Mindestlohnerhöhung treibt Lohnkosten im Gastgewerbe um 6,1 Prozent

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Der deutsche Mittelstand verzeichnet zum Jahresauftakt 2026 eine deutliche Steigerung der Personalkosten. Wie aus dem aktuellen Datev Mittelstandsindex hervorgeht, ist dieser Zuwachs im Gastgewerbe besonders ausgeprägt. Die zum Jahreswechsel umgesetzte Erhöhung des Mindestlohns wirkt sich hier massiv auf die Lohn- und Gehaltsstrukturen aus, während die Beschäftigtenzahlen in der Branche gleichzeitig spürbar sinken.

Spitzenwert beim Lohnwachstum in der Gastronomie

Während die Löhne und Gehälter im gesamten Mittelstand im Januar um durchschnittlich 3,9 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen, verzeichnete das Gastgewerbe mit einem Plus von 6,1 Prozent den stärksten Zuwachs aller Branchen. Getrieben wurde diese Entwicklung primär durch die gesetzliche Mindestlohnerhöhung. Auch der Bereich der sonstigen Dienstleistungen verzeichnete mit 5,8 Prozent einen überdurchschnittlichen Anstieg.

Stärkster Beschäftigungsrückgang im Branchenvergleich

Parallel zu den steigenden Personalkosten entwickelt sich die Zahl der Erwerbstätigen im Gastgewerbe rückläufig. Mit einem Minus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr weist die Branche den stärksten Beschäftigungsrückgang im gesamten Mittelstand auf. Zum Vergleich: Über alle mittelständischen Branchen hinweg sank die Beschäftigung lediglich um 0,8 Prozent.

Innerhalb der Unternehmensgrößen zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild. Während in Kleinst- und kleinen Unternehmen Stellen gestrichen wurden, verzeichneten mittlere Unternehmen als einzige Größenklasse ein Beschäftigungsplus von 2,4 Prozent.

Stagnierende Umsätze und ausbleibende Erholung

Die wirtschaftliche Dynamik im Gastgewerbe verharrt derweil auf dem schwachen Niveau der Vormonate. Im gesamten Mittelstand war der Umsatz im Vorjahresvergleich um 0,7 Prozent rückläufig. Prof. Dr. Robert Mayr, CEO der Datev eG, ordnet die aktuelle Lage für die mittelständische Wirtschaft ein: „Der Mittelstand startet verhalten ins Jahr: Die Umsätze sind weiterhin rückläufig und auch die Beschäftigung geht weiter zurück. Entgegen mancher optimistischen Verlautbarungen gibt es derzeit keine belastbaren Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung.“

Besonders das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete mit einem Minus von 4,8 Prozent einen starken Umsatzrückgang, während das Gastgewerbe keine Anzeichen einer Belebung zeigte.

Hintergrund zum Datev Mittelstandsindex

Die monatliche Analyse der Datev basiert auf anonymisierten Daten aus der Lohn- und Finanzbuchhaltung von über einer Million Unternehmen. Der Index bildet die konjunkturelle Lage von Kleinstunternehmen sowie kleinen und mittleren Betrieben (KMU) in Deutschland ab. Die Daten für die Bereiche Beschäftigung und Lohn stammen aus den Abrechnungen von mehr als acht Millionen Arbeitnehmern.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Angesichts jahrelanger Konjunkturflaute ist die Übernahmequote von Lehrlingen nach der Ausbildung in Betrieben gesunken. Eine besonders schlechte Quote weist etwa die Landwirtschaft auf.

Unter den jüngeren Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland steigt der Anteil der Erwerbstätigen. Besonders Selbstständige sind oft viele Stunden pro Woche aktiv.

In den USA nehmen Fälle der Magen-Darm-Erkrankung Cyclosporiasis kein Ende. Bereits Hunderte Krankenhausaufenthalte hat der Parasit verursacht. Im Verdacht steht ein unscheinbares Lebensmittel.

Die Zahl der Brauereien in Deutschland ist im Jahr 2025 auf 1.415 gesunken - ein Rückgang um 3,6 Prozent. Fast alle Bundesländer sind betroffen, Ausnahmen bilden Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Das OLG Hamburg hat eine Entscheidung zu anonymen Bewertungen rechtskräftig werden lassen. Arbeitgeber können unter bestimmten Voraussetzungen die Löschung einer Bewertung verlangen, wenn ein geschäftlicher Kontakt nicht überprüfbar ist.

Ab dem 27. September 2026 gelten strengere Regeln für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Der große Tageskarte-Check zeigt, welche Formulierungen, Werbemittel und Kommunikationskanäle Hotels und Restaurants jetzt überprüfen sollten – von der Website bis zur Speisekarte. Tipps von der Tageskarte-Redaktion.

Ab dem 27. September 2026 gelten strengere Regeln gegen Greenwashing. Die neue EmpCo-Richtlinie verpflichtet Hotels, Restaurants und andere touristische Betriebe dazu, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen konkret zu belegen – von der Website bis zur Speisekarte.

Wer in einem befristeten Arbeitsverhältnis ist, kann nicht immer einfach kündigen. Es gibt klare Richtlinien, die zu beachten sind.

Das Checken von E-Mails oder die schnelle Teilnahme an einem Online-Meeting sind für viele auch im Urlaub nicht ungewöhnlich. Doch ist das auch gut - für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Während der Hitzewelle Ende Juni 2026 stieg der Absatz von Wasser, Speiseeis und Erfrischungsgetränken deutlich an. Das Statistische Bundesamt meldet für mehrere Warengruppen die höchsten Verkaufszahlen seit Anfang 2023. Der Absatz von alkoholfreiem Bier lag 38 Prozent über dem Vergleichswert.