Reisebranche im Visier der "Bad Bots"

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Schädliche automatisierte Systeme, sogenannte „Bad Bots“, kommen immer häufiger vor. Mittlerweile sind sie für rund 40 Prozent des Datenverkehrs in Deutschland verantwortlich und haben es besonders auf die Reisebranche abgesehen.

„Unternehmen können den Einfluss von Bad Bots nicht länger ignorieren: Bösartige Bots führen zu schlechterem Online-Service und Kundenverlusten, kompromittieren Kundenkonten und verursachen höhere Infrastruktur- sowie Supportkosten“, sagt Kai Zobel, Area Vice President EMEA bei Imperva gegenüber All-About-Securtity. Impreva veröffentlichte unlängst den „Imperva Bad Bot Report 2022“, aus dem hervorgeht, dass Bad Bots rund 27,2 Prozent des internationalen Internetdatenverkehrs verursachen.

Deutschland schneidet in der Studie besonders schlecht ab und kommt sogar auf 39,6 Prozent. Die Folge: 148 Prozent mehr Kontoübernahmen, die vor allem die Reisebranche hart treffen (34,2 Prozent). Immer wieder werden große Hotel-Ketten Opfer solcher Cyber-Attacken, bei denen es die Angreifer auf die sensiblen Daten der Kunden abgesehen haben. Zuletzt konnten sich Angreifer der Hackergruppe „Conti“ Zugang zu den internen IT-Systemen der Welcome Hotels verschaffen. (Tageskarte berichtete) 2018 traf es die Marriott-Hotelgruppe besonders hart. Damals wurden bis zu 500 Millionen Starwood-Daten bei einem Hackerangriff entwendet.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Imperva Bad-Bot-Report 2022:

  • Deutschland hat verhältnismäßig den meisten Bad-Bot-Traffic: Die Analyse des Anteils an Bad Bots am gesamten Internetverkehr hat ergeben, dass Deutschland mit 39,6 Prozent deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 27,7 Prozent lag. Neben Deutschland lagen über dem Durchschnitt Singapur (39,1 %), Kanada (30,2 %), die USA (29,1 %) und das Vereinigte Königreich (29,7 %).
  • 148 Prozent mehr Kontoübernahmen: Vergangenes Jahr erfolgten 64,1 Prozent der Kontoübernahme-Angriffe mit Hilfe von hochentwickelten Bad Bots. Die Folgen von Kontoübernahmen sind weitreichend: Erfolgreiche Angriffe sperren Kunden aus ihrem Konto aus, während die Betrüger Zugang zu sensiblen Informationen erhalten. Kontoübernahmen führen in Unternehmen zu Umsatzeinbußen, zur Rufschädigung und Verletzung der Datenschutzbestimmungen.
  • Im Visier der Bad Bots – Einzelhandel, Finanz- und Reisebranche: Advanced Persistent Bots sind 2021 insbesondere in der Reisebranche (34,2 %), im Einzelhandel (33,8 %) und bei den Finanzdienstleistungen (8,8 %) eingesetzt worden. Diese Branchen zählen zu den Hauptzielen der Angreifer, weil sie wertvolle persönliche Daten in den Anmeldeportalen auf ihren Websites und mobilen Apps speichern.
  • Mehr als ein Drittel der Bad Bots tarnen sich als mobile Webbrowser: User Agenten waren 2021 eine beliebte Tarnung für bösartigen Bot-Traffic (35.6 %). 2020 machten sie erst 28,1 Prozent des gesamten Internetdatenverkehrs aus. Besonders beliebt bei den Bots war Mobile Safari. Die Bots nutzen die neuen Datenschutzeinstellungen des Browsers aus, um ihr Verhalten zu verschleiern, wodurch sie schwerer zu erkennen sind.

 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Steigende Lebenshaltungskosten sind laut einer aktuellen Umfrage die größte finanzielle Sorge in der deutschen Bevölkerung. Auffällig: Besorgter als Niedrigverdiener sind demnach diejenigen mit mittleren oder hohen Einkommen.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Januar 2026 laut Destatis gestiegen. Besonders häufig betroffen war das Gastgewerbe, während die Forderungssummen deutlich zurückgingen.

Mitarbeitende, die zur Zigarette greifen, kosten Arbeitgeber bares Geld. Die durch Raucherpausen verlorene Arbeitszeit summiert sich im Jahr schnell auf mehrere Arbeitstage pro Person. Hinzu kommen häufigere gesundheitsbedingte Ausfälle. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es daher sinnvoll, Angestellte bei der Tabakentwöhnung aktiv zu unterstützen.

Wie lang erhalten Beschäftigte bei Krankheit weiter Lohn? Darüber wird in der Politik immer wieder diskutiert. Was die aktuellen Regeln besagen und was bei mehreren Krankheiten gilt. Ein Überblick.

Der Vorgesetzte nervt, die Kunden sowieso: Doch was davon darf ich nach außen tragen? Und wann handelt es sich eigentlich um ein Geschäftsgeheimnis? Ein Arbeitsrechtler klärt auf.

Auch wer gekündigt wurde, kann noch bei einer Betriebsratswahl kandidieren – und muss dafür Kontakt zur Belegschaft aufnehmen können. Wird der Zugang zum Betrieb komplett verwehrt, kann es sich um eine unzulässige Wahlbehinderung handeln.

Reisebüros und Reiseveranstalter stellen sich aufgrund des Nahost-Konflikts auf deutlich schlechtere Geschäfte und steigende Preise ein. Im März hat sich das Geschäftsklima in der Branche deutlich abgekühlt, wie das Ifo Institut in München mitteilt.

Die Beschäftigung im Gastgewerbe hat Anfang 2026 wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Gleichzeitig bleiben offene Stellen deutlich unter den Werten von 2019, während sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich entwickelt.

Eine Umfrage von Evaneos und YouGov unter 1.551 Personen zeigt laut Mitteilung, dass KI-Chatbots bei der Reiseplanung bislang nur begrenzt genutzt werden. Demnach geben 75 Prozent der Befragten an, noch nie einen KI-Chatbot für die Planung einer Reise eingesetzt zu haben.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass viele kleine Betriebe in Deutschland vor einer ungewissen Zukunft stehen. Vor allem bürokratische Hürden und der Mangel an Nachfolgern gefährden den Erhalt von praktischem Fachwissen und lokalen Strukturen.