Zahl der Kurzarbeiter im Gastgewerbe sinkt auf 61 Prozent

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland könnte mit dem zunehmenden Lockerungen in der Corona-Krise langsam zurückgehen. Das Münchner Ifo-Institut sieht für den Juni nur noch 6,7 Millionen Kurzarbeiter in Deutschland, nach 7,3 Millionen im Mai. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg, Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, operiert mit niedrigeren Zahlen: Demnach waren im Mai 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und damit gut 6 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

«Der Rückgang ist recht zögerlich, und in einigen Branchen nimmt die Kurzarbeit sogar noch zu», sagt Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link. Nach der Ifo-Schätzung erhöhte sich die Zahl der Kurzarbeiter in der Industrie von 2,2 Millionen auf 2,3 Millionen Menschen und damit von 31 auf 33 Prozent der Beschäftigten in den Industriebetrieben.

In der Autobranche stieg die Zahl der Kurzarbeiter laut Ifo-Berechnungen leicht von 513 000 auf 516 000, der Anteil blieb bei 46 Prozent. Im Maschinenbau nahm die Zahl von 316 000 auf 354 000 zu, der Anteil wuchs von 29 auf 33 Prozent.

Eine Verbesserung der Lage zeigte sich hingegen im Gastgewerbe. Hier sank die Zahl der Kurzarbeiter laut Ifo-Berechnungen von 796 000 auf 672 000. Allerdings liegt der Anteil der Kurzarbeiter im Gastgewerbe immer noch bei 61 Prozent, nach 72 Prozent im Mai.

Nach Angaben des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung fielen bei den Kurzarbeitern im Durchschnitt 58 Prozent der Arbeitszeit aus. 24 Prozent der Kurzarbeiter hätten überhaupt nicht gearbeitet («Kurzarbeit Null»).

Rund die Hälfte der Unternehmen stockte das von der Bundesagentur für Arbeit bezahlte Kurzarbeitergeld für ihre Beschäftigten auf. Regional gab waren mit rund 25 Prozent die Regionen Baden-Württemberg und Niedersachsen-Bremen am stärksten von Kurzarbeit betroffen, die Regionen Berlin-Brandenburg sowie Rheinland-Pfalz mit 18 und 17 Prozent am wenigsten. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Bitkom-Befragung zeigt eine zunehmende Nutzung von künstlicher Intelligenz in deutschen Personalabteilungen. Trotz rechtlicher Bedenken steigen die Einsatzzahlen in Bereichen wie Weiterbildung, Zeugniserstellung und Belastungsanalyse.

Nach der Industrie schwächelt jetzt auch die Beschäftigung in den Dienstleistungsbereichen. Erstmals seit der Corona-Krise ist dort im zweiten Quartal dieses Jahres die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich gesunken.

Im deutschen Gastgewerbe wurden 2025 rund 15.000 Gaststätten und Beherbergungsunternehmen geschlossen – 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Analyse von ZEW Mannheim und Creditreform weist für das Gastgewerbe zudem die höchsten Schließungsraten unter den betrachteten Wirtschaftszweigen aus.

Wenn ein Mitarbeiter fahrig und verändert zur Arbeit erscheint, kann das viele Gründe haben - einer davon könnten Drogen sein. Doch was kann der Chef dann tun, um Gewissheit zu haben? Darf er Angestellte zu einem Drogentest zwingen?

Erstmals seit Monaten haben wieder weniger Unternehmen in Deutschland Insolvenz beantragt. Auch die Zahl der Verbraucherpleiten sank deutlich. Der wirtschaftliche Druck trifft Branchen jedoch unterschiedlich hart.

Der Anteil befristeter Jobs geht zurück. Es trifft aber weiterhin vor allem Menschen am Anfang ihres Berufslebens. Gegen den geplanten Ausbau der Befristungsmöglichkeiten hat sich Widerstand formiert.

Viele Unternehmen in Deutschland rechnen durch den Einsatz von KI mit sinkenden Löhnen in den kommenden fünf Jahren. Jüngere Arbeitnehmer sind besonders häufig betroffen.

Der Tag der Linkshänder macht auf die alltäglichen Hürden von Linkshändern in einer auf Rechtshänder ausgerichteten Welt aufmerksam. Besonders hoch sind die im Job. Diese Hilfen stehen Linkshändern zu

Die deutsche Hauptstadt hat mit Blick auf den Tourismus im ersten Halbjahr weiter an Anziehungskraft verloren, insbesondere bei Gästen aus dem Ausland. Bei Touristen aus Deutschland entwickelten sich die Zahlen hingegen positiv.

Illegale Tricks zur Umgehung des Mindestlohns haben Beschäftigte, Sozialkassen und den Fiskus nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds binnen zehn Jahren bis zu 64 Milliarden Euro gekostet.