Berlin will Müll durch Einweg-Kaffeebecher verringern - Pilotprojekt

| Gastronomie Gastronomie

Einweg-Kaffeebecher sorgen in Berlin für ungeheure Mengen an Müll: Verbraucher sollen deshalb künftig häufiger Heißgetränke im Mehrwegbecher kaufen können. Ein am Montag von Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) vorgestelltes Pilotprojekt sieht vor, dass mehr Anbieter im Einzugsbereich der U-Bahn-Linie 2 und der Stadtbahn wiederverwendbare Pfandbecher ausgeben. Dafür ist nun der Aufbau eines Logistiksystems vorgesehen: Gebrauchte Becher werden abgeholt, gespült und saubere Becher wieder ausgeliefert. Dabei sollen Lastenfahrräder genutzt werden.

Die Umsetzung übernimmt die Firma Recup, die Berliner Cafés und Bäckern seit einigen Jahren Mehrwegpfandbecher anbietet. Bisher sind rund 250 Verkaufsstellen dabei, etwa ein Fünftel davon im Bereich von U2 und Stadtbahn. Die Becher können bei jedem teilnehmenden Café zurückgegeben werden. Bisher spülen diese gebrauchte Becher selbst.

Dass Spülmöglichkeiten fehlen, sei ein Grund, aus dem kleine Verkaufsstellen bisher keine Mehrwegbecher anbieten, hieß es bei der Umweltverwaltung. Gefördert werde das Vorhaben für zwei Jahre mit insgesamt 160 00 Euro. Vergleichbare Lösungen gebe es bundesweit noch nicht. Starten solle die Spüllogistik im März 2020.

«Das Projekt geht in die richtige Richtung», sagte Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf dpa-Anfrage. «Man kann aber auch die Frage stellen: Warum erst jetzt?» Wenn sich das Projekt als «Luftnummer» erweisen sollte, so Fischer, müsse die Politik Maßnahmen ergreifen, wie eine Abgabe auf Einwegbecher.

Am Aufkommen der Wegwerfbecher hat sich dem Experten zufolge in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert. Die DUH geht allein in Berlin von einem täglichen Verbrauch von 460 000 Stück aus. Die Becher bestehen in der Regel nicht nur aus Pappe, sondern sind oft mit Plastik beschichtet.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Nasa veröffentlicht Details zur Verpflegung der Artemis-2-Crew und weist Spekulationen über ein schwebendes Glas Nuss-Nugat-Creme zurück. Rund 189 Speisen stehen den Astronauten während ihres Flugs zur Auswahl.

Das Hotel The Capra organisiert im Juni 2026 gemeinsam mit dem Yale-Historiker Paul Freedman ein dreitägiges Seminar zur Geschichte der Schweizer Gastronomie. Die Veranstaltung thematisiert die kulinarische Entwicklung von der Belle Époque bis zur Gegenwart.

Von der Küche der Queen auf einen Acker in Darmstadt: Stefan Pappert kochte für rund 100 Gäste Variationen des Edelgemüses bei der offiziellen Eröffnung der Spargelsaison.

Basketball-Star LeBron James eröffnet in seiner Heimatstadt Akron das Restaurant Buckets. Der Betrieb dient gleichzeitig als Ausbildungsstätte für Teilnehmer seines sozialen Förderprogramms.

Das Restaurant Horváth in Berlin plant für Oktober 2026 eine neue Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Own the Pass“, bei der junge Köche für einen Abend den Betrieb übernehmen sollen. Bewerbungen sind bis Juni 2026 mit Konzept und Lebenslauf möglich

Burger King hat eine landesweite Rekrutierungsoffensive gestartet, um bis zu 60.000 neue Stellen in seinen knapp 6.500 Restaurants in den USA zu besetzen. Die Suche umfasst sowohl Einstiegspositionen als auch das Management.

Frische Spargelgerichte, vegane Highlights und alkoholfreie Drinks: Hessens Außengastronomie will mit neuen Trends in die Freiluftsaison starten. Doch höhere Kosten und Konsumzurückhaltung setzen die Betriebe unter Druck.

Taco Bell plant laut Medienberichten einen neuen Markteintritt in Deutschland. Neben ersten Standorten werden auch Details zur Franchise-Struktur und zu beteiligten Partnern bekannt.

Der Durchschnittspreis für einen halben Liter Bier ist einer Datenanalyse des Finanztechnologie-Unternehmens SumUp zufolge in größeren baden-württembergischen Städten spürbar gestiegen – von 3,86 Euro zu Beginn des Sommers 2025 auf zuletzt 4,88 Euro.

Das Restaurant 5 in Stuttgart hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung abgeschlossen und setzt seinen Betrieb mit einem neuen Investor fort. Wie das Unternehmen mitteilt, ist damit der Fortbestand des Betriebs langfristig gesichert.