«Bier, Boobs, Brezn»: Auf dem Münchner Oktoberfest soll es in diesem Jahr ein Event nur für queere Frauen geben. Am 21. September werden rund 700 Frauen und Flinta-Personen (das steht für Frauen, Lesben, Inter, Nonbinär, Trans und Agender) im Festzelt «Bräurosl» feiern - einen Tag nach dem traditionellen Gay Sunday, dem Rosa Sonntag, zu dem vor allem schwule Männer kommen.
«Wo sind eigentlich die lesbischen Frauen?»
Und das ist nach Ansicht von Veranstalterin Sina Scherer genau das Problem: «Wo sind eigentlich die lesbischen Frauen? In München gab es früher viel mehr Orte, an denen lesbische Frauen sichtbar waren und sich selbstverständlich getroffen haben - gerade auch im Glockenbachviertel. Viele davon sind verschwunden. Auf der Wiesn haben wir ein ähnliches Phänomen beobachtet. Es gibt seit Jahrzehnten etablierte queere Termine, aber lesbische Frauen spielen dabei als eigene Community bislang kaum eine sichtbare Rolle», erläutert sie.
«Da haben wir irgendwann gesagt: Dann warten wir nicht darauf, dass jemand einen Raum für uns schafft. Dann schaffen wir ihn selbst.» Das macht sie mit ihren «Lost Girls»-Events schon länger, auf der Wiesn ist es eine Premiere.
Wiesn «kein klassischer Queer Space»
«Vielleicht ist die Wiesn gerade deshalb ein guter Ort, weil sie kein klassischer Queer Space ist», sagt Scherer im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Die Wiesn gehört zur Münchner Stadtgesellschaft. Hier sitzen unterschiedlichste Generationen, Nationalitäten, Milieus und Lebensentwürfe nebeneinander auf der Bierbank. Und genau dort sollte queeres Leben selbstverständlich sichtbar sein - nicht nur im queeren Club oder beim CSD.»
Und auch wenn nach dem Anschlag auf den Berliner CSD die Sorge dabei ist - die Lust, zu feiern ist es auch und das Vertrauen in die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Mega-Volksfest groß.













