DGB-Ausbildungsreport sieht Hotelfachleute und Köche erneut auf hinteren Plätzen

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Hotelfachleute und Köche schneiden im Ausbildungsreport 2026 der DGB-Jugend erneut vergleichsweise schlecht ab. Im Gesamtranking der 25 untersuchten Ausbildungsberufe landen Hotelfachleute auf Platz 23 und Köche auf Platz 21. Besonders auffällig ist die Bewertung der fachlichen Qualität der Ausbildung im Betrieb: Hier stehen Hotelfachleute auf dem letzten Platz. Auch bei der allgemeinen Zufriedenheit liegen beide Berufe unter dem Durchschnitt.

Für den Ausbildungsreport 2026 wurden nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur 13.227 Auszubildende aus 25 häufig gewählten Ausbildungsberufen innerhalb von zwölf Monaten bis Mai 2026 befragt. Der Schwerpunkt der diesjährigen Erhebung liegt auf der mentalen Gesundheit.

Das Gesamtranking zur Ausbildungsqualität setzt sich aus vier Bereichen zusammen: fachliche Qualität der Ausbildung, Ausbildungszeiten und Überstunden, Ausbildungsvergütung sowie persönliche Beurteilung der Ausbildungsqualität.

Für das Hotel- und Gaststättengewerbe fällt das Ergebnis erneut vergleichsweise schwach aus. Hotelfachleute erreichen im Gesamtranking Platz 23, Köche Platz 21 von insgesamt 25 untersuchten Ausbildungsberufen. Der Report weist darauf hin, dass damit erneut Berufe aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe auf den hinteren Plätzen vertreten sind.

Hotelfachleute bei fachlicher Ausbildungsqualität auf letztem Platz

Besonders schlecht schneiden angehende Hotelfachleute bei der fachlichen Qualität ihrer Ausbildung im Betrieb ab. In diesem Teilranking stehen sie auf Platz 25 und damit an letzter Stelle. Köche erreichen Platz 19.

Im Kapitel zur fachlichen Qualität untersucht der Report unter anderem das Einhalten des Ausbildungsplans, ausbildungsfremde Tätigkeiten sowie die fachliche Anleitung und Betreuung durch die Ausbilder.

Über alle untersuchten Berufe hinweg hat mehr als ein Drittel der Befragten, 34,5 Prozent, keinen betrieblichen Ausbildungsplan vorliegen. Nach Angaben des Reports ist ein solcher Plan gesetzlich vorgeschrieben und soll dem Ausbildungsvertrag beigefügt und dem Auszubildenden ausgehändigt werden.

Auch ausbildungsfremde Tätigkeiten bleiben ein Problem. Insgesamt 16,3 Prozent der Befragten geben an, solche Aufgaben immer oder häufig übernehmen zu müssen. Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Anteil um 1,6 Prozentpunkte gestiegen. 2023 hatte er noch bei 12,7 Prozent gelegen.

Die genannten Werte zum Ausbildungsplan und zu ausbildungsfremden Tätigkeiten beziehen sich auf die Gesamtheit der Befragten. Für Hotelfachleute und Köche weist der Report an diesen Stellen keine entsprechenden Einzelwerte aus.

Nur 53,6 Prozent der Hotelfachleute sind zufrieden

Auch bei der persönlichen Ausbildungszufriedenheit liegen die beiden gastgewerblichen Berufe unter dem Durchschnitt. Von den angehenden Hotelfachleuten geben 53,6 Prozent an, mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Bei den Köchen sind es 58,1 Prozent.

Hotelfachleute stehen bei dieser Einzelfrage allerdings nicht an letzter Stelle. Verkäufer erreichen einen Zufriedenheitswert von 52,5 Prozent, Zahnmedizinische Fachangestellte 50,7 Prozent.

Deutlich höhere Werte erreichen etwa Verwaltungsfachangestellte mit 81,8 Prozent, Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen mit 81,1 Prozent, Bankkaufleute mit 80,4 Prozent und Industriemechaniker mit 80,2 Prozent.

Über alle untersuchten Berufe hinweg geben 65,7 Prozent der Befragten an, mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. 17,2 Prozent sind sehr zufrieden und 48,5 Prozent zufrieden. Weitere 26,7 Prozent bezeichnen sich als teilweise zufrieden. Insgesamt 7,6 Prozent sind eher oder sehr unzufrieden.

