Umfrage zeigt wachsende Unsicherheit bei Geschäftsreisen

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Die Geschäftsreiseaktivitäten deutscher Unternehmen dürften im Jahr 2026 überwiegend stabil bleiben oder leicht zunehmen. Gleichzeitig nehmen nach Angaben des Verbandes Deutsches Reisemanagement (VDR) die Sorgen über steigende Kosten, geopolitische Entwicklungen und Einschränkungen im Luftverkehr zu. Das geht aus dem VDR-Stimmungsbarometer 2026 hervor, für das zwischen dem 29. April und 15. Mai 2026 insgesamt 78 Mitgliedsunternehmen befragt wurden.

Dem Verband zufolge erwarten 61 Prozent der befragten Unternehmen ein stabiles bis moderat steigendes Geschäftsreisevolumen. Dabei rechneten 33 Prozent mit einem Wachstum zwischen fünf und zehn Prozent, während 28 Prozent von einem unveränderten Niveau ausgingen. Gleichzeitig sehe jedoch fast ein Drittel der Unternehmen rückläufige Reiseaktivitäten voraus: 32 Prozent erwarteten ein sinkendes Geschäftsreisevolumen.

Unternehmen bewerten wirtschaftliche und geopolitische Risiken zurückhaltender

Im Vergleich zur VDR-Geschäftsreiseanalyse aus den Monaten Januar und Februar 2026 falle das aktuelle Stimmungsbild vorsichtiger aus. Während damals 62 Prozent der Unternehmen von einer steigenden Zahl an Geschäftsreisen ausgegangen seien, zeige das Stimmungsbarometer nun eine deutlich größere Zurückhaltung.

Nach Angaben des Verbandes erklärten 44 Prozent der Unternehmen, heute vorsichtiger zu handeln als vor dem Ausbruch des Kriegs im Iran. Lediglich ein Prozent bewerte die Situation optimistischer. Der VDR wertet dies als Hinweis auf eine gestiegene Sensibilität gegenüber geopolitischen und wirtschaftlichen Risiken.

Die Struktur der teilnehmenden Unternehmen verdeutliche dabei die wirtschaftliche Bedeutung des Themas. Nach Angaben des Verbandes beschäftigen 82 Prozent der befragten Unternehmen mehr als 1.500 Mitarbeiter. Viele Unternehmen erzielten Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde Euro, während die Geschäftsreisebudgets teilweise über 50 Millionen Euro lägen.

Preissteigerungen und Flugverkehr belasten Reiseplanung der Unternehmen

Als wichtigste Belastungsfaktoren nannten die Unternehmen laut VDR vor allem Preissteigerungen am Markt, die von 59 Prozent der Befragten genannt wurden. Es folgten die geopolitische Lage mit 47 Prozent sowie geringere Budgets mit 44 Prozent. Sicherheits- und Gesundheitsbedenken spielten für 32 Prozent der Unternehmen eine Rolle. Die zunehmende Nutzung virtueller Besprechungen nannten 27 Prozent, eine stärkere Bündelung von Terminen 26 Prozent.

Besonders häufig werde die Entwicklung im Luftverkehr als Problem wahrgenommen. Von den Unternehmen, die Preissteigerungen als Belastung bezeichneten, machten 80 Prozent Fluggesellschaften für diese Entwicklung verantwortlich. In den offenen Antworten seien unter anderem ein verknapptes Angebot, steigende Treibstoffkosten, Flugstreichungen, Streiks sowie Auswirkungen des eingeschränkten Angebots von Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten genannt worden.

VDR-Präsident Christoph Carnier erklärte: „Die Unternehmen planen ihre Reisen weiterhin verantwortungsvoll und mit Blick auf wirtschaftliche Notwendigkeiten. Doch die Rückmeldungen zeigen klar: Die Unsicherheit wächst – nicht wegen mangelnder Geschäftsimpulse, sondern wegen externer Faktoren wie Preisstrategien der Anbieter, geopolitischen Risiken und Angebotsengpässen im Luftverkehr. Diese Faktoren und, wie die offenen Kommentare zeigen, auch kurzfristige Störungen wie Flugstreichungen oder Streiks erschweren die Planungssicherheit vieler Unternehmen spürbar.“

Befragung dokumentiert stabile Nachfrage trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Nach Darstellung des Verbandes bleibt die wirtschaftliche Notwendigkeit von Geschäftsreisen in vielen Unternehmen bestehen. Gleichzeitig gewönnen externe Einflussfaktoren zunehmend an Bedeutung und erschwerten die Planung. Das Stimmungsbarometer zeichne damit das Bild einer weiterhin vorhandenen Nachfrage nach Geschäftsreisen, die jedoch unter anspruchsvolleren Rahmenbedingungen organisiert werden müsse.

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