Schlägerei auf dem Arbeitsweg kein Arbeitsunfall

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Ärger auf dem Arbeitsweg? Wer sich unterwegs zu einem beruflichen Termin prügelt, ist nicht unfallversichert. Angestellte können entsprechende Verletzungen nicht als Arbeitsunfall angeben, entschied das Sozialgericht Berlin in einem Urteil (Az.: S 98 U 50/21), auf das das Rechtsportal „anwaltauskunft.de“ hinweist.

Im konkreten Fall ging es um einen Bauleiter, der in eine Schlägerei mit einem Falschparker geriet. Zum Streit kam es, weil ein Laster die Einfahrt zum Betriebsgelände des Bauleiters versperrte.

Der Lkw-Fahrer beleidigte den Mann laut Gericht als «egoistisches Arschloch». Daraufhin wollte der Beschimpfte mit dem Fahrer diskutieren, statt wie geplant in sein Auto zu steigen und zum nächsten Arbeitstermin zu fahren. Bei dem gewaltsamen Konflikt erlitt er einen Bruch im Gesicht und musste operiert werden.

Verletzungen durch Schlägerei sind Privatsache

Die Unfallversicherung sah darin keinen Arbeitsunfall, genauso wie das Berliner Sozialgericht. Die Auseinandersetzung habe nicht auf einem versicherten betrieblichen Weg stattgefunden, so das Urteil. Zwar sei der Bauleiter auf einem Arbeitsweg gewesen, als er vom Betriebsgelände zu seinem Auto ging. Er habe diesen Betriebsweg jedoch verlassen, als er nach den Beleidigungen des Lkw-Fahrers nicht ins Auto stieg, um ihn zur Rede zu stellen.

«Es ist anerkannt, dass insbesondere das Zurechtweisen anderer Verkehrsteilnehmer auf dem Weg zur Arbeit oder auf Betriebswegen nicht der betrieblichen Tätigkeit dient», teilte Swen Walentowski von der Deutschen Anwaltauskunft mit. Daraus entstehende Verletzungen seien privat. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Düsseldorf meldet für 2025 einen neuen Übernachtungsrekord von 5,67 Millionen. Während die Internationalisierung und das Messegeschäft boomen, kämpft die Hotellerie trotz Rekordnachfrage mit sinkenden Raten.

Die Beschäftigung im Gastgewerbe sinkt erstmals seit einem Jahr wieder unter das Vorkrisenniveau. Während die Zahl der offenen Stellen leicht steigt, melden Hotellerie und Gastronomie wachsende Arbeitslosenzahlen.

Wer gerade im Nahen Osten festsitzt, kann höchstens mobil arbeiten. Warum das arbeitsrechtlich womöglich heikel ist und welche Risiken Arbeitgeber und Beschäftigte in solchen Fällen kennen sollten.

Struktureller Wandel bei der dfv Mediengruppe: Die eigenständige redaktionelle Arbeit der Fachmedien tw tagungswirtschaft und m+a report wird zum 31. März 2026 eingestellt. Die Marken werden in die veranstaltungsorientierte dfv Conference Group überführt.

Ferienzeit, alle wollen weg – aber wer darf zuerst? Arbeitgebende müssen bei der Urlaubsplanung soziale Aspekte berücksichtigen. Das kann bedeuten, dass Eltern Vortritt haben, muss es aber nicht.

Rund 8,70 Euro für eine Tasse Cappuccino - dieser Preis an einer Raststätte in Österreich sorgte zuletzt für Aufsehen. Doch anderswo in Europa werden vereinzelt zweistellige Preise für Kaffee verlangt. Wie leistbar ist das Getränk in europäischen Ländern? Ein Überblick

Die erweiterte Verdienstungleichheit in Deutschland stagniert. Laut aktuellem Bericht des Statistischen Bundesamtes liegt der Gender Gap Arbeitsmarkt weiterhin bei 37 Prozent, wobei erhebliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen bleiben.

Das deutsche Gastgewerbe kämpft weiterhin mit den Folgen der Krise. Im Jahr 2025 lagen die realen Umsätze fast 15 Prozent unter dem Niveau von 2019. Steigende Kosten und eine schwache Konsumstimmung belasten die Betriebe trotz nominaler Zuwächse.

Die aktuelle Dehoga-Umfrage zum Jahresauftakt 2026 belegt eine anhaltende Flaute im Gastgewerbe. Hohe Personalkosten und bürokratische Hürden belasten die Betriebe nach dem sechsten Verlustjahr in Folge massiv.

Die neue DIN 33463 definiert erstmals bundesweite Mindeststandards für Tagungspauschalen. Die Norm soll für mehr Transparenz im MICE-Markt sorgen und die Vergleichbarkeit von Hotelangeboten bei Veranstaltungen signifikant erleichtern.