DIHK zeichnet „Super-Azubis“ aus Hotellerie und Gastronomie aus

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

In Berlin wurden in dieser Woche zum 19. Mal die Spitzen-Azubis aus den IHK-Berufen ausgezeichnet. Diese Bundesbesten haben in ihren Abschlussprüfungen bei den Industrie- und Handelskammern (IHKs) die höchsten Punktzahlen in ihren Berufen erreicht und sich damit unter rund 250.000 IHK-Prüfungsteilnehmern durchgesetzt. 

Insgesamt gibt es in diesem Jahr 207 Bundesbeste. Zweimal erreichten zwei Top-Azubis im gleichen Beruf die exakt gleiche Punktzahl bei ihren Prüfungsergebnissen. Die Bundesländer mit den meisten Besten sind Bayern und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 37 Super-Azubis. Es folgt Baden-Württemberg mit 35 Besten. 

Zwei Bundesbeste erreichten in ihren Prüfungen unschlagbare 100,00 Punkte: Beide haben den Beruf Verkäufer/Verkäuferin erlernt. Wie schon in den vergangenen Jahren schafften es einige Betriebe, mehrere Bundesbeste in verschiedenen Berufen auszubilden. Und einer Reihe von Unternehmen ist es zum wiederholten Male gelungen, eine Bundesbeste oder einen Bundesbesten auszubilden.

Aus dem Gastgewerbe wurden sieben ehemalige Azubis ausgezeichnet

Restaurantfachmann
Peter Reutlinger, Weingut Franz Keller GmbH & Co. KG Fritz Keller Weine und Gastronomie, Vogtsburg im Kaiserstuhl

Koch
Julian Kaiser, Margit Michel-Trettenbach e.K., Drahthammer Schlöß’l, Amberg

Fachmann für Systemgastronomie
Leonard Karnbrock, Celona Münster Gastro GmbH

Fachkraft für Gastronomie
Maka Lomtadze, McDonalds Deutschland LLC, Zweigniederlassung München

Fachkraft im Gastgewerbe
Hanna-Sophie Kahl Sterneservice UG (haftungsbeschränkt), Hamburg

Hotelfachfrau
Daniela Namberger, Hotel-Gasthof Zur Post, Ruhpolding

Hotelkauffrau
Romy Bechlem, Lindner Hotel, Frankfurt am Main

Auch die beste Kosmetikerin kommt aus einem Hotel
Tatiana Balashina, Seehotel Krautkrämer, Münster

 

Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), sowie Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gratulierten den Preisträgerinnen und Preisträgern, die mit Pokalen und Urkunden ausgezeichnet wurden. 

Adrian sprach den Bundesbesten, die trotz der turbulenten Zeiten einen perfekten beruflichen Auftakt geschafft hätten, seine Anerkennung aus. "Das ist Ihr Abend! Darauf dürfen Sie sehr stolz sein. Ohne Ihr Engagement wäre die Bühne heute leer", lobte der DIHK-Präsident, der gleichzeitig den Ausbilderinnen und Ausbildern sowie den Lehrerinnen und Lehrern an den beruflichen Schulen für das Engagement in der dualen Ausbildung dankte. 

Erfolgsmodell vor Herausforderungen

Er wies auf einige Herausforderungen für das Erfolgsmodell duale Ausbildung hin. "Laut unserer DIHK-Ausbildungsumfrage konnte zuletzt jeder zweite IHK-Ausbildungsbetrieb nicht alle Ausbildungsplätze besetzen", warnte Adrian. "Das ist ein neuer Negativrekord! Fast 30.000 Ausbildungsbetriebe haben nicht einmal eine einzige Bewerbung erhalten und gingen damit komplett leer aus." 

Hier müsse gegengesteuert werden, mahnte er. "Eine erfolgreiche Ausbildung fängt in der Schule an. Wir brauchen darum in Deutschland eine verpflichtende und ausgewogene Berufsorientierung in allen Schulen. Nur so können Schulabgänger flächendeckend ihre beste Berufswahl treffen. Auch die Gymnasien müssen flächendeckend über die vielfältigen Chancen einer Ausbildung informieren." 

