Berliner Restaurants und Kneipen dürfen ab Mittwoch wieder lange öffnen

| Gastronomie Gastronomie

Berliner Gastronomen dürfen aufatmen. In einem Eilverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Land Berlin erklärt, die aktuellen Regelungen der SARS-CoV-2 Eindämmungsmaßnahmenverordnung zur Begrenzung von Öffnungszeiten für Gaststätten mit Wirkung für den 10. Juni 2020 aufzuheben.

Aktuell dürfen in Berlin Gaststätten mit zubereitetem Speiseangebot von 6:00 bis 23:00 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet werden. In der Zeit von 23:00 Uhr bis 6:00 Uhr müssen sie geschlossen bleiben. Ziel dieser Regelung sei es - so das Verwaltungsgericht Berlin in der ersten Instanz - „Gelage“ zu vermeiden. Mildere, gleich geeignete Mittel seien nicht ersichtlich, um dieses Ziel zu erreichen.

Hiergegen hat sich der Antragsteller, ein Berliner Restaurantbetreiber, erfolgreich zur Wehr gesetzt. Durch das Verfahren hat das Land Berlin eine Erklärung abgegeben, die entsprechende Begrenzung von Öffnungszeiten für Gaststätten zu ändern. Die Neuregelung soll am 10. Juni 2020 in Kraft treten.

Um dem Restaurantbetreiber die sofortige Öffnung seines Restaurants zu ermöglichen, hat das Land Berlin weiter erklärt, dass die vorzeitige Öffnung (vor dem 10. Juni) ordnungsrechtlich nicht geahndet werde. In der Erklärung heißt es wörtlich:

„Die Verfolgung einer Ordnungswidrigkeit […] ist daher als der Gesamtsituation der Entwicklung der SARS-CoV-2 EindmaßnV und des Rechtsschutzersuchens der Antragstellerin bei Gericht sowie den Gesamtinteressen Berlins nicht angemessen.“

Weiter heißt es in der Erklärung:

„Die Öffnung der von der Antragstellerin betriebenen Gaststätte außerhalb der in der SARS-CoV-2-EindmaßnV derzeit noch festgelegten Zeiten soll daher nach Ansicht der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung nicht als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. Die zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten berufenen Behörden sollen dies gegebenenfalls im Rahmen des Opportunitätsprinzips bei der Entscheidung über die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens berücksichtigen.“

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg sah aufgrund der Erklärung des Landes Berlin das Rechtsschutzbedürfnis des Antragstellers als nicht mehr gegeben an, da er nunmehr - so der gerichtliche Beschluss vom heutigen Tag - „länger öffnen dürfe und eine ordnungsrechtliche Ahndung nicht mehr drohe.“

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Restaurant Heritage im Hamburger Hotel Le Méridien öffnet am 30. April nach einer technischen Modernisierung der Küchenbereiche wieder seine Türen. Neben einem aktualisierten Speisenangebot setzt der Betrieb künftig verstärkt auf neue Veranstaltungsformate.

In Hamburg ist der Genuss-Michel 2026 verliehen worden. Das Fischereihafen Restaurant wurde als Restaurant des Jahres ausgezeichnet, Herbert Seckler erhielt den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

McDonald's Deutschland nimmt Stellung zur angekündigten Klage der Deutschen Umwelthilfe bezüglich früherer Angaben zur Klimaneutralität. Das Unternehmen weist den Vorwurf der Verbrauchertäuschung zurück und verweist auf bereits erfolgte Anpassungen seiner Kommunikation.

In der Allianz Arena in München sind am 26. April die sechs Finalisten des Wettbewerbs „Koch des Jahres“ ermittelt worden. Wie der Veranstalter ROIKA Solutions GmbH mitteilt, qualifizierten sich vier Teilnehmer über den Live-Wettbewerb vor einer Fachjury, zwei weitere über einen Publikumsentscheid.

Im Ausland leben, das heißt viele Erfahrungen mit einer anderen Kultur zu machen. Ein Westfale brachte die Currywurst nach Nairobi – und musste dafür so manches kulinarische Hindernis überwinden.

Eigentlich hat Kenia perfektes Biergartenwetter. Man kann das ganze Jahr hindurch draußen sitzen. Den passenden Gerstensaft nach deutschem Reinheitsgebot gibt es mittlerweile auch.

Das Schlosshotel Münchhausen in Aerzen hat sein gastronomisches Konzept verändert. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde das neue Restaurant „1570 – Casual Fine Dining“ als Nachfolger des bisherigen Gourmetrestaurants „Hilmar“ eröffnet.

In den Streit um Markenrechte an einem Kebab-Gericht kommt Bewegung zwischen einer Bielefelder Dönerkette und dem US-Anbieter Kentucky Fried Chicken. «KFC hat sich entschuldigt und gesagt, das haben sie alles nicht gewollt, und das sei nur ein Zufall gewesen», sagte der Chef der Bielefelder Firma Krispy Kebab.

Georg Strohmeyer feiert sein 10-jähriges Jubiläum als Küchenchef im Hotel Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen. Der Wahl-Bayer spricht im Interview unter anderem darüber, wie er auf neue Ideen zu seinen regionalen Kreationen kommt. Tipps für Hobbyköche hat er auch auf Lager.

Am 30. April eröffnet im Westfield Hamburg-Überseequartier das Restaurant Elemente mit lateinamerikanischem Schwerpunkt. Das Projekt verbindet unter anderem internationale Grillkunst mit Hamburger Architekturgeschichte.