Der Lebensmitteldiscounter Lidl hat in Dundonald bei Belfast seinen ersten Pub eröffnet. Das Lokal mit dem Namen „Middle Ale“ ist seit dem 18. Juni 2026 für Besucher geöffnet. In dem Pub könnten bis zu 60 Gäste bewirtet werden. Gleichzeitig bestehe die Möglichkeit, alkoholische Getränke für den privaten Konsum zu erwerben.
Strenge Alkoholgesetze führen zur Eröffnung des Pubs
Hinter dem Projekt steht vor allem die besondere Rechtslage in Nordirland. Dort müssten Supermärkte für den Verkauf von Alkohol eine Lizenz erwerben, die nur in begrenzter Zahl vergeben werde. Zudem müssten Antragsteller nachweisen, dass in einem Gebiet nicht ausreichend lizenzierte Verkaufsstellen vorhanden seien.
Diesen Nachweis habe Lidl für eine reguläre Verkaufsstelle nicht erbringen können. Für einen Pub sei dies jedoch gelungen, nachdem in den vergangenen Jahren den Angaben zufolge zwei Bars in der Umgebung geschlossen worden seien. Durch die Einstufung als Gaststätte könne Lidl nun auch eine sogenannte Off-Sales-Zone betreiben, also einen Bereich zum Verkauf alkoholischer Getränke für den Außer-Haus-Konsum. Weitere ähnliche Projekte seien aufgrund der besonderen rechtlichen Voraussetzungen derzeit jedoch nicht zu erwarten.
Gaststätte erhält eigenen Eingang im Supermarktgebäude
Der Pub befindet sich im selben Gebäude wie eine Lidl-Filiale, verfügt jedoch über einen separaten Eingang. Nach Angaben von PA bietet die Einrichtung Platz für bis zu 60 Personen. Die Gestaltung orientiere sich an den Farben des Lidl-Logos in Gelb, Blau und Rot. Durch den Betrieb der Gaststätte seien zudem acht Arbeitsplätze entstanden.
Der Name „Middle Ale“ greife ein Wortspiel auf. Er lehne sich an den britischen Begriff „middle aisle“ an, der die Aktions- und Sonderpostenbereiche in der Mitte vieler Discountmärkte bezeichnet.
Lidl plant weitere Investitionen im britischen Markt
Parallel zur Eröffnung des Pubs setzt Lidl nach eigenen Angaben seinen Expansionskurs im Vereinigten Königreich fort. Das Unternehmen wolle in den kommenden Monaten mehr als 50 neue Filialen eröffnen. Dafür seien Investitionen von mehr als 600 Millionen Pfund, umgerechnet rund 690 Millionen Euro, vorgesehen.
Nach Unternehmensangaben verschärft sich der Wettbewerb im britischen Lebensmitteleinzelhandel. Discounter wie Lidl und Aldi gewännen in einem Umfeld steigender Lebensmittelpreise zunehmend Marktanteile gegenüber etablierten Supermarktketten.
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