beim Einsatz KI-generierter Spesenbelege an der Spitze. Jeder zehnte Beschäftigte nutzt solche Belege regelmäßig, während jeder Fünfte angibt, Ausgaben grundsätzlich falsch darzustellen.

Eine Umfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement zeigt für 2026 ein überwiegend stabiles Geschäftsreiseaufkommen. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen von wachsender Unsicherheit durch Preissteigerungen, geopolitische Risiken und Einschränkungen im Luftverkehr.