Digitales Trinkgeld: Jeder Vierte fühlt sich von Prozent-Vorgaben gedrängt

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Die Kartenzahlung ist mittlerweile häufig Alltag beim Restaurantbesuch. Doch beim Bezahlvorgang zeigt sich oft ein feiner Unterschied in der Wahrnehmung: Wenn das Bezahlterminal starr zwischen 10 Prozent, 15 Prozent oder 20 Prozent Trinkgeld wählen lässt, während das Servicepersonal wartet, empfinden das manche Gäste als zu unflexibel. Was eigentlich als digitaler Komfort gedacht ist, sorgt dann für kurzes Zögern beim Bezahlen.

Der aktuelle „State of Hospitality Report“ im Auftrag von Lightspeed zeigt: Die Akzeptanz für digitales Trinkgeld steht und fällt mit dem passenden Setup. Ein Viertel der Restaurantgäste in Deutschland (25 Prozent) fühlt sich durch die automatischen Vorschläge schlicht unter Druck gesetzt, mehr zu geben als eigentlich geplant.

„Technologie soll Abläufe vereinfachen, nicht den Puls der Gäste in die Höhe treiben“, erklärt Sinahn Fabian Sehk, Regional Senior Director DACH Hospitality von Lightspeed. „Wenn digitale Abfragen als Barriere oder Bevormundung empfunden werden, leidet das gesamte Restauranterlebnis. Wir raten unseren Restaurants und Cafés, hier geringer anzusetzen und in den Voreinstellungen bei einem niedrigeren Prozentsatz wie 5 Prozent zu starten. Außerdem sollte die Möglichkeit, den Betrag frei zu wählen, für die Gäste deutlich sichtbar sein. Die richtige Balance im Checkout-Design ist für Gastronomen heute ein echter Imagefaktor.“

Wie die Deutschen digital Trinkgeld geben

Dass digitale Vorschläge bei richtiger Gestaltung sehr gut ankommen, belegen die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage ebenfalls:. Knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent) verbucht die Funktion als durchaus komfortabel: 16 Prozent finden es praktisch, um schnell den üblichen Prozentsatz auszuwählen, und weitere 16 Prozent bewerten die vordefinierten Optionen generell als bequem und hilfreich.

Gleichzeitig nutzen viele Gäste das Terminal am liebsten so, wie es für sie persönlich am besten passt:

  • Die Mix-Zahler: 30 Prozent der Befragten wählen einen cleveren Ausweg. Sie zahlen die Hauptrechnung zwar digital, drücken der Servicekraft das Trinkgeld aber trotz allem lieber bar in die Hand.
  • Die Individualisten: Weitere 27 Prozent nutzen das Terminal völlig flexibel: Sie tippen einfach ihren selbst gewählten Wunschbetrag ein.
  • Service als Maßstab: Besonders deutlich fällt das Urteil beim Thema Self-Service (z. B. bei Bestellungen per Terminal oder QR-Code) aus. Hier sagen 45 Prozent der Deutschen, dass Trinkgeld für sie an persönlichen Service gekoppelt bleibt.

Für 52 Prozent der Befragten hängt die Höhe des Trinkgelds ganz klassisch von gutem, schnellem und freundlichem Service ab, auch mit einem digitalen Bezahlvorgang.

Wie gehen andere Länder mit dem Trinkgeld-Thema um? 

Der Wunsch nach Flexibiltät beim Trinkgeld ist ein globales Thema, allerdings mit feinen regionalen Unterschieden. Am stärksten ausgeprägt ist das Bedürfnis nach flexiblen Optionen in Kanada (30 Prozent), gefolgt von Belgien (28 Prozent) und den Niederlanden (26 Prozent). Deutschland liegt mit 25 Prozent mittendrin. Am lockersten sieht man es in den USA (19 Prozent). Dort gehören hohe Trinkgeldsätze ohnehin zum Alltag und Displays überraschen niemanden mehr.

Auch für die Bargeld-Tradition beim Trinkgeld zeichnet  sich in Europa ein klares Bild. Während man in Belgien (32 Prozent), Großbritannien (31 Prozent) und Deutschland (30 Prozent) trotz Kartenzahlung liebend gerne Scheine und Münzen auf den Tisch legt, tun dies im weitgehend bargeldlosen Kanada nur noch 18 Prozent der Gäste. 


 

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