Der DIHK-Präsident erinnerte an die bundesweite Kampagne, mit der DIHK und IHKs seit einiger Zeit Schulabgängerinnen und Schulabgänger sowie deren Eltern für eine IHK-Ausbildung begeistern möchten: "'Ausbildung macht mehr aus uns' und 'Jetzt könnenlernen' – diese Botschaften stehen im Zentrum", berichtete er. 

Habeck: "Es braucht Vorbilder wie Sie"

Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck betonte den hohen Stellenwert der individuellen Bestleistungen der Auszubildenden: "Qualifizierte und engagierte Auszubildende von heute sind unsere Fachkräfte von morgen. Ich freue mich daher besonders, dass ich heute die Auszubildenden ehren kann, die sich mit großartigen Leistungen hervorgetan haben." 

Denn, so Habeck: "Es braucht Vorbilder wie Sie, die aufzeigen, wie attraktiv die Berufliche Bildung sein kann und welche Vorteile dieser Bildungszweig sowohl für die Ausgebildeten selbst, aber auch für die Betriebe mit sich bringt. Ihr enormer Einsatz trägt entscheidend dazu bei, dem drängenden Fachkräftebedarf zu begegnen. Dafür möchte ich Ihnen herzlich danken und gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern!" 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Seit dem 1. Januar 2026 unterliegen Betriebe in Deutschland einer erweiterten Mitteilungspflicht, wenn sie Personal aus Nicht-EU-Staaten rekrutieren. Arbeitgeber sind nun gesetzlich dazu verpflichtet, Drittstaatsangehörige bereits im Rahmen des Anwerbeprozesses über verfügbare arbeits- und sozialrechtliche Beratungsangebote aufzuklären.

Die Bundesregierung hat die Sachbezugswerte für das Jahr 2026 angepasst. Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Gastronomie und Hotellerie ändern sich damit die Sätze für freie Verpflegung und Unterkunft.

KI boomt, aber Empathie bleibt gefragt. Warum Bau und Pflege Gewinner sind, Löhne steigen - und welche Branchen jetzt zittern müssen. Das steckt hinter den sechs Jobtrends im neuen Jahr.

Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland ist offen für einen Jobwechsel. Das hat eine Umfrage im Auftrag des Jobportals Indeed unter 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Dezember 2025 ergeben.

Viele Beschäftigte gehen trotz gesundheitlicher Beschwerden zur Arbeit, andere melden sich jedoch auch mal krank, obwohl sie arbeitsfähig sind. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der Pronovia BKK hervor.

Von Hotels bis Autobauer: Die Zahl der Insolvenzen ist 2025 höher gewesen als zur Finanzkrise 2009. Warum Experten keine schnelle Erholung sehen und was das für Mittelständler bedeutet.

Die Züge fahren verspätet, die Straßen sind dicht und dann fällt auch noch die Schule aus? Was Beschäftigte wissen müssen, wenn Winterwetter alle Routinen durchkreuzt.

Mehr als 2,9 Millionen Menschen ohne Job – so viele waren es schon seit langem nicht mehr in einem Dezember. Gibt es Hoffnung auf einen Aufschwung am Arbeitsmarkt?

Der Food Campus Berlin stellt in seinem neuen Bericht die zentralen Entwicklungen für das Jahr 2026 vor. Von technologischen Durchbrüchen in der Fermentation bis hin zur Rückkehr zum echten Handwerk zeigt sich eine Branche im Wandel.

Die Stimmung im norddeutschen Gastgewerbe hat sich einer Befragung der IHK Nord zufolge gebessert. Die Reisewirtschaft berichtet dagegen von einer verschlechterten Lage, wie aus dem Konjunkturreport Tourismuswirtschaft der IHK Nord aus Hamburg hervorgeht.