Ausbildungszufriedenheit fällt auf Tiefstand

Gegenüber dem Vorjahr ist die Ausbildungszufriedenheit insgesamt deutlich zurückgegangen. 2025 waren noch 71,6 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden. 2026 sind es 65,7 Prozent und damit 5,9 Prozentpunkte weniger. Nach Angaben des DGB ist dies der niedrigste jemals im Rahmen des Ausbildungsreports ermittelte Wert.

Auch bei den beiden gastgewerblichen Berufen liegen die aktuellen Zufriedenheitswerte unter denen des Vorjahres. Im Ausbildungsreport 2025 waren 59,7 Prozent der Hotelfachleute und 63,2 Prozent der Köche zufrieden oder sehr zufrieden. Im aktuellen Report sind es 53,6 beziehungsweise 58,1 Prozent. Damit liegen die Werte bei Hotelfachleuten 6,1 Prozentpunkte und bei Köchen 5,1 Prozentpunkte unter den Vorjahreswerten.

Mehr als jeder dritte Auszubildende macht regelmäßig Überstunden

Bei den Ausbildungsbedingungen sieht der Report ebenfalls Probleme. Über alle untersuchten Berufe hinweg leisten 35,4 Prozent der Befragten regelmäßig Überstunden. Im Vorjahr lag der Anteil bei 32,3 Prozent.

Ein Blick auf den Vorjahresreport zeigt, dass Arbeitszeiten gerade bei Köchen bereits 2025 ein auffälliges Thema waren. Damals gaben 50,6 Prozent der befragten angehenden Köche an, regelmäßig Überstunden zu leisten. Einen entsprechenden berufsspezifischen Überstundenwert für Köche oder Hotelfachleute weist der Report 2026 an dieser Stelle nicht aus.

Eine wichtige Rolle für die Ausbildungsqualität spielt nach den Ergebnissen auch die Betreuung. 91,1 Prozent der Befragten haben formal einen zugeteilten Ausbilder. Bei 11,6 Prozent dieser Auszubildenden ist der Ausbilder jedoch selten oder nie präsent.

Sind die Ausbilder häufig oder immer vor Ort, sind 83,3 Prozent der Befragten mit der Erklärung der Arbeitsvorgänge zufrieden. Sind sie selten oder nie ansprechbar, trifft dies lediglich auf 14,7 Prozent zu.

Jeder zweite Auszubildende berichtet von psychischen Belastungen

Schwerpunktthema des Ausbildungsreports 2026 ist die mentale Gesundheit. 50,6 Prozent der Befragten berichten von psychischen Belastungen. Nach den von der dpa wiedergegebenen Ergebnissen nennen jeweils rund ein Fünftel Leistungs- und Zeitdruck, Personalmangel oder Verantwortungsdruck als Gründe.

Der Report stellt einen Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen und den Rahmenbedingungen der Ausbildung her. Genannt werden unter anderem fehlende Erholungszeiten, lange Pendelwege, Arbeitszeiten und eine Vergütung, die nicht zum Leben reicht. Mehr als 40 Prozent der Auszubildenden mit psychischen Belastungen wissen demnach nicht, mit wem sie darüber sprechen können.

Diese Angaben beziehen sich auf die Gesamtheit der Befragten und nicht speziell auf Hotelfachleute oder Köche.

Ausbildungsvergütung reicht vielen nicht zum selbstständigen Leben

Auch die finanzielle Situation beschäftigt viele Auszubildende. 65,3 Prozent der Befragten geben an, von ihrer Ausbildungsvergütung weniger gut oder gar nicht selbstständig leben zu können.

Nach den von der dpa veröffentlichten Ergebnissen erhält fast ein Drittel zusätzliche finanzielle Unterstützung von den Eltern, etwa jeder achte Auszubildende hat neben der Ausbildung einen Nebenjob. Auch diese Ergebnisse beziehen sich auf alle Befragten und erlauben keine gesonderte Aussage über Hotelfachleute und Köche.

Für das Gastgewerbe bleibt damit vor allem das berufsspezifische Abschneiden auffällig: Sowohl Hotelfachleute als auch Köche landen im Gesamtranking erneut im hinteren Bereich. Ihre Zufriedenheitswerte liegen unter dem Durchschnitt aller untersuchten Berufe und unter ihren jeweiligen Vorjahreswerten. Bei der fachlichen Qualität der Ausbildung im Betrieb stehen die Hotelfachleute unter den 25 untersuchten Ausbildungsberufen auf dem letzten Platz.


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