Studie sieht Deutschland beim KI-gestützten Spesenschummeln vorne

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Deutschland weist laut einer internationalen Untersuchung den höchsten Anteil von Beschäftigten auf, die regelmäßig KI-generierte Belege für Spesenabrechnungen nutzen. Nach Angaben der Plattform Perk verwenden zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer solche Dokumente regelmäßig. Damit liegt Deutschland vor allen anderen untersuchten Ländern.

Die Ergebnisse stammen aus einer am 17. Juni 2026 veröffentlichten Befragung von 8.000 Beschäftigten in Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich und Spanien. Für Deutschland wurden dabei 2.000 Arbeitnehmer befragt, die beruflich reisen und Spesen abrechnen.

Deutsche Beschäftigte nutzen KI-Belege häufiger als andere Länder

Wie Perk berichtet, haben insgesamt 40 Prozent der Befragten bereits mindestens einmal einen KI-generierten Beleg eingereicht. Regelmäßig würden dies acht Prozent der Teilnehmer tun. In Deutschland liegt dieser Anteil mit zehn Prozent über dem Durchschnitt. In den USA und Spanien seien es jeweils acht Prozent, in Frankreich sieben Prozent und in Großbritannien fünf Prozent.

Die Untersuchung ordnet KI-generierte Belege in den Kontext von fehlerhaften oder manipulierten Spesenabrechnungen ein. Insgesamt 20 Prozent der Befragten gaben an, Ausgaben regelmäßig falsch darzustellen. Mehr als die Hälfte, nämlich 56 Prozent, erklärte, dies bereits mindestens einmal getan zu haben. 72 Prozent kennen nach eigener Aussage einen Kollegen, der Spesen falsch angegeben habe.

Falsch deklarierte Ausgaben verursachen laut Studie messbare Schäden

Für Deutschland beziffert Perk den durchschnittlichen jährlichen Wert regelmäßig falsch deklarierter Ausgaben auf rund 290 Euro pro Mitarbeiter. Zu den am häufigsten betroffenen Bereichen zählen persönliche Mahlzeiten und Getränke, die Nutzung von Fahrzeugen einschließlich Kilometerabrechnungen und Mietwagen sowie die Bewirtung von Kunden.

Nach Angaben der Befragten entstehen fehlerhafte Abrechnungen nicht ausschließlich durch vorsätzliches Handeln. 32 Prozent führen unzutreffende Angaben auf Versehen oder Missverständnisse zurück. Weitere 24 Prozent nennen unklare Regelungen für Spesenabrechnungen als Ursache.

Manuelle Spesenabrechnung geht häufiger mit Fehlern einher

Die Studie verweist außerdem auf Unterschiede bei den eingesetzten Abrechnungssystemen. 31 Prozent der Beschäftigten reichen ihre Spesen weiterhin per E-Mail oder Tabellenkalkulation ein. Unter diesen Arbeitnehmern liegt der Anteil derjenigen, die regelmäßig unzutreffende Angaben machen, bei 24 Prozent. Bei Nutzern spezieller Spesenabrechnungssoftware beträgt dieser Wert 18 Prozent.

Ein weiteres Ergebnis: 25 Prozent der Befragten, die nach eigenen Angaben regelmäßig falsche Spesen einreichen, wissen laut Studie, dass ihr Unternehmen Künstliche Intelligenz zur Erkennung solcher Vorgänge einsetzt. Dennoch würden sie ihr Verhalten fortsetzen.

Für die Erhebung beauftragte Perk das Marktforschungsunternehmen Censuswide mit einer Online-Befragung. Die Datenerhebung fand zwischen dem 15. und 28. April 2026 statt. Befragt wurden Arbeitnehmer aus Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern, die mindestens zweimal pro Jahr geschäftlich reisen und Spesen abrechnen.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wegen der weltweiten Krisen wollen die Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts mehr Stellen abbauen. Das entsprechende Beschäftigungsbarometer sank im März um mehr als zwei Punkte auf den niedrigsten Wert seit fast sechs Jahren.

Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Arbeitskosten in der EU. Im vergangenen Jahr verteuerte sich die Arbeitsstunde weiter. Wie steht Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn da?

Bungalow oder Einfamilienhaus mit Obergeschoss? Diese Grundsatzentscheidung prägt Raumaufteilung, Grundstücksnutzung und Wohnkomfort über Jahre. Beide Bauformen haben klare Vorteile – doch sie unterscheiden sich stark in Platzbedarf und Alltagstauglichkeit. Dieser Ratgeber zeigt, welche Lösung zu welcher Lebensphase passt und hilft, 2026 die richtige Wahl zu treffen.

Eine aktuelle Studie zur Außengastronomie zeigt, dass Kartenzahlung von Gästen überwiegend positiv bewertet wird. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, haben 79 Prozent der Befragten bereits einen Besuch in einem saisonalen Gastronomiebetrieb eingeplant, während 77 Prozent die Möglichkeit zur Kartenzahlung grundsätzlich begrüßen.

Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist vor allem wegen der Folgen des Iran-Krieges schlecht. Die Einkommenserwartungen sind eingebrochen, Inflationsängste machen sich breit und drücken auf die Kauflaune.

Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass 72 Prozent der deutschen Unternehmen die Frauenförderung organisatorisch verankert haben, wobei in fast jedem zweiten Betrieb die Geschäftsführung direkt zuständig ist.

Die Sächsische Landesbibliothek hat den Nachlass der DDR-Kochbuchautorin Ursula Winnington übernommen. Die Sammlung der DDR-Kochbuchikone soll künftig im Deutschen Archiv der Kulinarik für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich sein.

Wenn die Kita zu ist, muss das Kind zu Hause betreut werden. Aber wie, wenn die Eltern doch eigentlich arbeiten müssen? Eine mögliche Lösung: Urlaub beantragen. Aber muss der Arbeitgeber den auch zwingend genehmigen?

Der Personalmangel in der deutschen Wirtschaft zwingt Unternehmen zunehmend zum Umdenken bei der Arbeitsplatzgestaltung. Eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom liefert dazu nun Zahlen aus der Industrie, die als Blaupause für andere Branchen dienen könnten.

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, Loyalität und Fachwissen: Solche Eigenschaften galten früher im Job als unabdingbar. Und heute? Was verbirgt sich hinter den «Future Skills» - und wer braucht sie?