Menschen in Europa haben weiter Angst vor Corona-Mutationen

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Die Angst der Menschen in Europa vor Corona-Mutationen ist im dritten Pandemie-Jahr weiter groß. So machten sich zwei Drittel aller Menschen in Deutschland Sorgen, jeder Fünfte sogar große Sorgen, heißt es in einer am Dienstag in Hamburg veröffentlichten Untersuchung der European Covid Survey (ECOS). Dafür wurden den Angaben zufolge im Mai rund 8000 Menschen in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Portugal und Spanien befragt. Die Untersuchung werde seit April 2020 rund alle zwei Monate wiederholt.

In Spanien, Italien und Portugal befürchten der Umfrage zufolge 75 Prozent der Menschen neue Mutationen, weniger sorgenvoll seien die Menschen in Dänemark (52 Prozent). «Die Sorge vor einer weiteren Welle in der Bevölkerung ist real und zeigt, dass für viele Menschen die Pandemie noch nicht vorbei ist», sagte der wissenschaftliche Direktor des Hamburg Center für Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg, Jonas Schreyögg.

Trotz der Sorgen der Menschen beobachteten die Forscher jedoch einen Rückgang bei der allgemeinen Impfbereitschaft. Sie sank den Angaben zufolge in Deutschland seit Jahresbeginn von 86 auf nun 83 Prozent. Noch niedriger liege mit 75 Prozent die Bereitschaft für eine Auffrischungsimpfung; 16 Prozent seien derzeit sogar gegen eine Auffrischung, 9 Prozent gaben an, noch unsicher zu sein.

Im Vergleich zu den anderen befragten Ländern liegt Deutschland im unteren Mittelfeld. Auf dem letzten Platz rangiert Frankreich, wo nur 74 Prozent allgemein impfbereit seien und weniger als 60 Prozent eine Auffrischungsimpfung wollten. «Die sinkende Bereitschaft für eine Auffrischungsimpfung könnte im Herbst und Winter mit einer weiteren Corona-Welle wieder für mehr schwere Infektionsfälle sorgen», warnte Schreyögg.

Trotz der Sorgen um den weiteren Verlauf der Pandemie sind die meisten Menschen der Umfrage zufolge gesundheitlich gut durch die vergangenen zwei Jahre gekommen. Zwei Drittel der Befragten hätten keine Änderungen festgestellt, bei 11 Prozent habe sich die Gesundheit sogar verbessert, bei 23 Prozent jedoch verschlechtert. Finanziell hatte die Pandemie bei der Mehrheit bislang keine oder sogar positive Auswirkungen (68 Prozent). Die Daten hätten jedoch auch gezeigt, dass Corona insbesondere bei Geringverdienern und Frauen zu einer stärkeren finanziellen Belastung geführt habe. (dpa)


 

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