Rund drei Viertel der deutschen Unternehmen haben eine verantwortliche Stelle oder Person für die Förderung von Frauen und die Erhöhung des Frauenanteils benannt. Wie der Digitalverband Bitkom auf Basis einer repräsentativen Befragung von mehr als 600 Unternehmen aller Branchen mitteilt, liegt dieser Anteil konkret bei 72 Prozent.
Die Veröffentlichung der Daten erfolgt anlässlich des bundesweiten Aktionstags Girls Day, der jungen Frauen Einblicke in technische und naturwissenschaftliche Berufe ermöglichen soll. Nach Angaben des Verbands ist der Anteil von Frauen in der Informationstechnik sowie in Digitalberufen weiterhin auf einem zu niedrigen Niveau, weshalb organisatorische Strukturen innerhalb der Betriebe an Bedeutung gewinnen.
Geschäftsführungen übernehmen Verantwortung
In knapp der Hälfte der befragten Firmen ist das Thema direkt auf der obersten Managementebene angesiedelt. Laut Mitteilung sind in 48 Prozent der Unternehmen die Geschäftsführung oder der Vorstand für die Frauenförderung verantwortlich. In 29 Prozent der Betriebe ist die Zuständigkeit im Personalbereich verortet, während in 20 Prozent der Fälle die mittlere Führungsebene diese Aufgabe übernimmt.
Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung, erklärt dazu, dass Strukturen innerhalb der Unternehmen notwendig seien, um den Einstieg und die Entwicklung von Frauen aktiv zu unterstützen. Damit aus einem ersten Interesse an digitalen Berufen eine berufliche Karriere werden könne, bedürfe es laut Dehmel definierter Zuständigkeiten.
Gleichstellungsbeauftragte steuern Maßnahmen
Neben der Leitungsebene setzen zahlreiche Organisationen auf spezialisierte Fachkräfte für Fragen der Gleichstellung. In 26 Prozent der Unternehmen sind laut den Befragungsergebnissen Gleichstellungsbeauftragte für die Förderung von Frauen zuständig. Weitere 12 Prozent der Firmen haben diese Verantwortung bei Diversity-Beauftragten angesiedelt.
Susanne Dehmel führt dazu aus, dass die personelle Verankerung ein erster Schritt sei, jedoch auch konkrete Ziele sowie Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote erforderlich seien. Dies gelte insbesondere für den Einstieg, den Quereinstieg und die generellen Karrierewege von Frauen in der Digitalwirtschaft.













